Mittwoch, 22. März 2017

Die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit

(Genesis_3,1-24) Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß. Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein. Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben. Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.
 
Um die Wahrheit zu erkennen, war Gott der HERR keine Hilfe; man musste sich selber helfen. Das habe ich getan und durfte ab Mai 2008 den Job dieses alten Halunken übernehmen. Ein echt beschissener Job, denn es hört ja sowieso keiner zu, wenn man etwas sagt. Jeder kleine Sesselfurzer glaubt, er wüsste schon was und könnte einfach so weitermachen wie bisher. Aber nicht mit mir! Mein Vorgänger war noch gnädig und beschränkte die Sintflut auf ein kleines Gebiet; ich plädiere für die globale Sintflut. Höre ich Protest? Zu spät. Ist seit Herbst 2008 in die Wege geleitet und nicht mehr aufzuhalten. OK, ihr könnt sie nicht aufhalten, ich schon – aber nicht ohne angemessene Bezahlung. Mein Angebot erhielt die politische Seifenoper im Mai 2009; natürlich wurde es ignoriert, was beim beschränkten Horizont dieser Komiker nicht anders zu erwarten war. Mein nächstes Leben ist schon beschrieben und findet erst in einer Milliarde Jahre statt. Was sollte es mich also jucken, wenn ihr armseligen Kreaturen in die "Ehrenrunde" geht und noch einmal 10.000 Jahre braucht, um wieder dorthin zu gelangen, wo ihr heute angekommen seid. Vielleicht könnt ihr euch danach ja mal selber helfen. Also dann – Cancel Program GENESIS:
 
Himmel und Erde = Nachfrage (Geld) und Angebot (Waren) 
Garten Eden / Paradies = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft 
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen 
Baum des Lebens = Geldkreislauf 
Baum der Erkenntnis = Geldverleih 
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins 
Gott (Jahwe) = künstlicher Archetyp: "Investor" 
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch 
Frau / Eva = Finanzkapital / der in Sachkapital investierende Kulturmensch 
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer) 
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine) 
Nachkommen der Schlange = Geldersparnisse 
Nachkommen der Frau = neue Sachkapitalien 
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite) 
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) 
Vertreibung aus dem Paradies = Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus 
Cherubim = Denkblockaden 
Sintflut = Hyperinflation
 
Ein Tipp: Rettet eure Ersparnisse, bevor es zu spät ist. Allerdings bricht die Ökonomie umso schneller zusammen, je mehr von euch jetzt zur Bank rennen. Wartet ihr aber zu lange, waren schon andere da und haben die Kasse leergeräumt. Viel ist nicht in der Kasse, denn das meiste ist verliehen. Bricht die Ökonomie zusammen, fallen die Kredite aus. Das sind nun mal die Tücken der Zinsgeld-Ökonomie, die schon mein Vorgänger erkannte. Der alte Halunke sorgte dafür, dass ihr sie nicht erkennt, um sich köstlich zu amüsieren. Als das langweilig wurde, schickte er einen Propheten, der euch erklärte, wie die Tücken zu vermeiden sind,...
 
...aber ihr Knalltüten habt das bis heute nicht begriffen. Was soll ich also noch mit euch anfangen? 


Gott, 01.04.2017
 
PS: Diese Nachricht wurde vordatiert, damit ihr euch einbilden könnt, sie sei ein Scherz.



Sonntag, 19. März 2017

Evolution der Intelligenz

"Die Intelligenz rennt dir nach, aber du bist schneller!"
 
Intelligenz ist der Wille zur Macht über die Dinge; Dummheit ist der Wille zur Macht über andere Menschen. Der Einzelne ist machtlos; damit der Mensch überhaupt Macht erlangt, bedarf es der Arbeitsteilung. Die Macht über die Dinge wird umso größer, je weniger Macht über Menschen ausgeübt werden muss, damit die Arbeitsteilung funktioniert. Dabei sind aus heutiger Sicht drei Entwicklungsstufen zu unterscheiden:
 
1. Zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld (Ursozialismus bzw. Staatskapitalismus) 
2. Zinsgeld-Ökonomie (kapitalistische Marktwirtschaft bzw. Privatkapitalismus) 
3. Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus)  

Erst in der dritten Entwicklungsstufe, die noch zu verwirklichen ist, funktioniert die Arbeitsteilung ohne jede Machtausübung des Menschen über andere Menschen und die Macht über die Dinge wird grenzenlos. Damit aber die zweite Entwicklungsstufe, in der wir uns bis heute befinden, aus der ersten entstehen konnte, bevor an die Verwirklichung der dritten Entwicklungsstufe überhaupt zu denken war, bedurfte es einer Programmierung des kollektiv Unbewussten, um die halbwegs zivilisierte Menschheit "wahnsinnig genug" für die Geldbenutzung zu machen.
 
Der anhaltende Wahnsinn (Realitätsverlust) funktioniert in der Weise, dass der "Normalbürger" im "Programm Genesis" die nachfolgenden Metaphern auf der linken Seite mit allem anderen (vermeintlicher "Unsinn" mit eingeschlossen) in Verbindung bringt, als ihrer wirklichen Bedeutung auf der rechten Seite:
 
Himmel und Erde = Nachfrage (Geld) und Angebot (Waren) 
Garten Eden / Paradies = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft 
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen 
Baum des Lebens = Geldkreislauf 
Baum der Erkenntnis = Geldverleih 
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes) 
Gott (Jahwe) = künstlicher Archetyp: "Investor" 
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch 
Frau / Eva = Finanzkapital / der in Sachkapital investierende Kulturmensch 
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer) 
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine) 
Nachkommen der Schlange = Geldersparnisse 
Nachkommen der Frau = neue Sachkapitalien 
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite) 
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) 
Vertreibung aus dem Paradies = Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus 
Cherubim = Denkblockaden
 
Auf der einen Seite wäre "diese Welt" (zivilisatorisches Mittelalter) ohne die Religion gar nicht erst entstanden, auf der anderen Seite verhindert die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor) bis heute den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation, der nicht erst seit Silvio Gesell, sondern schon seit Jesus von Nazareth möglich gewesen wäre:
 
Seit zwei Jahrtausenden rennt also die Intelligenz dem "Normalbürger" hinterher, aber er versucht schneller zu sein. Dazu kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch!
 
Nach dem "Auszug der Israeliten aus Ägypten", der Weiterentwicklung der menschlichen Kultur von der ersten zur zweiten Entwicklungsstufe (für die mit dem weitesten Vorsprung vor der Intelligenz: die Heilige Schrift ist nicht gegenständlich, sondern funktional zu verstehen), suchten die israelitischen Hohepriester, die das "Programm Genesis" noch kannten, sieben Jahrhunderte lang nach der Lösung, wie die Marktwirtschaft (Paradies) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Erbsünde) zu befreien ist. Da sie aber selbst von der Erbsünde lebten, blieb ihnen die Lösung versagt, sodass sie nur auf einen Propheten hoffen konnten, der ihnen die Lösung verraten würde. Und als dieser erschien, waren weitere fünf Jahrhunderte vergangen, in denen man sich schon so weit mit der Erbsünde arrangiert hatte, dass unter den "Pharisäern und Schriftgelehrten" (heute zu übersetzen mit "Politiker/Schweinepriester und Rechtsverdreher") niemand mehr zu finden war, der die Worte des Propheten noch verstehen konnte. Nur beim einfachen Volk hinterließ Jesus von Nazareth einen tiefen Eindruck, aus dem im weiteren Verlauf der Geschichte ein globaler Cargo-Kult entstand, der sich heute "moderne Zivilisation" nennt. Die Bewohner des Cargo-Kultes sind bereits zum Mond geflogen, aber die Basis allen menschlichen Zusammenlebens (Makroökonomie) und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung (Geld) haben die "verlorenen Kinder der See" bis heute nicht verstanden:
 
Erklärungen dazu finden sich im dritten der "Sieben Siegel der Apokalypse"...
 
...und man darf gespannt sein, inwieweit das einstige Volk der Dichter und Denker diese im Grunde "banalsten Selbstverständlichkeiten" noch vor dem Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform) begreifen wird.
 
"Wenn jemand nicht zuerst das Wasser kennt, kennt er nichts. Denn was nützt es ihm, wenn er darin getauft wird? Wenn jemand nicht weiß, wie der wehende Wind entstanden ist, wird er mit ihm hinweggeweht werden."
 
In der originalen Heiligen Schrift (die Bibel bis Genesis_11,9 sowie ein wesentlicher Teil der Nag Hammadi Schriften), die nicht zum Zweck des Moralverkaufs gegenständlich-naiv uminterpretiert wurde, steht "Wasser" für liquides Geld und "der wehende Wind" bedeutet Geldbewegung bzw. Geldumlauf, als Grundvoraussetzung für das Funktionieren der Arbeitsteilung: 

Sofort verfügbares flüssiges (liquides) Geld, das in diesem Zustand noch nicht Geldkapital ist, besitzt gegenüber langfristig investiertem Vermögen und gegenüber der Ware zunächst einmal einen entscheidenden Vorteil: Liquides Geld bietet die Möglichkeit, sowohl für Kauf als auch für Investition sofort zur Verfügung zu stehen. Bei jederzeitiger Zahlungsbereitschaft und damit rascher Handlungsfähigkeit - auch über einen längeren Zeitraum hinweg - kann der Geldhalter auf "wesentlich bessere" oder doch zumindest auf "bessere Alternativen" warten. 
    Den beschriebenen, dem flüssigen Geld immanenten "Liquiditätsvorteil" gegenüber der Ware nannte John Maynard Keynes die "Liquiditätsprämie (englisch liquidity preference) des Geldes". Dieser Vorteil lässt sich nach Keynes bei etwa 3 Prozent beziffern. Demnach stünde flüssiges Geld grundsätzlich nur dann am Finanzmarkt als Kredit zur Verfügung und könne damit zu Geldkapital werden, wenn als Liquiditätsverzichtsprämie der dafür zu erwartende Geldzins diesen Liquiditätsvorteil von etwa 3% übersteigt oder ihn zumindest ausgleicht. 
    Als Folge der "Liquiditätsprämie des Geldes" würde für Investitionen, deren Rendite unterhalb dieser "ehernen Grenze" von etwa 3% liegt, kein Geld zur Verfügung gestellt werden. Solche Investitionen würden somit nicht getätigt werden. Das gelte für Investitionen in Sachkapital ebenso wie für Anlagen am Kreditmarkt. Da die für Investitionen in Sachkapital zu erwartende Rendite (der "Sachzins" oder "Realkapitalzins") bei steigendem Sachkapitalstock, also wachsender Ausstattung mit Produktionsmitteln, stetig abnimmt, unterblieben dann oft langfristig wichtige Investitionen. Flüssiges Geld(vermögen) (Liquidität) steht dem Wirtschaftskreislauf dann verstärkt nur noch kurzfristig zur Verfügung. Es würde - infolge der Erwartung der Liquiditätsprämie - gehortet. Das Tauschmittel Geld - für den Physiokraten François Quesnay ein "Transportmittel" im wirtschaftlichen "Blutkreislauf" - wird zum (dem Wirtschaftskreislauf entzogenen) "liquiden" Schatzmittel, wird also in Wirklichkeit "illiquide". Zunehmend fehlen dem Wirtschaftskreislauf die notwendigen langfristigen Finanzmittel (Kreditverknappung). 
    Das infolge verbesserter Sachkapitalausstattung eintretende Absinken der Rendite von Sachkapital ("Sachzins") auf unter drei Prozent führt nach Keynes in die "Liquiditätsfalle": Geld bleibt zunehmend liquide, steht dem Wirtschaftskreislauf nur noch kurzfristig zur Verfügung. Die Folge davon ist eine strukturelle Nachfragelücke und langfristig Deflation, verbunden mit latenter Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit. Es werden damit Krisenerscheinungen virulent, die zunehmende staatliche Eingriffe in das Wirtschaftsleben hervorrufen. Oft geschieht dies in Form von wiederholten enormen "Finanzspritzen" und Zinssenkungen der Zentralbank, was wiederum latente Inflationsgefahr bei gleichzeitig steigender Deflationsgefahr bedingt - ein "Tanz auf des Messers Schneide". Hand in Hand wächst damit die staatliche Reglementierungsbereitschaft. 
    Der andauernde Fluss der Liquiditätsprämie kann nach Keynes zu gewaltigen "Vermögensumverteilungen" führen. 
    Wenn die Wirtschaftsteilnehmer einen steigenden Zinssatz erwarten, kaufen sie keine zusätzlichen zinsbringenden Wertpapiere, da deren Wert bei einer Zinssteigerung fallen würde und dem Risiko des Wertverlustes keine Aussicht auf Wertsteigerung infolge von wieder fallenden Kreditzinsen entgegensteht. Daher wird Geld weder für Wertpapiere noch für Güter ausgegeben. Es wird dem Wirtschaftskreislauf in spekulativer Absicht entzogen und in der Spekulationskasse gehalten, verschwindet also in der Liquiditätsfalle. Verbunden hiermit ist die Gefahr einer Deflation. 
    Der kritische Zinssatz ist der sogenannte Strike-Zins, der nicht unterschritten wird, weil die Wirtschaftssubjekte trotz der Erhöhung ihres Geldbestandes nicht mehr in Zinstitel investieren. Die Geldpolitik der Zentralbank als Mittel der Nachfragestimulation wird unwirksam, weil auch bei weiter fallenden Zinsen die Nachfrage nach Wertpapieren nicht steigt. In dieser Situation muss der Staat zur Ankurbelung der Wirtschaft aktiv werden, beispielsweise durch eine expansive Fiskalpolitik. Eine solche Situation kann eintreten, wenn der Zinssatz nahe oder genau null ist. Eine Ausgabenerhöhung des Staates aufgrund einer Liquiditätsfalle bedeutet, dass der Staat sich wirtschaftsseitig gezwungen sieht zu investieren, um einer Deflation vorzubeugen. 

(aus Wikipedia: "Liquiditätsfalle") 

Die gegenwärtige "Finanzkrise" ist eine Liquiditätsfalle in globalem Maßstab. Wie kommen wir da wieder heraus? Bei der weiteren Verwendung von Zinsgeld (fehlerhaftes Geld mit parasitärer, der wesentlichen Tauschfunktion wiedersprechenden Wertaufbewahrungsfunktion) gar nicht mehr, weil der Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – nur solange der "Vater aller Dinge" sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab! Letztere waren vor 3200 Jahren noch nicht vorstellbar, aber was eine Liquiditätsfalle ist, hatte Mose schon erkannt:  


Da sogar der berufsmäßigen Vollidiotie (der "hohen Politik") klar sein dürfte, dass der Atomkrieg das Ende aller Dinge bedeutet, bleibt nur noch der Rückfall in die Steinzeit...  


...oder wir löschen das nutzlose Programm, bevor es gar nichts mehr zu lachen gibt:  



Stefan Wehmeier, 19.03.2017  


Mittwoch, 15. März 2017

Humor ist, wenn man trotzdem lacht


"Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist deine Chance."
 
Winston Churchill
 
Die größte Dummheit der anderen besteht darin, dass sie das Geld nicht verstehen. Also sollte man diese größte Chance nutzen. Dazu ist es erforderlich, erst einmal selbst das Geld zu verstehen, was nicht besonders schwer ist:

Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld  
Dann stellt sich die Frage, warum die anderen diese "banalsten Selbstverständlichkeiten" nach einem Jahrhundert noch immer nicht verstanden haben. Das ist schon etwas schwieriger zu verstehen, aber auch auf diese Frage gibt es nur eine mögliche Antwort:

Himmel und Erde = Nachfrage (Geld) und Angebot (Waren)
Garten Eden / Paradies = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des Lebens = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes)
Gott (Jahwe) = künstlicher Archetyp: "Investor"
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch
Frau / Eva = Finanzkapital / der in Sachkapital investierende Kulturmensch
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer)
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine)
Nachkommen der Schlange = Geldersparnisse
Nachkommen der Frau = neue Sachkapitalien
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite)
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz)
Vertreibung aus dem Paradies = Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus
Cherubim = Denkblockaden
 
Unsere ganze "moderne Zivilisation" ist ein Cargo-Kult, in dem der "Normalbürger" die Basis allen menschlichen Zusammenlebens (Makroökonomie) und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung (Geld) nicht versteht, weil er glaubt, dass Zinsen auf "Apfelbäumchen" wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer. Das ist nun wirklich nicht mehr zum lachen, aber man sollte dennoch den Humor nicht verlieren:
 
Nicht Silvio Gesell war der erste Entdecker der Natürlichen Wirtschaftsordnung, sondern Jesus von Nazareth, dessen Zeitgenossen von seinem Intellekt so dermaßen beleidigt waren, dass sie das größte Genie aller Zeiten ermordeten. Silvio Gesell durfte immerhin eines natürlichen Todes sterben, weil mittlerweile der Cargo-Kult des Katholizismus (stellvertretend für alles, was sich heute "christlich" nennt) die halbwegs zivilisierte Menschheit so dermaßen verdummt hatte, dass seine Erkenntnis für die Allerdümmsten (die politische Seifenoper) keine Gefahr mehr darstellte. Dummheit ist bekanntlich ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit, sodass die "hohe Politik" (berufsmäßige Vollidiotie), mit seeliger Unterstützung der "Geistlichen" (mittlerweile hochgradig Geisteskranken), weiterhin ihr Unwesen treiben konnte:
 
1918 Finnischer Bürgerkrieg
1918–1920 Kärntner Abwehrkampf
1919–1921 Anglo-Irischer Krieg
1919–1926 Rifkrieg
1920–1921 Polnisch-Sowjetischer Krieg
1921–1923 Griechisch-Türkischer Krieg
1922–1923 Irischer Bürgerkrieg
1925 Erster Chacokrieg
1929 Chinesisch-Russischer Grenzkrieg
1931–1933 Krieg in der Mandschurei
1931–1932 Kolumbianisch-Peruanischer Krieg
1932–1935 Zweiter Chacokrie1934 Österreichischer Bürgerkrieg
1935–1936 Italienisch-Äthiopischer Krieg
1936–1939 Spanischer Bürgerkrieg
1937–1945 Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg
1938–1939 Sowjetisch-Japanischer Grenzkrieg
1939–1945 Zweiter Weltkrieg
1940–1941 Finnisch-Sowjetischer Winterkrieg
1941–1945 Pazifikkrieg
1941 Französisch-Thailändischer Krieg
1941 Peruanisch-Ecuadorianischer Krieg
1944–1952 Spanischer Bürgerkrieg (Nachspiel)
1945–1949 Chinesischer Bürgerkrieg
1945–1949 Indonesischer Unabhängigkeitskrieg
1946–1949 Griechischer Bürgerkrieg
1946–1954 Französischer Indochinakrieg
1947–1949 Erster Indisch-Pakistanischer Krieg (Erster Kaschmir-Krieg)
1948–1949 Arabisch-israelischer Krieg
1950–1953 Koreakrieg
1954–1962 Algerienkrieg
1955–1959 Zypriotischer Unabhängigkeitskrieg
1956 Sueskrieg/Sueskrise/Sinai- Feldzug
1956 Ungarnaufstand
1957–1958 Spanisch-Marokkanischer Konflikt
1957–1962 Niederländisch-Indonesischer Krieg um West-Neuguinea
1961–1991 Eritrea-Krieg
1961–1963 UN-Katanga-Krieg
1961 Schweinebucht-Invasion
1961–1974 Unabhängigkeitskriege in Portugiesisch-Afrika
1962 Indisch-Chinesischer Grenzkrieg
1963–1964 Algerisch-Marokkanischer Grenzkrieg
1965 Zweiter Indisch-Pakistanischer Krieg (Zweiter Kaschmir-Krieg)
1964–1975 Vietnam-Krieg
seit 1964 Bürgerkrieg in Kolumbien
1966–1989 Namibianischer Unabhängigkeitskrieg
1967 Sechs-Tage-Krieg
1967–1970 Biafra-Krieg in Nigeria
1968 Prager Frühling
1968–1979 Bürgerkrieg im Baskenland
1969 Fußballkrieg
1969 Chinesisch-Sowjetische Grenzkämpfe
1969–1997 Nordirischer Bürgerkrieg
1971 Bangladesch-Krieg
1971 Dritter Indisch-Pakistanischer Krieg
1971–1972 Uganda-Tansania Krieg
1973 Jom-Kippur-Krieg (Vierter israelisch-arabischer Krieg)
1974 Zypern-Krieg
1975–1988 Grenzkrieg zwischen Thailand und Kambodscha
1975–1990 Libanesischer Bürgerkrieg
1976–1978 Ogaden-Krieg
1977 Libysch-Ägyptischer Grenzkrieg
1977–1978 Shaba-Invasion
1977–1989 Vietnamesisch- Kambodschanischer Krieg
1978–2005 Sezessionskrieg in Aceh, Indonesien
1978–1989 Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion
1978–1979 Uganda-Tansania-Krieg
1979 Chinesisch-Vietnamesischer Krieg
1980–1988 Erster Golfkrieg (Iran-Irak)
1981 Peruanisch-Ecuadorianischer Grenzkrieg
1981–1990 Contra-Krieg
1982 Libanonkrieg
1982 Falkland-Krieg
seit 1983 Bürgerkrieg in Sri Lanka
1983–2005 Sezessionskrieg in Südsudan
1983 US-Invasion in Grenada
1985 Mali-Burkina-Faso-Grenzkrieg
1986–1992 Bürgerkrieg Suriname
1987 Grenzkrieg Libyen-Tschad
1987–1993 erste Intifada
1989 US-Invasion in Panama
1989 Rumänische Revolution
1990–1991 Zweiter Golfkrieg
1991–2001 Jugoslawienkriege
1991 10-Tage-Krieg in Slowenien
1991–1995 Kroatien-Krieg
1992–1995 Bosnien-Krieg
1999 Kosovo-Krieg
2001 Mazedonien-Konflikt
1992 Transnistrien-Konflikt
1992 Georgisch-Abchasischer Krieg
1993 Schlacht von Mogadischu, Bürgerkrieg in Somalia
1994 Völkermord in Ruanda
1994–1996 Erster Tschetschenienkrieg
1998–2000 Eritrea-Äthiopien Krieg
seit 1998 Zweiter Kongokrieg
1999–2003 Zweiter Tschetschenienkrieg
2000–2005 zweite Intifada, Gaza/Palästina/Israel
seit 2001 Krieg in Afghanistan
seit 2003 Irakkrieg (Operation Iraqi Freedom)
2003 Konflikt in Darfur, Sudan
2005 Konflikt zwischen Tschad und Sudan
2006 Libanonkrieg
seit 2006 Eingreifen Äthiopiens in den Bürgerkrieg in Somalia,
               formal Kriegserklärung an die Union Islamischer Gerichte
 
Spätestens ab 2008 hätte der Blödsinn beendet sein können, denn die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe=Investor) ist seitdem vollständig erklärt und damit wegerklärt:
 
Aber wer will schon in allgemeinem Wohlstand, einer sauberen Umwelt und selbstverständlichem Weltfrieden leben, wenn Massenarmut, Umweltzerstörung und Krieg als "Gott-gegeben normal" gelten und kaum jemand auf deren Unterhaltungswert im "Alltag" des zivilisatorischen Mittelalters (Zinsgeld-Ökonomie) verzichten will? Mit aller zur Verfügung stehenden Unvernunft wäre der Jüngste Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform) noch bis zum sprichwörtlichen "jüngsten Tag" hinauszuzögern, hätte nicht eine bemerkenswerte Erfindung der "hohen Politik" einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Eines muss man der politischen Seifenoper lassen, sie ist an unfreiwilliger Komik nicht zu übertreffen, und so wurde die bemerkenswerte Erfindung von ihr selbst installiert: die atomare Abschreckung!
 
Der Zweite Weltkrieg war der letzte Krieg, der seinen Zweck als "Vater aller Dinge" noch erfüllte. Alle nachfolgenden Kriege konnten nicht mehr genügend Sachkapital zerstören, um den globalen Zinsfuß wieder auf eine für den Kapitalismus lukrative Höhe anzuheben. Das könnte nur der Dritte Weltkrieg, den die berufsmäßige Vollidiotie längst gewollt hätte, wäre da nicht die atomare Abschreckung, die auch den Allerdümmsten klar macht, dass der Atomkrieg das Ende aller Dinge bedeutet. Dass dafür der Atomkrieg nicht erforderlich ist, begreift die "hohe Politik" dagegen nicht.
 
Für das Ende der Zinsgeld-Ökonomie sorgt die anhaltende "Finanzkrise" (beginnende globale Liquiditätsfalle). Als diese im Herbst 2008 "aus heiterem Himmel" evident wurde, konnte das Elend nur durch massive Erhöhung der Staatsverschuldungen und groteske Geldmengenausweitungen bis heute hinausgezögert werden. Die Staatsverschuldungen sind aber in "dieser Welt" nicht mehr abzubauen und die Deflation (globale Rezession) bleibt unausweichlich, weil die effektive Umlauffrequenz des Geldes am Ende schneller sinkt (bzw. mehr Zinsgeld in Spekulationskassen verschwindet), als neues Zentralbankgeld hinterhergeschmissen werden kann. Die übermäßige Erhöhung der Zentralbank-Geldmenge (Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) bewirkt lediglich, dass die bevorstehende Deflationsphase verkürzt wird und umso schneller in die Hyperinflation (Sintflut) umkippt, bei der alle auf Geld lautenden Forderungen vernichtet werden. Wenn es soweit kommt, ist nichts mehr zu retten, aber wir wollen ja den Humor nicht verlieren:
 
Letztlich läuft alles darauf hinaus, dass die reale Angst vor dem Untergang unserer "modernen Zivilisation" insgesamt größer werden muss, als die seit jeher eingebildete Angst vor dem "Verlust" der Religion. Dafür besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit,...
 
...sodass mit genügend Selbstvertrauen...
 
...sich das zivilisatorische Mittelalter in Wohlgefallen auflöst...
 
...und es endlich wieder eine Zukunft gibt:
 

Stefan Wehmeier, 15.03.2017


Dienstag, 7. März 2017

Wie funktioniert Religion?

We made the mountains shake with laughter
As we played hiding in our corner of the world
Then we did the demon dance and rushed to nevermore
Threw away the key and locked the door
 

Oh they say that it's over
And it just had to be
Yes they say that it's over
We're lost children of the sea

 

(Black Sabbath, 1980)
 

Wer sich für "gläubig" hält, will nicht aufgeklärt werden, wer sich "ungläubig" glaubt, hält sich schon für aufgeklärt, und so genannte Agnostiker (Nichtwissende) glauben, man könne die Religion gar nicht erklären. Allein der Gnostiker weiß, dass alle drei Positionen nicht nur unsinnig, sondern mittlerweile akut lebensbedrohlich sind.
 
Lebensbedrohlich war die Religion schon immer, aber noch nie für die Menschheit als Ganzes. In der Geschichte der halbwegs zivilisierten Menschheit hat es immer Bürger- und Völkerkriege gegeben und bei genauerer Betrachtung sind sie alle als Religionskriege zu bezeichnen. Die Kriege waren allerdings erforderlich, um an den Punkt zu gelangen, an dem wir heute stehen: Entweder Zivilisation – oder der Rückfall in die Steinzeit.
 
Der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation setzt die Überwindung der Religion voraus; gelingt dies nicht, müssen die letzten zehntausend Jahre Kulturentwicklung noch einmal durchlaufen werden. Die Übergangszeit vom bevorstehenden Zusammenbruch des zivilisatorischen Mittelalters bis alle noch irgendwie zu verwertenden Überreste dessen verschwunden sind, ist niemandem zu wünschen, und wer sich ein ungefähres Bild davon machen will, kann sich noch einmal die "Mad-Max"-Filmtrilogie ansehen oder darf das Cover des Nachfolgealbums "Mob Rules" (Black Sabbath, 1981) bewundern.
 
Der Zeitpunkt, an dem "der Schlüssel weggeworfen und die Tür verschlossen" wurde, kann ungefähr auf 580 v. Chr. datiert werden. Zu dieser Zeit verfasste die israelitische Priesterschaft die so genannte priesterliche Schicht des alten Testamentes. Die letzten Priester, die das Geheimnis der Erbsünde noch kannten, setzten den heute "ersten" Schöpfungsmythos (7-Tage-Schöpfung) der Genesis vor den ursprünglichen "zweiten" (Paradiesgeschichte) und machten damit endgültig den Krieg zum Vater aller Dinge.
 
Seitdem gibt es zwei Götter im alten Testament, den etwa 3200 Jahre alten Gott Jahwe ("Gott der HERR" in der Lutherbibel) und den etwa 2500 Jahre alten Gott Elohim ("Gott" in der Lutherbibel). Dabei handelt es sich um künstliche Archetypen (nach C. G. Jung), die durch die Schöpfungsmythen und deren Verbreitung im kollektiven Unbewussten der ganzen halbwegs zivilisierten Menschheit einprogrammiert sind. Es ist also nicht so, dass Götter nicht existieren, auch wenn sie "nur" Einbildung sind, sondern die Einbildung ist das Entscheidende!
 
Die Programmierung des kollektiven Unbewussten war in früheren Zeiten erforderlich, um die Arbeitsteilung in Gang zu setzen, die den Menschen über den Tierzustand erhob und bis zu einem gewissen Grad zivilisierte. Solange noch niemand wusste, wie eine perfekte Arbeitsteilung ohne systemische Ungerechtigkeit zu gestalten ist, musste das arbeitende Volk "wahnsinnig genug" für eine unperfekte Arbeitsteilung gemacht und die systemische Ungerechtigkeit aus dem allgemeinen Begriffsvermögen ausgeblendet werden. Dafür bedurfte es der Religion (Rückbindung auf künstliche Archetypen), die bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert noch eine exakte Wissenschaft zur Programmierung von Untertanen war. Jene Priester, die noch wussten, was sie taten, starben aus; die Programmierung des kollektiv Unbewussten blieb bestehen. Und so sind wir heute alle "poor lost children of the sea".
 
Der ursprüngliche Gott Jahwe rät den Menschen, ihr Paradies zu "bebauen und bewahren", während der nachfolgende Gott Elohim den Befehl erteilt, sich "die Erde untertan" zu machen. Wer im Paradies leben will, darf nicht die Erbsünde begehen, die darin besteht, sich an der "Frucht vom Baum der Erkenntnis" zu bedienen. Das hatte nicht funktioniert, also musste man sich mit der Erbsünde arrangieren. Wohin das geführt hat, sehen wir heute: Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg, um nur die auffälligsten Erscheinungen zu nennen.
 
Die Menschheit wäre hoffnungslos verloren, hätte es nicht einen Propheten gegeben, der die Religion durchschaute. Nachdem auch die israelitischen Hohepriester der religiösen Verblendung erlegen waren, die ihre Vorgänger geschaffen hatten, mutierte die Religion vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode. Erst ein halbes Jahrtausend später erkannte Jesus von Nazareth die Bedeutung der Erbsünde wieder und fand als erster Denker in der bekannten Geschichte die einzige Lösung, wie diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" zu überwinden ist. Allerdings gab es unter den "Pharisäern und Schriftgelehrten" (heute in etwa zu übersetzen mit "Politiker/Schweinepriester und Rechtsverdreher") niemanden mehr, der Jesus hätte verstehen können. Nur beim einfachen Volk hinterließ der Prophet einen tiefen Eindruck und einige erlangten sogar die Auferstehung (Erkenntnis der Erbsünde), aber noch nicht die Erleuchtung (wie die Erbsünde zu überwinden ist). An die generelle Befreiung von der Erbsünde war nicht zu denken, auch wenn dies in rein technischer Hinsicht bereits damals möglich gewesen wäre. Also entwickelte Jesus einen Plan, um die allgemeine Auferstehung in Zukunft möglich zu machen,...
 
(Logion 108) Wer von meinem Mund trinken wird, wird werden wie ich; ich selbst werde er werden, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren.
 
...wenn die Zeit dafür gekommen sein würde:
 

Stefan Wehmeier, 07.03.2017




Sonntag, 12. Februar 2017

Der Anfang vom Ende

Das Ende des sogenannten globalisierten Kapitalismus kommt nun in immer kürzeren Schritten unaufhaltsam auf uns zu:

"Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis der Waren, und das Angebot richtet sich nach dem Vorrat. Mehrt sich der Vorrat, so wächst auch das Angebot; nimmt der Vorrat ab, so geht auch das Angebot zurück. Vorrat und Angebot fallen somit in eins zusammen, und statt: "Angebot und Nachfrage" könnte es ebenso richtig heißen: "Vorrat und Nachfrage" bestimmen den Preis. Die Voraussetzungen der Quantitätstheorie werden durch diese Fassung sogar besser hervorgehoben.
     Die Quantitätstheorie, die für alle Waren ohne wesentliche Einschränkung als richtig anerkannt wird, hat man auch auf das Geld übertragen und gesagt, dass der Preis des Geldes vom Geldvorrat bestimmt wird; doch hat die Erfahrung gezeigt, dass das Geldangebot vom Geldvorrat nicht so beherrscht wird, wie für solche Quantitätstheorie vorausgesetzt wird. Während der Geldvorrat oft unverändert bleibt, ist das Geldangebot den größten Schwankungen unterworfen.
… Für das Geldangebot sind die Marktverhältnisse jedenfalls von größter Bedeutung, und wenn wir eben von den Waren sagten, dass Vorrat und Nachfrage den Preis bestimmen, so könnte man vom Geld ebenso richtig sagen, dass "Stimmung und Nachfrage" seinen Preis bestimmen."

 
Silvio Gesell 
("Warum die sogenannte rohe Quantitätstheorie dem Geld gegenüber versagt", 1916)
 
Was machen studierte "Wirtschaftsexperten" und gewählte "Spitzenpolitiker", wenn das Geld nicht angeboten wird? Sie vergrößern die Geldmenge und versuchen "gute Stimmung" zu verbreiten. Zu mehr reicht es nicht, und so sieht dann der Anfang vom Ende aus:


Wie die Target2-Salden zustande kommen, ist studierten "Wirtschaftsexperten" und gewählten "Spitzenpolitikern" kaum beizubringen. Denn dazu müssten sie das Geld als Tauschmittel und nicht als Kapital betrachten. Weil aber der Kapitalismus deren Existenzgrundlage bildet, bleibt ihnen der elementare Fehler im "Geld, wie es (noch) ist" (Zinsgeld) bis zum Schluss verborgen und das fehlerfreie "Geld, wie es sein soll" (Freigeld) wird vorher gar nicht erst angedacht.


Wie aus beiden Graphiken ersichtlich, dürfte der Zusammenbruch des Zinsgeld-Kreislaufs mit zunehmender Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr erfolgen, da alle "politischen Maßnahmen" (Erhöhung der Staatsverschuldungen und Geldmengenausweitungen), die das Elend verlängern, ausgereizt sind. Seit der Euro-Einführung bis heute hat sich das EWU-BIP um den Faktor 1,4 vergrößert und die Gesamtinflation in diesem Zeitraum war 23%, während die Zentralbank-Geldmenge (Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) im gesamten Euro-Raum von 400 Mrd. € auf 2,2 Bio. € ausgeweitet wurde (Faktor 5,5). Die Umlauffrequenz des Euros hat sich somit im Durchschnitt um 5,5 / 1,4 / 1,23 = ca. 3,2 verringert. Ursache für den immer langsameren Geldumlauf ist der durch die Sachkapitalvermehrung in den letzten zwei Jahrzehnten allgemein gesunkene Kapitalmarktzins, der in Verbindung mit einer schleichenden Inflation (angestrebt werden bis 2% / Jahr) als destruktive Geldumlauf"sicherung" in der (noch) bestehenden Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) unverzichtbar ist. Wir nähern uns also unaufhaltsam dem evident werden der globalen Liquiditätsfalle (Geldstillstand), da eine weitere umfassende Sachkapitalzerstörung (Dritter Weltkrieg) zur Anhebung des Zinsfußes aufgrund der atomaren Abschreckung (vorerst) nicht zur Debatte steht.
 
Wirklich alternativlos, um einen Rückfall in die Steinzeit ("Mad-Max-Szenario") noch rechtzeitig zu verhindern, ist eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform, als Grundvoraussetzung für die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft):
 
Der einzige Hinderungsgrund für diesen eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation ist nicht technischer, sondern rein psychologischer Natur. Denn nach 3200 Jahren irrationalem Geschwätz zuerst von jüdischen und dann auch von katholischen und islamischen Priestern ist dem "modernen Normalbürger" die freie Marktwirtschaft (Paradies) ohne Privatkapitalismus (Erbsünde) in so weite Ferne gerückt, dass es "vollkommen unmöglich" erscheint, "den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit" (das "Christentum" nach Nietzsche) nicht zum sprichwörtlichen, sondern zum wahren "Himmel auf Erden" (Nachfrage äquivalent Angebot) umzugestalten:
 
Arthur C. Clarke: "Ich finde die Zivilisation ist eine gute Idee. Nur sollte endlich mal jemand anfangen, sie auszuprobieren."
 
Nur "jemand" ist zuwenig; es muss schon ein ganzes Volk sein – und damit kommen wir zurück auf die Target2-Salden. Im gesamten Euroraum wird der Euro von der EZB über die jeweiligen Zentralbanken der einzelnen EWU-Mitgliedstaaten in den Umlauf gegeben, wobei sich das Geld in einem Kreislauf befindet, während die übrigen Waren, gegen die es getauscht wird, immer wieder neu produziert und verbraucht werden. Mathematisch lässt sich das so formulieren:
 
Bruttoinlandsprodukt (EWU) = Euromenge (M0) x effektive Umlauffrequenz
 
Wie aus der Gleichung ersichtlich, kann das gleiche BIP von zurzeit etwa 10,7 Bio. € entweder mit einer relativ großen Geldmenge (2,2 Bio. €), die langsam umläuft (4,86 / Jahr), oder mit einer kleineren Geldmenge, die entsprechend schneller umläuft, erreicht werden. Die Target2-Salden ergeben sich daraus, dass die effektive Umlauffrequenz des Zentralbankgeldes in Deutschland höher ist (bzw. weniger stark abnimmt) als in Italien, Spanien, Portugal oder Griechenland. Der deutschen Volkswirtschaft genügt eine kleinere Geldmenge für den gleichen Warenumsatz, sodass die Deutsche Bundesbank gegenwärtig immer mehr Zentralbankgeld an die EZB und diese an die Zentralbanken derjenigen EWU-Mitgliedstaaten verleiht, in denen das Geld langsamer umläuft, um bei uns einer Inflation und dort einer Deflation vorzubeugen. Ohne das Target2-System müsste in Deutschland überschüssiges Geld verbrannt und in Italien, Spanien, Portugal und Griechenland fehlendes Geld neu geschöpft werden. Da in einer Zinsgeld-Ökonomie weder das Vernichten noch das übermäßige Neuschöpfen von Zentralbankgeld unproblematisch ist, belässt man es vorerst beim Verleih – und hat damit eine Zeitbombe installiert, weil die EZB keinerlei Einfluss auf die effektive Umlauffrequenz des Euros in den jeweiligen EWU-Mitgliedstaaten hat.
 
Damit ist sicherer als das Amen in der Kirche: Mit der kurz bevorstehenden "offiziellen" Pleite Griechenlands wird das Vertrauen in die "Gemeinschaftswährung" so weit verloren gehen, dass auch Deutschland pleite ist, wenn dadurch die Forderung der Deutschen Bundesbank gegenüber der EZB von rund 800 Milliarden € ausfällt – es sei denn, es erfolgt gerade noch rechtzeitig die gesetzlich verbindliche Ankündigung einer neuen, konstruktiv umlaufgesicherten DM! 

Konstruktiv umlaufgesichertes Geld (Freigeld) gehorcht der Quantitätsgleichung, d. h. der gesamte Geldvorrat wird immer angeboten, unabhängig von der Höhe des Kapitalmarktzinses. Dieser wird durch weitere Sachkapitalbildung langfristig um Null pendeln, während der Geldfluss beschleunigt und verstetigt werden kann. Eine schleichende Inflation ist nicht länger erforderlich, sodass die Ökonomie auf unbegrenzte Zeit stabil bleibt und allgemeiner Wohlstand selbstverständlich wird:
 
(Vorwort zur 4. Auflage der NWO, 1920) "Die Natürliche Wirtschaftsordnung ist keine neue Ordnung, sie ist nicht künstlich zusammengestellt. Der Entwicklung der Ordnung, die die Arbeitsteilung zum Ausgangspunkt nimmt, sind nur die aus den organischen Fehlern unseres Geldwesens und Bodenrechtes entstehenden Hemmungen aus dem Weg geräumt worden. Mehr ist nicht geschehen. Sie hat mit Utopien, mit unerfüllbaren Schwärmereien nichts gemein."
 
In diesem Sinne darf man dem Ende des zivilisatorischen Mittelalters einigermaßen gelassen entgegen sehen. Bedauerlich ist nur, dass es erst zur größten anzunehmenden Katastrophe der Weltkulturgeschichte kommen muss, damit auch die Allerdümmsten (Politiker und Priester) die Lage begreifen und endlich verwirklicht werden kann, was nicht erst seit einem Jahrhundert, sondern schon seit zwei Jahrtausenden Realität sein könnte:
 
http://opium-des-volkes.blogspot.de/2016/09/das-ende-der-sklaverei.html


Stefan Wehmeier, 12.02.2017