Donnerstag, 14. Juli 2016

Positives und negatives Wissen



„Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen; denn das Schreiben verlangt Denkarbeit.“

Bertolt Brecht

Die Ware wird mit Geld gekauft und, mit Urzins belastet, an den Verbraucher gegen Geld wieder verkauft. Und mit dem Verkauf der Ware ist das Geld wieder frei für einen neuen Beutezug. Das ist der wirkliche Inhalt der Marxschen Formel G.W.G'.
    Der Urzins, den das Geld auf solche Weise von den Waren erhebt, ist also keine einmalige Beute. Der Urzins ist eine dauernd sprudelnde Quelle, und die Erfahrung von Jahrtausenden zeigt, dass man mit einer durchschnittlichen Beute von 4 oder 5% des jährlichen Umsatzes rechnen kann.
    Der Zins, den der Kaufmann in unmittelbarem Verkehr mit der Ware von dieser erhebt, - das ist der wahre und volle Urzins. Das, was der Kaufmann seinem Gläubiger von diesem Zins abliefert, das ist der Urzins abzüglich Erhebungskosten. Wie auch das Wegegeld, das der Schlagbaumpächter an den Staat abliefert, nicht das volle Wegegeld ist.
    Wenn man nun mit dem Geld Ziegelsteine, Kalk, Träger usw. kauft, nicht, um diese als Ware wieder zu verkaufen, sondern um ein Miethaus zu bauen, so verzichtet man freiwillig auf die Wiederkehr des Geldes, auf die sprudelnde Zinsquelle. Man hat dann wohl ein Haus, aber kein Geld, keine Zinsquelle. Aber auf ein solches Kleinod verzichtet man selbstverständlich nur unter der Bedingung, dass das Miethaus nun seinerseits den Zins einbringen wird, den das zu seinem Bau nötige Geld erfahrungsgemäß jederzeit im Warenhandel einbringt. Kann das Geld von den Waren aufs Jahr verteilt 5% erheben, so muss auch das Haus von den Mietern, das Schiff von den Frachtgütern, die Fabrik von den Löhnen die gleiche Abgabe erheben können, sonst bleibt das Geld einfach auf dem Markt bei den Waren, und das Haus wird nicht gebaut.
    Das Geld stellt also für das Zustandekommen eines Hauses, einer Fabrik usw. die selbstverständliche Bedingung, dass das Haus von den Mietern, die Fabrik von den Arbeitern, das Schiff von den Frachten denselben Zins zu erheben vermag, den es selber von den Waren jederzeit einziehen kann. Kein Zins = kein Geld für Häuser, Fabriken, Schiffe. Und ohne Geld, wie soll da jemand die tausend verschiedenen Gegenstände zusammentragen und zusammenfügen, die für ein Schiff, eine Fabrik, ein Haus nötig sind? Es ist ganz undenkbar, dass ohne Geld ein Haus usw. zustande komme. Und so besteht auch das Grundkapital jedes kapitalistischen Unternehmens aus einer Summe Geld. Für alle die Millionen Miethäuser, Fabriken, Schiffe usw. gilt das Wort: Im Anfang war das Geld.
    Wenn aber das Geld sich nicht hergibt für den Bau von Häusern, falls diese nicht den gleichen Zins, den das Geld von den Waren erhebt, erzielen können, so ruht die Bautätigkeit, und der alsbald einsetzende Mangel an Häusern treibt dann den Mietzins herauf, genau wie der Mangel an Fabriken den Lohn drückt.
    Also muss es gesetzmäßig dahin kommen, dass die Häuser, Schiffe, Fabriken, kurz, das gesamte so genannte Realkapital den gleichen Zins einträgt, den das Geld dem Warenaustausch als Urzins aufbürden kann.
    Die Häuser, Fabriken, Maschinen usw. sind Kapital. Sie erheben den Zins nicht wie die Ware als Kassenbote, um ihn an den Geldbesitzer abzuliefern, sondern für den Besitzer des Hauses. Aber diese Macht stützt sich nicht auf Eigenschaften dieser Dinge, sondern darauf, dass das Geld, genau wie bei den Waren, die Marktlage für die Erhebung des Zinses vorbereitet. Das Verhältnis der Wohnungen zu den Mietern, der Schiffe zu den Frachtgütern, der Arbeiter zu den Fabriken, wird vom Geld immer künstlich, gesetz- und zwangsweise so gestaltet, dass die Mieter und Arbeiter (die Nachfrage) einem ungenügenden Angebot (Wohnungen, Fabriken) gegenüberstehen.
    Das herkömmliche, vom Staat verfertigte Geld (Tauschmittel) schützt alle vorhandenen Häuser vor einem den Zinsertrag schmälernden Mitbewerb neuer Häuser. Das Geld wacht mit Eifersucht darüber, dass seine Geschöpfe nicht entarten. Geld wird immer nur zum Bauen von soviel Häusern hergegeben, dass deren Zinsertrag nie unter den Urzins fallen kann. Dies wird durch eine jahrtausendelange Erfahrung bestätigt.
    Das so genannte Realkapital (Sachgut) ist also eigentlich nichts weniger als real. Das Geld allein ist das wirkliche Realkapital, das Urkapital. Alle anderen Kapitalgegenstände (Sachgüter) sind durchaus von der Beschaffenheit des Geldes abhängig, sind dessen Geschöpfe, sind vom Geld in den Adel-, in den Kapitalstand erhoben worden. Nimmt man dem Geld das Vorrecht, dem Volk den Bau neuer Häuser zu verbieten, reißt man das Wehr ein, das vom Geld zwischen den Arbeitern und den so genannten Realkapitalien errichtet wird, so wächst das Angebot dieser Dinge, und sie verlieren ihre Eigenschaft als Kapital.
    Es klingt ja fast ungeheuerlich, und man muss seiner Sache sicher sein, wenn man die Behauptung aufstellt, dass die Häuser, Fabriken, Schiffe, Eisenbahnen, Theater, Elektrizitätswerke, kurz, das gewaltige, düstere Meer, das man z. B vom Berliner Kreuzberg aus überschaut, nur darum Kapital ist und Kapital sein muss, weil das Geld Kapital ist. Dieses ungeheure Meer, das sicherlich das Geldkapital (gemeint ist die Zentralbank-Geldmenge, nicht die angelegten Geldvermögen bzw. die Forderungen auf Geld) 100-mal überragt, brächte nur darum Zins ein, weil das Geld es so will? Das klingt doch gewiss unwahrscheinlich.
    Aber das Unwahrscheinliche erscheint uns sofort ganz annehmbar, wenn wir bedenken, dass unser herkömmliches Geld uralt ist, dass es seit 3000 Jahren ganz selbsttätig und gesetzmäßig den Bau von Häusern usw. immer künstlich so weit beschränkte, dass die Nachfrage stets größer als das Angebot war und so die Häuser Kapital blieben.
    Um das Unwahrscheinliche zu begreifen, müssen wir an die wirtschaftliche Eiszeit, als die wir das Mittelalter bezeichneten, an die tausend Wirtschaftskrisen denken, die das Geld seitdem erzwungen hat. Die Milliarden und Abermilliarden an Realkapital, die im Laufe der Zeit durch erzwungene Arbeitslosigkeit nicht erstanden sind, erklären das Unwahrscheinliche.
    Der Mangel an Häusern, Schiffen, Fabriken usw., der im Zinsertrag dieser Gegenstände in die Erscheinung tritt, ist das Ergebnis einer seit Jahrtausenden ununterbrochen wirkenden Ursache.
    Wenn die Volksmassen während der Krisenjahre 1873 bis 1878, statt zu feiern und zu hungern, Häuser und Maschinen hätten bauen dürfen, ob da nicht unter dem Druck des Angebots der Hauszins gefallen wäre? Und das waren nur fünf Jahre! Dabei darf man nicht vergessen, dass die anderen Ursachen der Wirtschaftskrisen, die wir im ersten Teil des Buches besprachen, unabhängig vom Zins in der gleichen Richtung (Beschränkung und Verhinderung des Tausches) wirken.
    Es ist also klar: das so genannte Realkapital muss Zins abwerfen, weil es nur durch Ausgeben von Geld zustande kommen kann, und weil dieses Geld Kapital ist. Das Realkapital besitzt nicht, wie das Geld, eigene zinserpressende Machtmittel. Es handelt sich bei diesen so genannten Realkapitalien, genau wie bei den Waren, um vom Geld eigens zu diesem Zweck geschaffene und erzwungene Marktverhältnisse, um eine selbsttätig wirkende, künstliche Beschränkung in der Erzeugung so genannter Realkapitalien, so dass deren Angebot niemals die Nachfrage decken kann.
    Gesetzmäßig erzeugt das herkömmliche, vom Staat abgestempelte und verwaltete Geld durch erzwungene Arbeitslosigkeit die besitz- und obdachlose Menge, das Proletariat, dessen Dasein die Voraussetzung für die Kapitaleigenschaft der Häuser, Fabriken, Schiffe ist.
    Das Geld ist für das Zustandekommen dieser Sachgüter (Realkapitalien) unentbehrlich, und ohne Zins gibt es kein Geld. Ohne Proletariat gibt es aber kein Realkapital. Folglich muss auch die Unentbehrlichkeit des Geldes das für den Zins der Realkapitalien und den Umlauf des Geldes unentbehrliche Proletariat erzeugen.
    Das Geld schafft das Proletariat, nicht weil die Zinslasten das Volk um Hab und Gut bringen, sondern weil es das Volk gewaltsam daran hindert, sich Hab und Gut zu schaffen.
    Man braucht also für die Herkunftserklärung des Proletariats nicht zu dem verzweifelten Ausweg der so genannten geschichtlichen Erklärung zu greifen, denn das Proletariat ist eine gesetzmäßig sich einstellende Begleiterscheinung des herkömmlichen Geldes. Ohne Proletariat kein Zins der Realkapitalien, ohne Zins kein Geldumlauf, ohne Geldumlauf kein Warenumsatz, und als Folge davon Verarmung.
    In anderen Zeiten hat das Schwert zweifellos an der Schaffung des Proletariats kräftig mitgewirkt. Auch Thron (Gesetze) und Altar sind fleißig daran beteiligt gewesen. Auch heute noch sucht man die Grundrente unter den Schutz der Gesetze zu stellen und durch Kornzölle dem Volk die Waffen zu entreißen, die es sich für den Kampf gegen die Grundrente in Form von Schiffen, Eisenbahnen und landwirtschaftlichen Maschinen geschmiedet hat. (Siehe Teil I.) Dem Recht auf Arbeit und Brot stellt man das Recht auf Grundrente entgegen. Aber auch ohne diese Hilfe wäre das Kapital nicht um einen einzigen Proletarier ärmer. Wäre die Hilfe von Schwert und Gesetz ausgeblieben, so hätten wir an deren Stelle ein paar Wirtschaftskrisen, einige tausend überschüssige Arbeiter mehr gehabt. Das Geldkapital braucht nicht Schwert und Gesetz, um das nötige Proletariat für die Realkapitalien zu schaffen; es trägt die dazu nötigen Kräfte in sich selbst. Mit der Wucht einer Naturkraft schafft es sie. Zinsgeld und Proletarier sind unzertrennlich.
    Das so genannte Realkapital besteht sicher aus sehr realen und unentbehrlichen Gegenständen, aber als Kapital sind diese Gegenstände nichts weniger als real. Der Zins, den sie heute abwerfen, ist ein Geschöpf des Urkapitals, des Geldes.

Silvio Gesell (Die Übertragung des Urzinses auf das Realkapital, 1916)

Wer im (noch) bestehenden zivilisatorischen Mittelalter (Zinsgeld-Ökonomie) eine Karriere als berufsmäßiger Vollidiot (Theologe, Politiker, Soziologe, Volkswirtschaftler) anstrebt, darf diese einfachen makroökonomischen Zusammenhänge nicht nur nicht verstehen, sondern muss auch noch über ein ausreichendes Arsenal an „Gegenargumenten“ (glaubhafte Vorurteile) verfügen, um von allen Durchschnittsidioten als „Experte“ auf seinem jeweiligen Fachgebiet anerkannt zu werden. Ein Studium der Theologie-, Politik-, Soziologie-, VWL-„Wissenschaft“ an einer staatlichen Universität (Verdummungsanstalt) besteht im Grunde nur darin, sich diese „Gegenargumente“ zur makroökonomischen Realität anzueignen.

Ohne sich inhaltlich damit befassen zu müssen (reine Zeitverschwendung), lässt sich der ganze Unsinn als „negatives Wissen“ zusammenfassen. Darunter fallen alle Vorurteile und Denkfehler, die nötig sind, um „diese Welt“ (das zivilisatorische Mittelalter) als die „beste aller möglichen Welten“ anzusehen und nicht ansatzweise darüber hinaus zu denken. Wenn ein von negativem Wissen Beeinflusster sich „kritisch“ gibt, denkt er in der Regel nicht nach vorn (Marktwirtschaft ohne Privatkapitalismus), sondern in die Gegenrichtung, d. h. in Richtung Marxismus (Staatskapitalismus ohne Marktwirtschaft). Dahinter verbirgt sich der noch immer weit verbreitete Aberglaube, es müsse durch Befehl von oben etwas zu „regeln“ sein, was tatsächlich nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte (Nachfrage und Angebot) nicht selbst regelt.

Der Ursprung allen heutigen negativen Wissens ist die Religion, die Programmierung des kollektiv Unbewussten mit dem künstlichen Archetyp Jahwe = Investor, die vor Urzeiten erforderlich war, um vom Ursozialismus (zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld, z. B. vorantikes Ägypten) zur Marktwirtschaft (Paradies) mit Geldkreislauf („Baum des Lebens“) zu gelangen. Die Programmierung besteht im Wesentlichen darin, die „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ für alles andere zu halten als das, was sie ist, nämlich der Urzins nach Silvio Gesell, bzw. die Liquiditäts(verzichts)prämie nach John Maynard Keynes:


Als ein selbständig denkender Mensch sollte man denken, dass ein (noch) nicht selbständig denkender Mensch (Untertan) unverzüglich mit dem Denken anfängt, wenn er nur den letzten Textabschnitt gelesen hat. Das ist jedoch falsch gedacht, denn die Hauptsorge des Untertanen ist es, Untertan zu bleiben. Es wird sofort das ganze gespeicherte Arsenal an negativem Wissen herangezogen, um irgendein glaubhaftes Vorurteil zu finden, warum die „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ alles andere, aber keinesfalls der Urzins sein kann. Dem Untertan ist es nicht möglich, diese im Nachhinein betrachtet banalste Selbstverständlichkeit zunächst als ein Axiom (noch unbewiesene Annahme) aufzufassen, um dann methodisch zu überprüfen, ob sich daraus sinnvolle Schlussfolgerungen ergeben. Stattdessen erscheint es dem Untertanen „sinnvoll“, dass die Heilige Schrift alles andere umschreibt, aber niemals die Basis allen menschlichen Zusammenlebens (Makroökonomie) und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung (Geld).  

Es ist verständlich, dass das menschliche Zusammenleben nicht funktioniert, solange das Geld nicht funktioniert. Doch anstatt das a priori fehlerhafte „Geld, wie es (noch) ist“ (Zinsgeld) durch das fehlerfreie „Geld, wie es sein soll“ (Freigeld) zu ersetzen und das private Bodeneigentumsrecht durch ein allgemeines Bodennutzungsrecht (Freiland), um damit nichts Geringeres als den wahren „Himmel auf Erden“ (Nachfrage äquivalent Angebot) zu verwirklichen (was schon seit der Erstveröffentlichung von „Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform“ (Silvio Gesell, 1906) möglich gewesen wäre), glaubt der Untertan bis heute an eine eingebildete „Sündhaftigkeit des Menschen“, um sich vordergründig Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg erklären zu können und vor allem, um weiterhin Untertan bleiben zu dürfen.

(Nag Hammadi Codex II,3,21) Diejenigen, die sagen: "Der Herr ist zuerst gestorben und dann auferstanden", sind im Irrtum. Denn er ist zuerst auferstanden und dann gestorben. Wenn jemand nicht zuerst die Auferstehung erwirbt, wird er sterben.

Obwohl Silvio Gesell nicht wusste, dass die in der Genesis mit genialen Bildern und Metaphern exakt umschriebene Erbsünde der Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten) ist, kam er ganz unabhängig von der originalen Heiligen Schrift (die Bibel bis Genesis 11,9 sowie ein wesentlicher Teil der Nag Hammadi Schriften) zu dem gleichen Ergebnis wie Jesus von Nazareth,…


…auch ohne den Erkenntnisprozess der „Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion“ durchlaufen zu haben. Sicher, Silvio Gesell war ein Genie und das ist nicht von jedem zu erwarten. Doch andererseits: Wie verdummt müssen Untertanen sein, um sich von einer mittlerweile hochgradig geisteskranken Priesterschaft die Auferstehung bis heute als ein „Herausklettern des toten Jesus aus seinem Grab“ verkaufen zu lassen?

„Glaube ist Wissen“, sagt der Pfaffe, und meint damit negatives Wissen – wobei der Pfaffe auch das nicht weiß. Die letzten Priester, die noch etwas wussten, waren jene, die im 6. vorchristlichen Jahrhundert den heute „ersten“ Schöpfungsmythos vor den ursprünglichen „zweiten“ setzten und damit den Krieg zum Vater aller Dinge machten:


Wann endet der Krieg? Sobald das Volk begriffen hat, dass Dummheit ein gefährlicherer Feind des Guten ist als Bosheit: Behandlung eines Privatpatienten

Stefan Wehmeier, 15.07.2016


Montag, 14. September 2015

Die Idiotie vom unverzichtbaren Zins



"Zur Humanität eines Meisters gehört, seine Schüler vor sich zu warnen."

Friedrich Nietzsche

Das schon bekannte "Fürchtet euch nicht" sollte auch heute als Warnung ausreichen:


Ist eine menschliche Gemeinschaft größer als 150 Individuen (nur bis zu dieser Grenze können sich alle noch gegenseitig kennen), existiert für kein einziges Problem eine wie auch immer geartete "politische Lösung", sondern für alle Zivilisationsprobleme, die eine gemeinsame Ursache haben, gibt es nur genau eine technische Lösung. Diese war vor 3200 Jahren noch unvorstellbar, aber man wusste, dass der Geldkreislauf (Baum des Lebens) nach kurzer Zeit zusammenbricht (Liquiditätsfalle), wenn der Geldverleih (Baum der Erkenntnis) dummerweise nur gegen Zins (Frucht vom Baum der Erkenntnis) erfolgt. Eine noch größere Dummheit ist es, den Zins zu verbieten, denn dann befindet man sich sofort in der Liquiditätsfalle. Wie lässt sich also die Marktwirtschaft (Paradies) "bebauen und bewahren", ohne dass sie ständig vom Privatkapitalismus (Erbsünde) zerstört wird?


Statt der richtigen Antwort auf die Frage, die in der Theorie längst "kalter Kaffee" ist,…

(Vorwort zur 5. Auflage der NWO, 1921) "Wenn wir einmal die Natürliche Wirtschaftsordnung erleben, dann braucht man sie nicht mehr in Büchern zu studieren, dann wird alles so klar, so selbstverständlich. Wie bald wird dann auch die Zeit kommen, wo man den Verfasser bemitleiden wird, nicht aber, wie es heute noch geschieht, weil er solch utopischen Wahngebilden nachstrebt, sondern weil er seine Zeit der Verbreitung einer Lehre widmete, die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht."

…hört man vom "Normalbürger" erst einmal nichts – bis ihm das erstbeste Vorurteil einfällt, um seine "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion" zu verschieben, denn anderenfalls müsste er ja "über den Rand der Welt fallen" und könnte bis zum Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform) mit "dieser Welt" (Zinsgeld-Ökonomie, zivilisatorisches Mittelalter) und allen, die sich noch in religiöser Verblendung (in der Matrix) befinden, nichts mehr anfangen. Wohl dem, der auf Gesellschaft in unaufgeklärter Runde sowieso keinen großen Wert legt.

Solange das Wissen noch fehlte, wie die "Mutter aller Zivilisationsprobleme" zu überwinden ist, musste die Erbsünde aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes ausgeblendet werden, um die halbwegs zivilisierte Menschheit "wahnsinnig genug" für die Geldbenutzung zu machen, denn Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld (fehlerhaftes Geld mit parasitärer, der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden Wertaufbewahrungsfunktion). Nur so konnte "diese Welt" überhaupt entstehen und nur das – und nichts anderes – war (und ist noch) der wahre Zweck der Religion, der Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor.

Zur Zeit des Mose war es ganz sicher eine enorme Leistung, das bis dahin im vorantiken Ägypten (zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld) und dessen primitiver Vorstellungswelt (Ursozialismus, bzw. Staatskapitalismus) gefangene Volk der Israeliten durch eine Programmierung des Unterbewusstseins an die Marktwirtschaft anzupassen,…

"Der Begriff des Archetypus, der ein unumgängliches Korrelat zur Idee des kollektiven Unbewussten bildet, deutet das Vorhandensein bestimmter Formen in der Psyche an, die allgegenwärtig und überall verbreitet sind." Archetypische psychische Muster bewirken nach Jung Grundmotive menschlicher Vorstellungen, die aus den kollektiven Bereichen der Psyche heraus auf die individuelle Psyche einwirken. Sie entwickeln eine bedeutende, unwillkürliche emotionale Kraft ("Numinosum"), die oft stärker ist als der bewusste Wille des Menschen.
In der Religionsforschung bezeichnet Numen eine Macht oder Kraft, die auf die Natur und den Menschen einwirkt, so wie Schicksal, Fruchtbarkeit, Wachstum, Macht, Tod. Wird diese Kraft personalisiert, spricht man von einer Gottheit, einem Dämon oder einem sonstigen Geistwesen. Diese sind dennoch nicht identisch mit der Kraft, sondern lediglich deren Vertreter, Träger oder Beherrscher und zum Teil selbst ihnen unterworfen. Während der Mensch den numinosen Kräften ausgeliefert ist, vermag er durch Verehrung jener mehr oder weniger personalisierten Wesen einen indirekten Einfluss auf die numinosen Kräfte zu gewinnen.

…die darum in der Praxis noch immer kapitalistisch ist. Das Numinosum Jahwe wirkt bis heute, insbesondere bei "Pharisäern und Schriftgelehrten" (Politiker/Schweinepriester und Rechtsverdreher) und manch anderen in staatlichen Verdummungsanstalten indoktrinierten "Experten", die sich einbilden, sie wüssten schon was:


Durch das Geschwätz aller jüdischen, katholischen und islamischen Priester (die "Prediger des Todes" nach Nietzsche) wurden der Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten) sowie alle damit in Verbindung stehenden, elementaren volkswirtschaftlichen Zusammenhänge über drei Jahrtausende hinweg aus dem Begriffsvermögen der halbwegs zivilisierten Menschheit vollständig ausgeblendet. Der heutige "Normalbürger" ist somit alles andere als normal und glaubt wirklich daran, dass Zinsen, Renditen und private Bodenrenten (leistungslose Kapitaleinkommen) auf "Apfelbäumchen" wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer!

"Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht..."

Es gehört nicht viel Restintelligenz dazu, um zu erkennen, dass das die marxistische, aber nicht eine "allgemeine" und schon gar keine wissenschaftliche Definition von Kapitalismus ist. Aufgrund der "Vertreibung aus dem Paradies", dem Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus, lässt sich der marxistische Unsinn aber bis heute verbreiten, weil er dem Kapitalismus nichts anhaben kann, sondern immer nur vom Privatkapitalismus in die gesteigerte Ausbeutungsform des Staatskapitalismus führt:


Auch wenn sie vorgeblich "ungläubig" sind, wurden die unbelehrbaren Marxisten noch weiter "aus dem Paradies vertrieben" als alle anderen, d. h. sie können sich gar nicht mehr vorstellen, dass Marktwirtschaft und Privatkapitalismus tatsächlich Gegensätze sind und nicht etwa Synonyme. Von den Nachwirkungen der marxistischen Ersatzreligion lebt wiederum die ganze politische Seifenoper, die damit dem religiös verblendeten Volk bis heute erfolgreich einreden konnte, dass wirtschaftliche Freiheit und soziale Gerechtigkeit fundamentale Gegensätze seien und dass Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – wenn überhaupt – nur durch einen wie auch immer gearteten "demokratisch gewählten Kompromiss" zwischen beiden politischen Ideologien zu erreichen wären:  

Liberalismus "Weltanschauung, die das Recht auf Freiheit, Eigenverantwortung sowie freie Entfaltung der einzelnen Person in den Mittelpunkt stellt (Individualismus) und eine Kontrolle oder Bevormundung des Einzelnen durch staatliche Einrichtungen vermindern bzw. verhindern will. Der Liberalismus entstand ursprünglich als politische Gegenbewegung zum Absolutismus (Regierungsform, in der die gesamte Staatsgewalt von einem Alleinherrscher ausgeht) des 17. und 18.Jahrhunderts.
    Der wirtschaftliche Liberalismus, dessen theoretische Grundlagen durch Adam Smith (1723-1790) entwickelt wurden, geht von der freien wirtschaftlichen Betätigungsmöglichkeit jedes Einzelnen aus. Nach Ansicht von Adam Smith wird der einzelne Mensch bei der Verfolgung seiner eigennützigen Ziele nach Gewinn und Wohlstand wie von einer unsichtbaren Hand geführt, die dafür sorgt, dass er gleichzeitig dem Wohl der Gesellschaft dient, obwohl dies gar nicht seine Absicht war. Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft werden deshalb vom Liberalismus als störend empfunden und abgelehnt. Der Liberalismus befürwortet demzufolge eine freie Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung mit allen wirtschaftlichen Freiheiten wie Gewerbefreiheit, freie Preisbildung und Wettbewerbsfreiheit. Eine extreme Form des wirtschaftlichen Liberalismus war das Laissez-faire."
Sozialismus "Weltbild, das sich im 19. Jahrhundert aus der Kritik am Kapitalismus entwickelt hat und eine Beseitigung dieses Wirtschaftssystems anstrebt. Wirtschaftspolitische Grundlage ist die Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln und dessen Verstaatlichung sowie die zentrale Planung und Lenkung des Wirtschaftsprozesses, um negative soziale Auswirkungen des Wirtschaftens zu verhindern. Ziel ist die Überwindung sozialer Gegensätze in Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Verbesserung der Situation der arbeitenden Bevölkerung.
    Die Hauptrichtungen des Sozialismus im 18. und 19. Jahrhundert waren der utopische Sozialismus und der wissenschaftliche Sozialismus. Die utopischen Sozialisten wie Robert Owen (1771-1858) oder Charles Fourier (1772-1835) strebten gesellschaftlich und wirtschaftlich einen idealen Staat an, den sie durch Aufklärung und vernünftiges Handeln aller Menschen erreichen wollten. Im Gegensatz dazu unternahmen Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) den Versuch, den Sozialismus wissenschaftlich zu begründen. In dieser Betrachtung ist der Sozialismus das notwendige Ergebnis aus dem Zusammenbruch des Kapitalismus und der Revolution der Arbeiterklasse sowie die Vorstufe der klassen- und herrschaftslosen Gesellschaft, dem Kommunismus.
    In den ehemaligen Ostblockstaaten (z.B. ehemalige Sowjetunion oder DDR), die durch eine umfassende Herrschaft der kommunistischen Partei geprägt waren, wurde vom real existierenden Sozialismus gesprochen. Deren Wirtschaftsordnung wird auch als Planwirtschaft bezeichnet."

Von einer "Bundeszentrale für politische Bildung" ist garantiert keine Bildung zu erwarten und wenn es überhaupt so etwas gibt wie "politische Bildung", ist es die Einbildung. Bei Politik (Machtausübung) und Religion (Machterhalt) geht es immer nur um die falsch verstandene Macht der Beherrschung anderer Menschen, aber niemals um die wahre Macht der Beherrschung der Dinge:


Das Laissez-faire war eben keine "extreme Form des wirtschaftlichen Liberalismus", sondern die verhängnisvolle Verquickung von Liberalismus und Privatkapitalismus – wobei letzterer die alles entscheidende wirtschaftliche Freiheit nicht etwa erhöht, sondern einschränkt. Und immer nur aus der Einschränkung der wirtschaftlichen Freiheit (d. h. "Recht zur Beteiligung am Wettbewerb") entsteht die Ausbeutung und damit soziale Ungerechtigkeit:

(Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung, 1952) "Aus dem offenkundigen Versagen des historischen Liberalismus erwuchs die sozialistische Bewegung mit dem Ziel, die missbrauchten Freiheitsrechte einzuschränken zugunsten der Gesamtheit und besonders zugunsten der wirtschaftlich Schwachen. Diese Zielsetzung beruht jedoch auf einem Denkfehler; denn der historische Liberalismus versagte nicht, weil er zuviel, sondern weil er zuwenig Freiheit verwirklichte. Eine "freie Wirtschaft" hat es im Liberalkapitalismus in Wahrheit nie gegeben, sondern nur eine vermachtete Wirtschaft: vermachtet durch Privatmonopole, durch den privaten Monopolbesitz von Grund und Boden und den Rohstoffen, durch das Geld- und Bodenmonopol, durch die Bildung von Syndikaten, Kartellen und Trusts. An die Stelle einer freien Konkurrenzwirtschaft trat die Herrschaft privater Wirtschaftsmächte, die durch ihre Maßnahmen weitgehend auch die Höhe von Preisen, Löhnen und Zinsen und damit das Wirtschaftsgeschehen insgesamt nach ihren Interessen bestimmen konnten.
    Die sozialistischen Bestrebungen laufen darauf hinaus, die liberalkapitalistische durch eine zentralgeleitete Wirtschaft, also die private durch eine staatliche Vermachtung und die Privatmonopole durch Staatsmonopole zu ersetzen. Das bedeutet nichts anderes, als dass die vielen erbarmungslosen Wirtschaftsdiktatoren, die sich immerhin noch durch einen letzten Rest von Konkurrenz gegenseitig in ihrer Macht beschränken, durch einen einzigen, ebenso erbarmungslosen, aber völlig unbeschränkten Wirtschaftsdiktator in Gestalt des Staates abgelöst werden. Dadurch kann sich die Lage der arbeitenden Menschen nur noch hoffnungslos verschlimmern, wie mannigfache geschichtliche Erfahrungen hinlänglich bestätigen."

Nachzulesen ist das auch in der Magna Charta der Sozialen Marktwirtschaft,…


…die "Mutti" Merkel nie gelesen hat. Und selbst wenn die "Frau Bundeskanzlerin" den Text auswendig lernen würde, hätte sie immer noch nichts verstanden, weil die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft) die "hohe Politik" überflüssig macht:


So wie sich im ausgehenden zivilisatorischen Mittelalter die Schulmedizin selbst Umsatz verschafft, indem sie Symptome "behandelt" und die Vielzahl der ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten gar nicht als solche erkennt,…


…verschafft sich die politische Seifenoper ihre sinnfreie Beschäftigung, indem sie etwas "regeln" will, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt. Im zivilisatorischen Mittelalter gab und gibt es nützliche, überflüssige und schädliche Beschäftigungen; in den Bereichen Medizin und Politik gehören diese mittlerweile fast ausschließlich zu Letzteren.

Wer politisch "denkt", hat mit dem Denken – sofern es das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft – noch gar nicht angefangen, denn nicht die "hohe Politik", sondern die Arbeitsteilung erhob den Menschen über den Tierzustand und allein die Qualität der makroökonomischen Grundordnung bestimmt den Grad der Zivilisiertheit, die der Kulturmensch erreichen kann. Die Makroökonomie ist die Basis allen menschlichen Zusammenlebens und das Geld ist die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung. Der "Auszug der Israeliten aus Ägypten" – d. h. die Weiterentwicklung der menschlichen Kultur von der zentralistischen Planwirtschaft noch ohne liquides Geld (Ursozialismus, z. B. vorantikes Ägypten) zur freien Marktwirtschaft mit Geldkreislauf – war der eigentliche Beginn des Liberalismus und nicht erst die französische Revolution. Den Sozialismus hat es schon lange davor gegeben und der marxistische Sozialismus ist somit nichts weiter als eine "Rückkehr nach Ägypten", ohne aber auf das "liebe Zinsgeld" verzichten zu wollen. 

(Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes, 1935) "Die Antwort auf den Marxismus ist nach meiner Ansicht auf den Linien dieses Vorwortes zu finden."

John Maynard Keynes war ein schlechter Schüler von Silvio Gesell, der kaum die Hälfte verstanden hatte (und wie beabsichtigt für die fehlerhafte Hälfte von der politischen Seifenoper zum "Jahrhundertökonomen" gekürt wurde), aber diese Ansicht stimmt. Noch vor der Gründung der Sowjetunion im Jahr 1922 war der Marxismus komplett widerlegt:

(Vorwort zur 3. Auflage der NWO, Herbst 1918) "Von selbst hätten die Anhänger der Gemeinwirtschaft, so oft sie durch irgendein Ereignis auseinandergetrieben worden wären, immer wieder zueinander gestrebt.
    Aber der in der Gemeinwirtschaft wirksame Trieb, der Arterhaltungstrieb (Gemeinsinn, Altruismus), ist nur eine verwässerte Lösung des Selbsterhaltungstriebes, der zur Eigenwirtschaft führt, und er steht diesem an Kraft in demselben Maße nach, wie die Verwässerung zunimmt. Je größer die Gemeinschaft (Kommune), umso größer die Verwässerung, umso schwächer der Trieb, zur Erhaltung der Gemeinschaft durch Arbeit beizutragen. Wer mit einem Genossen arbeitet, ist schon weniger ausdauernd, als derjenige, der die Frucht der Arbeit allein genießt. Sind es 10 – 100 – 1000 Genossen, so kann man den Arbeitstrieb auch durch 10 – 100 – 1000 teilen; soll sich gar die ganze Menschheit in das Ergebnis teilen, dann sagt sich jeder: auf meine Arbeit kommt es überhaupt nicht mehr an, sie ist, was ein Tropfen für das Meer ist. Dann geht die Arbeit nicht mehr triebmäßig vonstatten; äußerer Zwang wird nötig!
    Darum ist es auch richtig, was der Neuenburger Gelehrte Charles-Marc Secrétan (1773-1842) sagt: "Der Eigennutz soll in der Hauptsache den Antrieb zur Arbeit geben. Darum muss alles, was diesem Antrieb mehr Kraft und Bewegungsfreiheit geben kann, unterstützt werden. Alles, was diesen Antrieb hemmt oder schwächt, muss als schädlich verurteilt werden. Dies ist der Grundsatz, von dem man ausgehen und den man mit unerschütterlicher Folgerichtigkeit anwenden muss, unter Verachtung kurzsichtiger philanthropischer Entrüstung und der kirchlichen Verdammnis."
    So können wir also mit gutem Grund auch denen, die an den Hochzielen der Natürlichen Wirtschaftsordnung sich unbeteiligt glauben, nur Gutes von dieser Ordnung versprechen; sie werden sich eines besser gedeckten Tisches, schönerer Gärten, besserer Wohnungen erfreuen. Die Natürliche Wirtschaftsordnung wird auch technisch der heutigen und der kommunistischen überlegen sein."

Sich von denen verdammen zu lassen, die nicht als "Merkwürden", sondern bis heute als "Hochwürden" angesehen werden, ist ein Spaß, auf den man nicht verzichten sollte:

(Der Antichrist, 1888) "Ich heiße das Christentum den Einen großen Fluch, die Eine große innerlichste Verdorbenheit, den Einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist, - ich heiße es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit…"
           
Tatsächlich war nicht Friedrich Nietzsche "der Antichrist", sondern die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit, die sich "christlich" nennt – bis heute korrumpiert vom "Kreuz als Erkennungszeichen für die unterirdischste Verschwörung, die es je gegeben hat." Die schlimmste Verbrecherorganisation der Welt, die "heilige katholische Kirche", degradierte das größte Genie aller Zeiten zu einem moralisierenden Wanderprediger, verbrannte die originale Heilige Schrift (Gnosis = Wissen) des Urchristentums, verbreitete stattdessen die "Bildzeitung der Antike" (die vier biblischen Evangelien) und erhielt damit den "lieben Gott"…


…und die Erbsünde noch über Silvio Gesell hinaus, der zu dem gleichen Ergebnis gelangte wie Jesus von Nazareth,…


…ohne zu ahnen, dass der Privatkapitalismus die in Genesis_3 mit genialen archetypischen Bildern und Metaphern exakt umschriebene Erbsünde ist:


Das "Königreich des Vaters" hätte schon in der Antike verwirklicht werden können, und wo die Menschheit dann heute wäre, sprengt jedes Vorstellungsvermögen! Der noch immer unbewusste (religiös verblendete) Kulturmensch will aber "sein wie Gott",…

(Lutherbibel 1984 / Genesis_3,22) "Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist."

…d. h., er will auf Kosten der Mehrarbeit anderer existieren! Das kann eine Minderheit sowohl im Staatskapitalismus als auch im Privatkapitalismus. Wie idiotisch das ist, wird an Ersterem besonders deutlich. Alle "Planer, Lenker und Leiter" einer zentralistischen Planwirtschaft arbeiten nur an irgendwelchen "Planzielen", die schon in einer kapitalistischen Marktwirtschaft weitgehend überflüssig und in der Natürlichen Wirtschaftsordnung gänzlich überflüssig werden. Sie beschäftigen sich also nur mit Blödsinn, und wer sich nur mit Blödsinn beschäftigt, kann keine Intelligenz entwickeln. Alles, was übrig bleibt, ist das wahre Leben, das im Staatskapitalismus ausgeschlossen, im Privatkapitalismus ansatzweise vorhanden und erst in der Natürlichen Wirtschaftsordnung verwirklicht ist – und das nicht nur für eine Minderheit, sondern für alle Menschen.

(Nag Hammadi Codex II,3,15) Bevor Christus kam, gab es kein Brot in der Welt. Wie das Paradies, der Ort, wo Adam war, hatte die Welt viele Bäume als Nahrung für die Tiere. Sie hatte keinen Weizen als Nahrung für den Menschen. Der Mensch ernährte sich wie die Tiere. Aber als Christus, der vollkommene Mensch kam, brachte er Brot vom Himmel, damit sich der Mensch von der Nahrung des Menschen ernähre.

Die Weisheiten in der originalen Heiligen Schrift des Urchristentums, deren erste Verfasser die wirkliche Bedeutung der Erbsünde kannten bzw. durch Jesus wieder erkannt hatten, sind in keiner Weise zu vergleichen mit dem sinnfreien Geschwätz in der "Bildzeitung der Antike", die von der schlimmsten Verbrecherorganisation der Welt zur allgemeinen Verdummung verbreitet wurde. Der Spruch 15 des Philippusevangeliums besagt, was erst wieder von Friedrich Nietzsche überhaupt angedacht…

(Also sprach Zarathustra) Euer Wille sage: der Übermensch sei der Sinn der Erde! Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht.

…und von Silvio Gesell wissenschaftlich erklärt werden konnte:

(Vorwort zur 4. Auflage der NWO, 1920) "Die Entwicklung vom Herdenmenschen, vom Teilmenschen zum selbständigen Vollmenschen, zum Individuum und Akraten, also zum Menschen, der jede Beherrschung durch andere ablehnt, setzt mit den ersten Anfängen der Arbeitsteilung ein. Sie wäre längst vollendete Tatsache, wenn diese Entwicklung nicht durch Mängel in unserem Bodenrecht und Geldwesen unterbrochen worden wäre – Mängel, die den Kapitalismus schufen, der zu seiner eigenen Verteidigung wieder den Staat ausbaute, wie er heute ist und ein Zwitterding darstellt zwischen Kommunismus und Freiwirtschaft. In diesem Entwicklungsstadium können wir nicht stecken bleiben; die Widersprüche, die den Zwitter zeugten, würden mit der Zeit auch unseren Untergang herbeiführen, wie sie bereits den Untergang der Staaten des Altertums herbeigeführt haben."

Das zivilisatorische Mittelalter kann erst mit dem evident werden der globalen Liquiditätsfalle (Armageddon) beendet werden,…


…denn für alles andere reicht die Restintelligenz des "Normalbürgers" nicht aus. Die Masse des deutschen Volkes sagt sich bis heute…

(Gustave Le Bon, Psychologie der Massen) "Mit einem kleinen Vorrat von Redewendungen und Gemeinplätzen, die wir in der Jugend erlernten, besitzen wir alles Nötige, um ohne die ermüdende Notwendigkeit, nachdenken zu müssen, durchs Leben zu gehen."

…und lässt sich viel lieber vom "öffentlich-rechtlichen" Fernsehen auch noch die letzten Gehirnzellen abtöten, anstatt das "Unmögliche" zu wagen:


Würde der "Normalbürger" selbständig denken, müsste er auch dann, wenn es sich nicht anhand der originalen Heiligen Schrift (die Bibel bis Genesis_11,9 sowie ein wesentlicher Teil der Nag Hammadi Schriften) beweisen ließe, zu den folgenden Ergebnissen kommen:

1. Das in Genesis_2 beschriebene Paradies ist die freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft, weil absolute soziale Gerechtigkeit nur durch vollkommene marktwirtschaftliche Konkurrenz erreicht und dauerhaft aufrechterhalten werden kann: Marktgerechtigkeit
 
2. Die in Genesis_3 beschriebene Erbsünde ist der die marktwirtschaftliche Konkurrenz einschränkende Privatkapitalismus, weil alle Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen, nur daraus erwachsen: Überwindung des Kapitalismus

3. Jesus von Nazareth war der erste Denker in der bekannten Geschichte, der die Natürliche Wirtschaftsordnung erkannte, denn keine andere Erkenntnis, die bereits zu seiner Zeit möglich war, hätte ihn zur berühmtesten Persönlichkeit der Welt gemacht, auf der bis heute die planetare Zeitrechnung basiert: Der Jüngste Tag

Der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation lässt bis heute auf sich warten, weil der Cargo-Kult des Katholizismus (stellvertretend für alles, was sich heute "christlich" nennt) den Jüngsten Tag auf den sprichwörtlichen "jüngsten Tag" verschob, um sich als "den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit" zu erhalten. Der "Normalbürger" wird bis heute vom "lieben Gott" im kollektiv Unbewussten gesteuert und fürchtet den "Verlust" der Religion mehr als alles andere! Soviel zum Glauben vorgeblicher Atheisten, sie wären durch "Unglaube" (Ignoranz) von der Religion befreit. Der "Glaube" bezieht sich immer nur auf das Geschwätz der Priester, und darüber zu diskutieren, ist noch unter Kindergarten-Niveau (was z. B. einen gewissen Richard Dawkins nicht davon abhält). Die Kindergarten-Diskussion beginnt erst mit der Frage, ob es noch eine andere Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens geben könnte als die Natürliche Wirtschaftsordnung. Die gibt es selbstverständlich nicht (zumindest solange nicht, bis unsere Technologie soweit entwickelt ist wie in Arthur C. Clarke´s "The City and the Stars"), aber der "Normalbürger" will daran glauben und dafür sind ihm alle Vorurteile recht, so absurd diese auch immer sein mögen.  

(Silvio Gesell): "Mit dem Freigeld hat das Geld aufgehört, die Hoch- und Zwingburg der Geldmänner zu sein, wohin sie sich beim geringsten Alarm zu flüchten pflegten. Bei der geringsten Gefahr "realisierte" * man die Papiere, d. h., man verkaufte sie gegen Geld und glaubte, sich so vor jedem Verlust gesichert zu haben.
*) Durch nichts wird der ungeheure Wahn, in dem die Menschheit lebt, besser offenbart, als durch diesen in der ganzen Welt gebräuchlichen Ausdruck. Real ist allen nur das Geld."

"Euer Merkwürden" hat nur darauf zu achten, dass sich daran nichts ändert. Er hält das größte Genie aller Zeiten für einen Idioten (im ursprünglichen Wortsinn verstanden) wie sich selbst und interpretiert wahre Nächstenliebe (vollkommene marktwirtschaftliche Konkurrenz) als "Solidarität". Ein typisches Beispiel für Solidarität ist ein Kartell. Die Mitglieder des Kartells schließen die gegenseitige Konkurrenz aus und verhalten sich untereinander solidarisch, um gemeinsam überhöhte Verkaufspreise zu erpressen. Darum gibt es Kartellgesetze, die solche Machenschaften verbieten sollen – aber nicht verhindern können, solange unsere seit jeher fehlerhafte Geld- und Bodenordnung und die daraus resultierende Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz immer größere und mächtigere Konzerne hervorbringt, die mittelständische Unternehmen entweder in den Ruin treiben oder einfach aufkaufen. Das zu erhalten ist eine tolle Aufgabe, wenn man sich "Hochwürden" nennen darf.


Stefan Wehmeier, 14.09.2015


Donnerstag, 13. August 2015

Der wirkliche Name Gottes



"Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas seltenes, - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel."

Friedrich Nietzsche

Irrsinnig ist, wer heute noch an den "lieben Gott" glaubt. Dabei geht es nicht um die Frage, ob Gott existiert oder nicht. Denn unabhängig davon, ob er noch etwas anderes sein könnte, ist "Gott" in jedem Fall ein vom Mythos im kollektiv Unbewussten einprogrammierter, künstlicher Archetyp nach Carl Gustav Jung. Es ist also nicht so, dass Gott nicht existiert, auch wenn er "nur" Einbildung ist. Heutzutage sollten wir das verstehen können: Eine Software ist materialistisch betrachtet ein "Nichts", dennoch können PCs nur auf der Basis ihres einprogrammierten Betriebssystems funktionieren.

Ähnlich ist es bei einem Volk, das einen Gott anbetet: Es funktioniert nur auf der Basis der Religion, der Rückbindung auf den künstlichen Archetyp im kollektiv Unbewussten. Die Funktionsfähigkeit eines religiösen Volkes bzw. der religiös verblendeten Untertanen bemisst sich danach, wie viel Reichtum, Ruhm und Ansehen die Untertanen den Herrschenden verschaffen. Vermehren sie den Reichtum der Herrschenden, sind sie "gute" Untertanen, gelingt ihnen dies nicht, sind sie "schlechte" Untertanen, und wenn sie den Reichtum, den Ruhm oder das Ansehen der Herrschenden vermindern, sind sie "böse" Untertanen.

Der "aufgeklärte" Bürger des 21. Jahrhunderts wird sich sagen: "Wenn das so ist, will ich ein böser Untertan sein!" Viele haben das versucht, sind dabei aber nicht glücklich geworden. Wer "halbwegs glücklich" sein will (und den Link erst einmal ignoriert), bemüht sich weiterhin, ein guter Untertan zu sein und sieht zu, dass beim Speichellecken an den "Reichen und Mächtigen" ein paar Krümel für ihn abfallen. Friedrich Nietzsche fand dafür die treffende Bezeichnung "Glück der Knechte".

Der "Unglaube" befreit nicht von der Religion, sondern allein der Erkenntnisprozess der Auferstehung (aus dem geistigen Tod der Religion). Wer kein Untertan mehr sein will, muss den wirklichen Namen Gottes erkennen. Das ist nicht leicht, denn der Archetyp will anonym bleiben, um weiterhin mit seinem Gegenpol, dem "bösen Teufel" (die Schlange im Paradies-Mythos), sein Unwesen treiben zu können. Und selbst wenn Gott erkannt, d. h. für die ersten Auferstandenen tot ist, treibt er noch immer sein Unwesen, solange ihn nicht alle erkannt haben, oder wenigstens eine "kritische Masse" des Volkes.

Als die Herrschenden noch wirkliche Herrscher waren, kannten sie selbstverständlich den wirklichen Namen Gottes und das arbeitende Volk durfte ihn nicht kennen, damit die Herrschenden weiterhin herrschen konnten. Die guten Herrscher dachten ihr Leben lang darüber nach, wie sie auch ohne Gott herrschen konnten, während das den weniger guten Herrschern ziemlich egal war; Hauptsache, sie konnten überhaupt herrschen. Erst Jesus von Nazareth, der nicht als Herrscher geboren war, erkannte nicht nur aus eigener Kraft den wirklichen Namen Gottes, sondern fand auch als erster Denker in der bekannten Geschichte die einzige Lösung (Erlösung), wie alle Menschen zu Königen werden, und nannte diesen eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation das "Königreich des Vaters":

(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht."

Die kollektive Blindheit (der geistige Tod der Religion) ist bis heute erhalten geblieben. Zu Lebzeiten des Jesus von Nazareth waren die wirklichen Herrscher längst ausgestorben und unter den "Pharisäern und Schriftgelehrten" (heute in etwa zu übersetzen mit "Politiker/Schweinepriester und Rechtsverdreher") fand sich niemand mehr, der ihn hätte verstehen können. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als den alten Gott Jahwe zum dreifaltigen Gott (Vater / Sohn / heiliger Geist) umzuprogrammieren:

(NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen.
(NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, - ich bin mit ihm.
(NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.
(NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.
(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.
(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.

Die "heilige katholische Kirche", die nie besonders gut darin war, Rätsel zu lösen, konnte mit den originalen Worten des Jesus von Nazareth nichts anfangen. Sie macht sich bis heute viel lieber einen Sport daraus, dass das Rätsel mit Sicherheit ungelöst bleibt, und befindet stattdessen das Folgende für "geistreich":

(Matthäus 10,34-35) Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
(Matthäus 18,20) Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
(Lukas 12,10) Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.
(Matthäus 10,37-38) Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.
(unwissenschaftliche Übersetzung / "moderne" theologische Interpretation von NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennt, kann der Sohn einer Hure genannt werden?
(Matthäus 18,19) Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. (Matthäus 17,20) Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

Wer sich bemüht, aus dem sinnfreien Geschwätz im neuen Testament der Bibel etwas Sinnvolles herauszulesen, ohne die originalen Gleichnisse im nichtbiblischen Thomas-Evangelium zu kennen, muss zwangsläufig irrewerden. Aus diesem Irrsinn heraus ist es gar nicht mehr vorstellbar, dass Jesus überhaupt irgendetwas Sinnvolles entdeckt haben könnte. Aber was machte ihn dann zur berühmtesten Persönlichkeit der Welt, auf der bis heute die planetare Zeitrechnung basiert? Die Antwort ist ebenso einfach wie eindeutig…


…und erklärt auch, warum noch zwei Weltkriege stattfinden mussten, ein nicht unerheblicher Teil der Menschheit vorübergehend wieder in die Primitivität des Staatskapitalismus (auch "Kommunismus" oder "real existierender Sozialismus" genannt) zurückfiel und der ganzen Menschheit heute die atomare Selbstvernichtung droht,…


…obwohl "Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform" (Silvio Gesell, 1906) schon lange vor dem 1. Weltkrieg geschrieben war: Wer den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor im kollektiv Unbewussten als den "lieben Gott" anbetet, kann die Befreiung der Marktwirtschaft (Paradies) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Erbsünde) gar nicht erst andenken:


Das ist die "moderne" Welt, in der wir leben: Die "westliche Zivilisation" ist nichts weiter als ein Cargo-Kult, wobei es sich beim "Cargo" noch nicht einmal um eine originale Heilige Schrift handelt, sondern um die "Bildzeitung der Antike" (die vier biblischen Evangelien). Aus der anfänglichen Vielzahl urchristlicher Strömungen blieb die dümmste erhalten, die sich nicht damit begnügte, sich zielsicher die dümmsten Schriften herauszusuchen, sondern auch alle anderen urchristlichen Schriften für "häretisch" (gotteslästerlich) erklärte und verbrannte.

Doch "Unwissenheit ist ein Segen", sagt sich der Verräter, bis das "Brett vorm Kopf" ihn nicht mehr schützt: http://www.juengstes-gericht.net


Stefan Wehmeier, 13.08.2015


Sonntag, 2. August 2015

Selbständiges Denken



"Die Frage nach dem Weg aus dem Kapitalismus war nie so aktuell wie heute. Sie stellt sich in radikal neuer Weise und Dringlichkeit. Aufgrund seiner Entwicklung selbst – technowissenschaftliche Umwälzung, Informatisierung und Roboterisierung – hat der Kapitalismus eine innere wie äußere Grenze erreicht, die er nicht zu überschreiten vermag und die ihn zu einem System macht, das nur mit Hilfe von Tricks die Krise seiner grundlegenden Kategorien – Arbeit, Wert, Kapital – überlebt."


Der Autor wusste nicht, was der Kapitalismus ist, wollte es auch gar nicht wissen und konnte somit die "Mutter aller Zivilisationsprobleme" niemals gefährden; das gleiche galt (und gilt noch) für seine Leser. Es war ihm wichtiger, sich mit sinnfreien Artikeln "wichtig" zu machen, anstatt mit dem selbständigen Denken anzufangen. Ein selbständig denkender Mensch braucht den Artikel nicht zu lesen; die typischen Denkfehler, die er beinhaltet, sind vollständig vorhersehbar, wenn man nur das Folgende über den Autor weiß:

André Gorz (* 9. Februar 1923 in Wien als Gerhard Hirsch; † 22. September 2007 in Vosnon, Frankreich) war ein französischer Sozialphilosoph österreichischer Herkunft. Seit den 1950er-Jahren lebte er als Publizist in Frankreich, war Mitarbeiter Jean-Paul Sartres und Mitbegründer des Nachrichtenmagazins Le Nouvel Observateur.
Über lange Jahre ein Anhänger Sartres existentialistischer Variante des Marxismus, brach Gorz mit Sartre nach dem Pariser Mai 1968. André Gorz wandte sich der politischen Ökologie zu und wurde deren führender Theoretiker. Zentrales Thema in den Überlegungen Gorz’ ist die Frage der Arbeit: Befreiung von der Arbeit, gerechte Verteilung der Arbeit, Entfremdung in der Arbeit. Recht auf Arbeit und Pflicht zur Arbeit gehörten für ihn lange zusammen, bis er sich auch für ein Grundeinkommen aussprach.


Selbständiges Denken muss man sich leisten können; das ist die ganze Erklärung. Wer nur "Papier beschmutzt" und davon auch noch leben will, darf nur das schreiben, was das Zielpublikum hören will. Besonders leicht macht man es sich dabei, wenn man sich an irgendeine "Denk"tradition (Sartres existentialistische Variante des Marxismus) anheftet, für die bereits ein Zielpublikum existiert. Wenn es dem "Papierbeschmutzer" nun gelingt, das Zielpublikum mit irgendetwas zu begeistern, glaubt er auch selbst an das "irgendetwas", unabhängig davon, ob es wissenschaftlich haltbar ist oder nicht. Denn schließlich kauft das Publikum ja sein "beschmutztes Papier", sodass er einigermaßen davon leben kann. Für solche Patienten gilt uneingeschränkt:

Dem Volke habt ihr gedient und des Volkes Aberglauben, ihr berühmten Weisen alle! - und nicht der Wahrheit! Und gerade darum zollte man euch Ehrfurcht.

Wer dagegen konsequent bei der Wahrheit bleibt, darf nicht darauf hoffen, in "dieser Welt" ein Publikum zu finden, von dem er leben kann:

Frei vom Glück der Knechte, erlöst von Göttern und Anbetungen, furchtlos und fürchterlich, groß und einsam: so ist der Wille des Wahrhaftigen.

Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra.

In einem ganz besonderen Maße gilt dies für die Überwindung des Kapitalismus, denn der heutige "von Gott geschaffene Kulturmensch" ist ein Kapitalist…

"Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde": von der Zeit an sitzt der Reiche im Himmel und der Arme liegt auf der Erde.

(Alte jüdische Weisheit)

…und will es bis zum Jüngsten Tag auch bleiben!

Selbstverständlich kann immer nur ein kleiner Teil der halbwegs zivilisierten Menschheit reich sein (Himmel der Zinsgewinner), während die überwiegende Mehrheit arm ist (Hölle der Zinsverlierer). Solange aber alle glauben, Zinsen, Renditen und private Bodenrenten (leistungslose Kapitaleinkommen) müssten wohl auf "Apfelbäumchen" wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer, gibt man die Hoffnung nicht auf. Die ganze Welt zu verändern erscheint dem "Normalbürger" als eine in jedem Fall "unerreichbare Utopie", und so beschränkt er sich darauf, eines unbestimmten Tages auf Kosten anderer existieren zu können, damit andere nicht länger auf seine Kosten existieren. In welchem Maße dies jeweils unbewusst oder teilweise bewusst geschieht, spielt keine Rolle. Eine dritte Möglichkeit – die eigentliche Definition von Leben – ist in "dieser Welt" nicht vorgesehen, also bleibt ihm wohl nichts anderes übrig. Für die Bewusstwerdung ist es aber in jedem Fall von Vorteil, schon mal die richtige Musik zu hören:


(Die schlechte Klangqualität bitte ich zu entschuldigen, aber Musikwiedergabesysteme nach dem tatsächlichen Stand der Technik (Schleichwerbung muss sein) können sich heutzutage nur noch die Zinsgewinner leisten.)

Wer mit dem selbständigen Denken angefangen hat, muss noch immer einen langen Erkenntnisprozess durchlaufen, um bei dem anzukommen, was schon fünf Jahre vor der Geburt unseres "halbwegs berühmten Weisen" geschrieben wurde:

"Der Kurzsichtige ist selbstsüchtig, der Weitsichtige wird in der Regel bald einsehen, dass im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist."

Silvio Gesell (Vorwort zur 3. Auflage der Natürlichen Wirtschaftsordnung, 1918)

Für einen Zinsgewinner, der schon reich geboren wurde (Kapitalakkumulationen werden weitervererbt und können in "dieser Welt" über viele Generationen weiter verzinst werden; daher die passende Bezeichnung "Erbsünde"), ist es nicht leicht, sich in die Gedankenwelt eines Armen zu versetzen, so wie es umgekehrt einem gewöhnlichen Zinsverlierer schwer fällt, sich "die da oben" als ganz gewöhnliche Sterbliche vorzustellen, die ihm nichts Böses wollen und die sich auch nur die Trivialitäten leisten können, die es schon gibt. Nur der bedauerliche Umstand, dass der Arme sich bis an sein Lebensende nicht einmal das leisten kann, lässt ihn die Welt der "Reichen und Mächtigen" als begehrenswert erscheinen. Nach diesem Prinzip hat das zivilisatorische Mittelalter (Zinsgeld-Ökonomie) – von einem zwangsläufigen Krieg bis zum nächsten – schon immer funktioniert: Im so genannten "Alltag" arbeiten sich die Armen zu Tode und die Reichen langweilen sich zu Tode.

Um wie viel interessanter und gleichzeitig friedlicher das wahre (vollständig zivilisierte) Leben in der Natürlichen Wirtschaftsordnung wird, also in der vom Privatkapitalismus (Erbsünde) befreiten Marktwirtschaft (Paradies), kann weder der an den Zinsgewinn Gewöhnte, noch der den Zinsgewinn Anstrebende auch nur ansatzweise ermessen. Diese Unfähigkeit, das wahre Leben zu erkennen, heißt in der originalen Heiligen Schrift (die Bibel bis Genesis_11,9 sowie ein wesentlicher Teil der Nag Hammadi Schriften) der "geistige Tod der Religion":

(Genesis 2,15-17) Und Gott der HERR nahm den Menschen (freier Unternehmer) und setzte ihn in den Garten Eden (freie Marktwirtschaft), dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR (künstlicher Archetyp Jahwe = Investor) gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen (Gewinn bringende Unternehmungen) im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen (Zinsgeld-Verleih) sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes (in religiöser Verblendung) sterben (Rückfall in die Barbarei).

Ein Barbar ist ein unzivilisierter oder erst halbzivilisierter Mensch, der sich nicht vorstellen kann, "dass im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist", und der es eben nicht vorzieht, "den eigenen Kopf etwas anzustrengen, statt fremde Köpfe einzuschlagen". Das hat gar nichts mit mangelnder "Moral" (nur irgendeine traditionelle Verhaltensweise) zu tun, sondern allein mit mangelnder Intelligenz:


Schlimmer als die Barbaren (also gar nicht zivilisiert, bzw. die Zivilisation ablehnend) sind die Kommunisten (Staatskapitalisten), die, auch wenn sie vorgeblich "ungläubig" sind, noch weiter "aus dem Paradies vertrieben" wurden (d. h. die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Privatkapitalismus verloren haben) als alle anderen:


Die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor) verbirgt die Erbsünde und das bewusste Erkennen der Erbsünde ist die "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion", die zuerst dem Propheten Jesus von Nazareth gelang:

(NHC II,3,21) Diejenigen, die sagen: "Der Herr ist zuerst gestorben und dann auferstanden", sind im Irrtum. Denn er ist zuerst auferstanden und dann gestorben. Wenn jemand nicht zuerst die Auferstehung erwirbt, wird er sterben.


Damit ist allerdings noch nichts gewonnen,…


…denn man muss auch wissen, wie die Erbsünde zu überwinden ist:


Und auch damit ist noch nichts gewonnen, solange es nicht alle wissen. Dabei würde es ausreichen, wenn der "Normalbürger" es überhaupt wissen wollte, denn diese "banalsten Selbstverständlichkeiten" kann jeder verstehen. Aber der "Normalbürger" will die Zivilisation gar nicht erst andenken, denn das würde ja seinen Lebenstraum zerstören, der darin besteht, irgendwann einmal – und sei es auch noch so aussichtslos – auf Kosten anderer zu existieren, damit andere nicht auf seine Kosten existieren!

Ein Leben in der Matrix (alle Vorurteile und Denkfehler, die der "Normalbürger" nötig hat, um "diese Welt" für die "beste aller möglichen Welten" zu halten) ist ja "so schön", sagt sich der Verblendete – aber nicht mehr lange! Als Auferstandener bemüht man sich nicht nur darum, alles zu erklären, was nicht schon erklärt ist, sondern stellt sich auch die Frage, wie schlimm es noch werden muss, damit die reale Angst vor dem Untergang unserer "modernen Zivilisation" insgesamt größer wird, als die seit Jahrtausenden eingebildete Angst vor dem "Verlust" des Glaubens an den "lieben Gott".

Bisherige zeitliche Prognosen waren zugegebenermaßen von Wunschdenken beeinflusst, denn wer irgendeine Sache – in diesem Fall den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation – gern verwirklicht sehen möchte, überschätzt die Faktoren, die das Geschehen beschleunigen, und unterschätzt jene, die das noch bestehende Elend hinauszögern. Insbesondere bei dieser für die ganze Menschheit existenziellen Angelegenheit ist es nicht leicht, wieder eine gesunde "Leck mich am Arsch"-Einstellung zu entwickeln, die nötig ist, um alles Wunschdenken hinter sich zu lassen.

Mittlerweile ist es mir egal, wann die Zinsgeld-Ökonomie endgültig zusammenbricht und niemand kann sagen, ich hätte nicht rechtzeitig vor der prinzipiellen Unausweichlichkeit dieses seit langem vorhergesagten Ereignisses gewarnt:


Wie ohne Wunschdenken nicht anders zu erwarten, wird das zivilisatorische Mittelalter von den "Etablierten" bis zum absoluten "Geht nicht mehr!" hinausgezögert. Bis dahin bleibt jeder Versuch, die religiös verblendete Masse aufzuklären, ergebnislos. Versuchen wir also aus heutiger Sicht zu bestimmen, wann das "Geht nicht mehr!" eintreten muss. Einen ersten Hinweis erhalten wir aus der durchschnittlichen Dauer der Konjunkturzyklen:


Das volkswirtschaftliche Kreditangebot (der "Vater der Kultur" in der Heiligen Schrift) zieht sich periodisch vom Markt zurück und verursacht Wirtschaftskrisen, solange das Geld, als die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung, nicht konstruktiv umlaufgesichert ist. Bis dahin muss das Volk den "großen Investor" anbeten, wenn es nicht verhungern will. Am Schluss wird aber alles Beten nichts mehr helfen, wenn die "großen Investoren" endgültig das Vertrauen verlieren, und zwar nicht nur das Vertrauen in die Privatwirtschaft, sondern auch in ihren ansonsten vertrauenswürdigsten Helfershelfer, den "lieben Staat".

Als auf dem bisherigen Höhepunkt der "Finanzkrise" 2008/2009 das Vertrauen in die Privatwirtschaft erschüttert wurde, wurden viele Zinsgeldersparnisse "zur Sicherheit" in mittel- bis langfristige Staatsanleihen umgeschichtet. Nur dadurch konnte die politische Seifenoper mit staatlichen "Konjunkturpaketen" und mancherlei anderem Unfug das (noch) bestehende Elend verlängern. Mittlerweile wird aber auch unter den Gutgläubigen immer offensichtlicher, dass der "liebe Staat" nur Unfug treibt,…


…sodass auch die Staatsanleihen – bis auf die der Bundesrepublik Deutschland – ihre "beste Bonität" verloren haben. Sobald das allgemeine Vertrauen in die Weltwirtschaft erneut erschüttert wird, wird "zur Sicherheit" nur noch in deutsche Staatsanleihen investiert. Darum kann die Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft) nur vom deutschen Volk ausgehen…


…und der Sargnagel des zivilisatorischen Mittelalters wird die Pleite Griechenlands sein:


Gehen wir davon aus, dass das Volk in Europa, um weiterhin den "großen Investor" anbeten zu dürfen, dumm genug ist, dem griechischen Staat ein drittes "Hilfspaket" zu gewähren, muss spätestens dann, wenn auch dieses verpufft ist, das "Vertrauen der Anleger" endgültig verloren gehen und die "hohe Politik" wird vor dem größten Scherbenhaufen der Geschichte stehen. Mit "politischen Mitteln" (Staatsverschuldung und Geldmengenausweitung) ist dann nichts mehr zu retten, sondern einzig und allein mit der schnellstmöglichen Durchführung einer freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform!

Es bleibt die Frage, wie das scheinbar hoffnungslos verblendete Volk noch rechtzeitig mit dem selbständigen Denken anfangen kann, bevor die öffentliche Ordnung auch in Deutschland zusammenbricht. Nur ein von allen "Etablierten" unerwartetes, globales Schockerlebnis, das in der religiös verblendeten Masse eine maximale Existenzangst auslöst, kann den Denkprozess in Gang setzen. Dazu werden nicht allein der rapide Zusammenbruch der Weltwirtschaft und täglich immer mehr Katastrophenmeldungen in den Massenmedien beitragen, sondern nicht zuletzt auch die Flüchtlingsströme, die sich schon jetzt und mit dem evident werden der globalen Liquiditätsfalle lawinenartig über das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ergießen werden. Es werden dann nicht nur immer mehr verarmte Menschen aus Afrika die Flucht nach Europa antreten, sondern auch immer mehr verarmte Menschen aus anderen europäischen Staaten die Flucht nach Deutschland.

Nebenbei bemerkt: So genannte "politische Flüchtlinge" gibt es gar nicht, sondern immer nur Wirtschaftsflüchtlinge. Weil die fehlerhafte (kapitalistische) Makroökonomie prinzipiell ein Heer von Arbeitslosen erzeugt, das bei negativer Außenhandelsbilanz eines Staates umso größer wird, dürfen sich die Staaten mit positiver Außenhandelsbilanz nicht wundern, wenn Flüchtlingsströme die durch die globale Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz erzeugten Missverhältnisse der in jedem Staat "Vielzuvielen" wieder auszugleichen suchen.   

Dass in der Natürlichen Wirtschaftsordnung nicht länger das Geld und die Sachkapitalien knapp sind, sondern im Gegenteil die menschliche Arbeitskraft zur ökonomisch knappsten Ressource und damit der arbeitende Mensch das Allerwertvollste wird, kann wohl erst nach dem Jüngsten Tag erfahren werden. Bis dahin muss das deutsche Volk nur eines begreifen: Das Geld läuft nicht mehr um, also brauchen wir eine konstruktive Geldumlaufsicherung! Das sollte nicht zuviel verlangt sein, ist aber schon schwer genug, wenn man bedenkt, dass von der Religion über Jahrtausende alle elementaren volkswirtschaftlichen Zusammenhänge quasi chirurgisch aus dem Begriffsvermögen der ganzen halbwegs zivilisierten Menschheit vollständig ausgeblendet wurden und darüber hinaus das Denkvermögen durch kindisches Moralgeschwafel einen schweren Schaden erlitten hat:


Einem religiös verblendeten Volk, das in systemischer Ungerechtigkeit existiert, ohne deren Ursache zu kennen, ist eine "Moral" immer leichter zu verkaufen als eine Erkenntnis. Nur ganz Wenigen gelingt es, die perfide Doppelmoral zu durchschauen,…

"Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt. Die christliche Kirche ließ Nichts mit ihrer Verderbnis unberührt, sie hat aus jedem Wert einen Unwert, aus jeder Wahrheit eine Lüge, aus jeder Rechtschaffenheit eine Seelen-Niedertracht gemacht. Man wage es noch, mir von ihren "humanitären" Segnungen zu reden! Irgendeinen Notstand abschaffen ging wider ihre tiefste Nützlichkeit, - sie lebte von Notständen, sie schuf Notstände, um sich zu verewigen…
    Der Parasitismus als einzige Praxis der Kirche; mit ihrem Bleichsuchts-, ihrem "Heiligkeits"-Ideal jedes Blut, jede Liebe, jede Hoffnung zum Leben austrinkend; das Jenseits als Wille zur Verneinung jeder Realität; das Kreuz als Erkennungszeichen für die unterirdischste Verschwörung, die es je gegeben hat, - gegen Gesundheit, Schönheit, Wohlgeratenheit, Tapferkeit, Geist, Güte der Seele, gegen das Leben selbst…
    Diese ewige Anklage des Christentums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt, - ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen… Ich heiße das Christentum den Einen großen Fluch, die Eine große innerlichste Verdorbenheit, den Einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist, - ich heiße es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit…"
                                                                                          
Friedrich Nietzsche (Der Antichrist, 1888)

…bis sie wissenschaftlich exakt erklärt werden kann:

"Betrachten wir uns die gegenwärtige Moral etwas genauer, so erkennen wir, dass es sich um eine doppelte oder sogar eine dreifache Moral handelt. Die in den Staatsgesetzen und in der öffentlichen Meinung verankerte Moral soll verhindern, dass der Einzelmensch in eigennütziger Weise gegen den Nutzen seiner Mitmenschen und damit gegen den Gemeinnutzen verstößt, z. B. durch Diebstahl und Betrug. Aber sie erreicht diesen Zweck nur in einem verhältnismäßig kleinen Teilbereich der menschlichen Gesellschaft, nämlich nur für die Menschengruppe der wirtschaftlich Schwachen, also der Arbeitenden. Der wirtschaftlich Starke, also der Kapitalist, hat ja die moralisch verwerflichen, d. h. durch die Gesetze verbotenen und durch die öffentliche Meinung verfemten Mittel nicht nötig zur Verwirklichung des Eigennutzes mit Schädigung der Mitmenschen und des Gemeinwohles und zwar im allergrößten und praktisch uneingeschränkten Ausmaß.
    Neben dieser offenkundig doppelten Moral gibt es aber noch eine dritte, von den wenigsten Menschen durchschaute Seite, bedingt durch das heimlich schlechte Gewissen der Vertreter und Nutznießer dieser verlogenen Moral. Hier handelt es sich freilich nicht um die Großkapitalisten, die ja ihr Gewissen, wenn sie je eines besaßen, längst abgetötet haben, sondern um die breite Schicht der bürgerlichen Bevölkerung, die Arbeiter und Rentner zugleich sind, z. B. Rentner des in eine kostspielige Berufsausbildung investierten Kapitals. Sie vertreten die kapitalistisch verzerrte Moral, die ihre wirtschaftlichen Vorteile gegenüber den völlig mittellosen, ausgebeuteten, arbeitenden oder arbeitslosen Bevölkerungsschichten sichert. Aber sie haben dabei das dunkle Gefühl, auch wenn sie es sich nicht offen eingestehen wollen und können, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Daher versuchen sie ihr krankes Gewissen durch ein anständiges bürgerliches Leben zu beschwichtigen oder, falls das noch nicht ausreicht, durch kirchliche Frömmigkeit, persönliche Mildtätigkeit, Unterstützung sozialer Hilfsmaßnahmen oder Eintreten für soziale Reformen, sofern diese nur nicht soweit gehen, ihre eigenen, wohlerworbenen und moralisch sanktionierten wirtschaftlichen Vorrechte zu gefährden. Den Gegensatz zwischen Gemeinnutz und Eigennutz halten sie für eine zwar betrübliche, aber selbstverständliche und unabänderliche Tatsache. Freilich können sie sich der in ethischer oder religiöser Einkleidung an sie herantretenden Einsicht nicht verschließen, dass sie der moralischen Forderung "Gemeinnutz geht vor Eigennutz" ständig zuwiderhandeln und dass ihr wirtschaftliches Verhalten nur deshalb möglich und für sie vorteilhaft ist, weil sie das verbriefte Vorrecht der sozial gehobenen Schichten auf Kosten der unteren Gesellschaftsschichten ist. Aber sie beruhigen ihr Gewissen durch die nicht zu bestreitende Feststellung, dass es keinen oder fast keinen Menschen gibt, der gewillt und fähig ist, in seinem wirklichen Verhalten dem Gemeinnutzen auf Kosten des Eigennutzen zu dienen. Die Tatsache aber, dass alle Menschen Sünder sind, befreit den Einzelmenschen weitgehend vom Stachel des Gewissens und kann nötigenfalls als eine Kollektiverscheinung auch durch geeignete religiöse Kollektivmaßnahmen zwar nicht beseitigt, aber immerhin gemildert und verdeckt werden.
    Die wenigen Menschen, in denen der Wille und die Fähigkeit zur inneren Ehrlichkeit durch diese Moral noch nicht gestört wurde, wissen, dass der Egoismus, also das Streben nach dem Eigennutzen (Der Begriff "Eigennutz" ist sorgfältig vom Begriff "Selbstsucht" zu unterscheiden!) als Ausmaß des Selbsterhaltungstriebes eine natürliche und naturgewollte Tatsache und als solche für das Leben ebenso zweckmäßig wie notwendig ist. Eine Moral, die diese Tatsache offen oder versteckt, theoretisch oder praktisch verkennt, verdeckt, bestreitet oder bekämpft, ist deshalb in sich unwahr. Sie zwingt die Menschen dazu, entweder zu lügen, nämlich bewusst oder unbewusst andere oder sich selbst zu belügen, oder aber gegen diese Moral und damit gegen die Moral überhaupt sich aufzulehnen, sei es äußerlich oder innerlich, offen oder heimlich, ehrlich oder unehrlich, bewusst oder unbewusst. Nur wenige Menschen haben es im Lauf der Menschheitsgeschichte ernstlich versucht, diese Moral für ihr persönliches Leben zu verwirklichen, freilich kaum mit der zur nötigen Selbstaufgabe und Selbstvernichtung führenden Konsequenz, sondern nur mit dem Ergebnis, dass die schmerzliche Erkenntnis ihrer "Sündhaftigkeit" immer heftiger und verzweiflungsvoller wurde und sie sich durch den aussichtslosen Kampf gegen die natürlichen Triebe auch tatsächlich immer tiefer in wirkliche "Sünde", nämlich in unnatürliche und widernatürliche Verirrungen verstrickten.
    Der schleichende und fressende Schaden dieser verlogenen Moral artet in die akute Form einer Katastrophe aus, wenn sie im Dienst einer politischen, sozialen oder religiösen Gemeinschaft missbraucht wird. Der Egoismus des Einzelnen soll zum Wohl der Gemeinschaft unterdrückt werden, aber er findet nur eine willkommene Gelegenheit, sich unter der Maske der Gemeinschaftsidee im ehrlichen oder nur vorgeblichen Eintreten für diese ohne moralische Hemmungen auszuleben. Je länger und je stärker er unter dem Druck eines äußeren Zwanges oder einer inneren "moralischen" Forderung zugunsten einer machtpolitischen Gemeinschaft niedergehalten und aufgestaut wurde, desto heftiger, sinnloser und entarteter ist die Form seiner Entladung, wenn ihm endlich unter dem moralischen Deckmantel der Gemeinschaftsidee ein Ventil geöffnet wird. Die Geschichte der Völker und Parteien, der religiösen Bewegungen und Sekten, die Geschichte der Glaubens- und Parteikämpfe, innenpolitischen Maßnahmen und militärischen Kriege bis in die Gegenwart hinein ist übervoll von Beispielen für diese psychologisch so verständliche und menschlich so beschämende Tatsache.
    Der geschilderten, innerlich so verlogenen Moral mit all ihren, hier nur kurz angedeuteten schädlichen Auswirkungen stellen wir nun die natürliche und sinnvolle Ordnung entgegen, welche die Natürliche Wirtschaftsordnung nicht nur für die wirtschaftlichen Beziehungen der Menschen untereinander darstellt, sondern auch für den Aufbau der Gesellschaft und darüber hinaus jeder menschlichen Gemeinschaft nahe legt. Die Grundlage jeder menschlichen Beziehung, also auch jeder menschlichen Gemeinschaft, ist der Leistungsaustausch im weitesten Sinn des Wortes. Jeder Mensch ist mit seinen wirtschaftlichen und kulturellen, mit seinen körperlichen, seelischen und geistigen Bedürfnissen auf die Hilfe und Ergänzung durch die Mitmenschen angewiesen und erhält sie auch als Gegenleistung für die Hilfe und Ergänzung, die er selbst den anderen gewährt. Der Leistungsaustausch geschieht ganz allgemein ebenso wie im Sonderfall des wirtschaftlichen Warentausches auf der Grundlage des freien Wettbewerbes nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage und ist stets für beide Teilnehmer vorteilhaft. Es gilt hier im Wesentlichen dasselbe Gesetz wie für den (direkten) Warentausch: für jeden der beiden Teilnehmer hat die beim Austausch empfangene Leistung den gleichen objektiven, aber einen höheren subjektiven Wert wie die dafür gegebene Gegenleistung. Der Egoismus, also das Streben nach Eigennutz, ist also moralisch nicht nur erlaubt, sondern sogar geboten; denn der Gemeinnutz kann nur in dieser Weise durch Erfüllung des Eigennutzes gesichert werden und umgekehrt. Moralisch verwerflich, gesellschaftlich verfemt, gesetzlich verboten und mit Strafe bedroht aber ist die Selbstsucht, die den Eigennutzen auf Kosten des Gemeinnutzes mit Umgehung des Leistungsaustausches zu verwirklichen strebt, z. B. durch Diebstahl und Betrug nicht nur in dem üblicherweise verstandenen kleinen Maßstab, sondern auch im großzügigen Maßstab unserer gegenwärtigen kapitalistischen Geldwirtschaft und staatlichen Weltordnung. Aber auch die Selbstlosigkeit, d. h. der Verzicht auf Leistungsaustausch zugunsten des Gemeinwohles oder richtiger gesagt: der Verzicht auf eine handgreifliche Gegenleistung für die gebotene eigene Leistung wird den moralischen Heiligenschein verlieren; denn man wird erkennen, dass die meisten und vielleicht sogar alle selbstlosen Handlungen in Wahrheit nur die Befriedigung eines feineren, also edleren und darum wertvolleren Egoismus bezwecken."

Dr. Ernst Winkler (Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung, 1952)

Friedrich Nietzsche hatte keinesfalls übertrieben. "Der Antichrist" war eine phänomenale wissenschaftliche Leistung, bevor "Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform" (Silvio Gesell, 1906) geschrieben war. Bei diesem Kenntnisstand war es unvermeidlich, dass der bedeutendste deutsche Philosoph mit seinen Zeitgenossen nichts mehr anfangen konnte und schließlich an der Welt verzweifelte.

Eine "Leistung" ganz anderer Art ist dagegen die "Fähigkeit" von Schweinepriestern, Politikern und anderen berufsmäßigen Vollidioten (im ursprünglichen Wortsinn verstanden), bis heute gar nichts begriffen zu haben. Das ist aber auch vollkommen unwichtig, denn die Zivilisation braucht diese Dummschwätzer nicht. Im Gegenteil: Für die Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung muss das Volk nur erkennen, dass es niemals dümmer sein kann als jene, die außer Lügen nichts gelernt haben – ob sie es wissen oder nicht.


Stefan Wehmeier, 02.08.2015