Montag, 1. April 2019

Neulich auf Planet Unwissen

"Man glaubt es kaum, aber der Zins gehört zu den schwierigsten und umstrittensten Gebieten der Volkswirtschaft. Immer wieder haben sich die Ökonomen an einer überzeugenden Zinstheorie versucht, bis heute ohne Ergebnis. Die herrschende Meinung in den Wirtschaftswissenschaften besagt, dass der Zins notwendig ist und eine positive Wirkung auf die Wirtschaft hat."


Eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt (und in "God´s own country" schon wieder einstellen musste), ist bis heute zu dumm, den Zins zu verstehen, und (fast) niemandem kommt das seltsam vor. Mir kam das seltsam vor, nachdem ich den Zins verstanden hatte, was im Grunde einfach ist. Zumindest ist es einfacher, als auf dem Mond zu landen und lebendig wieder zurück zu kommen. Vorausgesetzt, man (oder Frau) will den Zins verstehen, muss dazu nur Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld (Silvio Gesell, 1916) gelesen werden, die nach Aussage des Verfassers "ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht." Nachdem oft genug und stets vergeblich versucht wurde, das Werk zu widerlegen (weshalb es an Universitäten auch unbekannt ist, damit sich die VWL-Studenten ungestört mit Unsinn beschäftigen können), muss also konstatiert werden, dass der Zins vom "Normalbürger" gar nicht erst verstanden werden will, was wiederum die Frage aufwirft, was eigentlich normal ist. Normal wäre gewesen, die Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft) schon vor über einem Jahrhundert zu verwirklichen, und wo die Menschheit dann heute wäre, kann bestenfalls erahnen, wer die "Großen Vier" (Heinlein, Asimov, Lem, Clarke) vollständig gelesen hat. Aber wie schon Arthur C. Clarke im Vorwort zu "2001" schrieb: "This is only a work of fiction. The truth, as always, will be far stranger." Die Suche nach der Wahrheit führt in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus, und das will der "Normalbürger", der in "dieser Welt" (Zinsgeld-Ökonomie) noch einen Funken Hoffnung hegt, sich gar nicht erst antun.

Nun muss ich all jene enttäuschen, die in ihrer Unwissenheit glauben, dass "diese Welt" noch lange Bestand haben wird. Die Zinsgeld-Ökonomie ist systemisch ungerecht und inhärent instabil, was seit der "Finanzkrise" niemand mehr bestreiten kann. Allerdings stirbt die Hoffnung zuletzt und die allermeisten glauben noch immer, dass mit Hilfe der "hohen Politik" auch die nächste "Finanzkrise" zu überleben ist. Doch das ist ein Irrtum: Armageddon. Sobald der Geldkreislauf endgültig zusammenbricht, verbleiben genau zwei Möglichkeiten: die schnellstmögliche Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung – oder der Rückfall in die Steinzeit (ob mit oder ohne Atomkrieg). Was macht es also für einen Unterschied, "schon" jetzt zu der Erkenntnis zu gelangen, die der Prophet Jesus von Nazareth bereits vor 2000 Jahren hatte:

(NHC II,2,56) Wer die Welt erkannt hat, hat einen Leichnam gefunden. Und wer einen Leichnam gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig.

Während der "Normalbürger" sein Leben lang versucht, sich der Welt als würdig zu erweisen, muss sich die Welt dem Erleuchteten als würdig erweisen. Wenn das nicht an Überheblichkeit grenzt – was dann? Aber es kommt immer auf die Sichtweise an. Betrachten wir die Welt aus der Sicht des Erfinders:

(Vorwort zur 3. Auflage der Natürlichen Wirtschaftsordnung, 1918) "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat."

Wenn es keine Ordnung gibt, "die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt", muss auch die (noch) bestehende Zinsgeld-Ökonomie durch eine bewusste und gewollte Tat in der Vergangenheit entstanden sein. Dazu war es offenbar notwendig, dass der "Normalbürger" den Zins NICHT versteht, denn anderenfalls hätte sich die halbwegs zivilisierte Menschheit gar nicht erst auf die Geldbenutzung eingelassen (oder sie frühzeitig wieder aufgegeben), solange das Wissen noch nicht zur Verfügung stand, wie das Geld auch ohne Zins umläuft. Der "zweite" Schöpfungsmythos im alten Testament der Bibel erfüllt dafür alle Voraussetzungen:

Gott der HERR (Jahwe) = künstlicher Archetyp "Investor"
Erde und Himmel = Angebot (Waren) und Nachfrage (Geld)
Regen / Feuchtigkeit = Geldemission / Liquidität
Lebendiger Mensch = selbständiger Unternehmer
Garten Eden (Paradies) = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des Lebens (ez pri ose pri: "Baum, der Frucht ist und Frucht macht") = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis (ez ose pri: "Baum, der Frucht macht") = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes)
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch
Frau / Eva = Finanzkapital / der in neues Sachkapital investierende Kulturmensch
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer)
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine)
Tod = geistiger Tod durch religiöse Verblendung
gut oder böse = egoistisch und gebildet oder selbstsüchtig und eingebildet
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz)
"die Frau gab ihrem Mann von der Frucht" = Übertragung des Urzinses auf das Sachkapital
"nackt" sein = mit eigener Arbeit Geld verdienen
"bekleidet" sein = als Investor von der Arbeit anderer Zins erpressen (lat.: vestis = Kleidung)
"als der Tag kühl geworden war" = Abkühlung der Konjunktur (beginnende Liquiditätsfalle)
"unter den Bäumen im Garten verstecken" = so tun, als wäre der Zins Lohn für eigene Leistung
"die Frau, die du mir zugesellt hast" = Abhängigkeit von zinsträchtiger Ersparnis
Nachkommen der Schlange / der Frau = Geldersparnisse / neue Sachkapitalien
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite)
"unsereiner" = die nichts anderes zu tun haben, als sich an der Mehrarbeit anderer zu bereichern
Vertreibung aus dem Paradies =
Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus
Cherubim = Denkblockaden

"Willkommen in der wirklichen Welt", könnte man jetzt sagen, aber der "Normalbürger", ob "gläubig" oder "ungläubig", will glauben, ich hätte da etwas "hineininterpretiert" und kommt gar nicht mehr auf den Gedanken, dass das bei einem Gleichungssystem mit mindestens 27 Unbekannten praktisch unmöglich ist. Nicht nur möglich, sondern in über drei Jahrtausenden immer wieder praktisch bewiesen ist hingegen, dass der "Normalbürger", der die Metaphern auf der linken Seite mit allem anderen (vermeintlicher "Unsinn" eingeschlossen) in Verbindung bringt, als ihren richtigen Bedeutungen auf der rechten Seite, unfähig bleibt, den Zins zu verstehen. Diesen Zweck hat die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor) bravourös erfüllt, und das auch noch mindestens ein Jahrhundert über den Zeitpunkt hinaus, ab dem der Urzins aus der Volkswirtschaft hätte eliminiert sein können.

Die Erbsünde ist verantwortlich für Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg, sowie für alle anderen Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen? Ja! Mit der Überwindung der Erbsünde verschwinden alle diese Probleme und wir haben das Paradies auf Erden? Ja! Schon Jesus von Nazareth hat die Menschheit von der Erbsünde erlöst? Theoretisch ja, praktisch aber noch nicht, weil es für "den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit" (dem Christentum nach Friedrich Nietzsche) vorteilhaft erschien, die originale Heilige Schrift des Urchristentums (Gnosis = Kenntnis) zu verbrennen und stattdessen "die Bildzeitung der Antike" (die vier biblischen Evangelien) zu verbreiten:

(NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen.
(Matthäus 10,34-35) Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
(NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, - ich bin mit ihm.
(Matthäus 18,20) Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
(NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.
(Lukas 12,10) Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.
(NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.
(Matthäus 10,37-38) Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.
(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.
(unwissenschaftliche Übersetzung / "moderne" theologische Interpretation von NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennt, kann der Sohn einer Hure genannt werden?
(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.
(Matthäus 18,19) Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. (Matthäus 17,20) Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.
(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht."

Mutter (der Kultur) = Summe aller Ersparnisse
Hure = Finanzkapital
Brüder und Schwestern = Sach- und Finanzkapitalien mit eingeschränkter Konkurrenz
Berg = Rentabilitätshürde des Urzinses
Vater (der Kultur) = volkswirtschaftliches Kreditangebot
Sohn = Kreditnachfrage für neue Sachkapitalien
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf)
Königreich des Vaters = Natürliche Wirtschaftsordnung (Normalzustand der Vollinvestition)

Besondere Beachtung verdient die inhaltliche Übereinstimmung von Logion 113 und dem weiter oben zitierten Anfang des 3. Vorwortes zur NWO. Ganz davon abgesehen, dass die Beweislast mehr als erdrückend ist, hätte keine andere Erkenntnis den Propheten Jesus von Nazareth zur berühmtesten Persönlichkeit der Welt gemacht, auf der bis heute die planetare Zeitrechnung basiert, denn allgemeiner Wohlstand und der Weltfrieden sind ohne eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform prinzipiell unmöglich. Es bleibt die Frage, wer den "Himmel auf Erden" (Nachfrage äquivalent Angebot) verwirklichen soll. Kein Problem, für 48 Mrd. € Gage kann ich diese "Kleinigkeit" erledigen, denn ich habe schon länger als zehn Jahre darüber nachgedacht:

(NHC II,2,108) Jesus sagte: "Wer von meinem Mund trinken wird, wird werden wie ich; ich selbst werde er werden, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren."

Umsonst ist nur die Steinzeit. Aber natürlich steht es den Dummen frei, diesen Artikel bis zum evident werden der globalen Liquiditätsfalle in die Schublade "Aprilscherz" einzuordnen. 


Stefan Wehmeier, 01.04.2019 




Dienstag, 29. Januar 2019

Die erste und die zweite Matrix

"Durch ihre Unglaubhaftigkeit entzieht sich die Wahrheit dem Erkanntwerden."

Heraklit von Ephesos (520 v. Chr. - 460 v. Chr.)

In allen großen Gesellschaften bestimmte immer eine Priesterschaft, was geglaubt werden durfte und was nicht. Viele glauben, wir wären über dieses Stadium längst hinaus, doch das ist ein Irrtum. Tatsächlich ist es heute so, dass die Priester nur darum keine Verbote aussprechen und diese nach eigenem Ermessen mit Gewalt durchsetzen müssen, weil sich die halbwegs zivilisierte Menschheit bereits vollständig der Religion ergeben hat. Und wo keine Gegenwehr erfolgt, braucht auch keine physische Gewalt angewendet zu werden. Es genügt die geistige Gewalt, die die Priester nach wie vor ausüben, um das Volk dumm zu halten, auch wenn die Priester schon gar nicht mehr wissen warum und wozu.

Priester sind professionelle Lügner, die in der ersten Matrix die Wahrheit noch kannten, und die sie in der (noch) bestehenden zweiten Matrix schon seit etwa 2500 Jahren vergessen haben. Die erste Matrix (blauer Text) wurde vor ca. 3250 Jahren durch Moses initiiert, und die zweite Matrix (roter Text) entstand durch eigenmächtiges Umprogrammieren der israelitischen Priesterschaft:

Genesis 1,1 - 11,9

Wer den Text liest, aber ihn nicht versteht, ist und bleibt ab diesem Zeitpunkt ein Untertan der von den Schöpfungsmythen implizit umschriebenen Götter Jahwe (1. Matrix) und Elohim (2. Matrix). Dabei handelt es sich um künstliche Archetypen im kollektiv Unbewussten, die auf subtile Weise das Verhalten ihrer Untertanen steuern. Die Untertanen, ob "gläubig" oder "ungläubig", sind sich dessen nicht bewusst und können sich dem nicht entziehen. Jedes Wort, das irgendein Priester von sich gibt, zielt darauf ab, die Untertanen tiefer in die religiöse Verblendung zu treiben, aus der sie sich nicht mehr befreien können. Dazu ist es nicht nötig, dass die "Geistlichen" (mittlerweile hochgradig Geisteskranken) noch irgendetwas wissen, denn die religiöse Verblendung besteht gerade darin, die wahre Bedeutung von Genesis_1,1-11,9 NICHT zu verstehen! Nur so können die Untertanen "halbwegs glücklich" in einer Welt existieren, in der Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg zum Alltag gehören.

(NHC II,2,56) Jesus sagte: Wer die Welt erkannt hat, hat einen Leichnam gefunden. Und wer einen Leichnam gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig.

Jesus von Nazareth war der erste Denker, der sich nicht nur aus der religiösen Verblendung befreite (Erkenntnisprozess der "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion"),...

(NHC II,3,21) Diejenigen, die sagen: "Der Herr ist zuerst gestorben und dann auferstanden", sind im Irrtum. Denn er ist zuerst auferstanden und dann gestorben. Wenn jemand nicht zuerst die Auferstehung erwirbt, wird er sterben.

...sondern auch die einzige Lösung (Erlösung) zur Überwindung der in Genesis_3 umschriebenen Erbsünde erkannte, in der sich die halbwegs zivilisierte Menschheit bis heute befindet, und die tatsächlich verantwortlich ist für alle Zvilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen. Die Genesis ist nicht eine "Schöpfung von Natur", sondern – eigentlich selbstverständlich – die Schöpfung von Kultur, bzw. Zivilisation, als Folge einer entwickelten und gerechten Arbeitsteilung. Auf dem Weg zu diesem Ziel ist die systemische Ungerechtigkeit der Erbsünde ein Hindernis, das vor 3250 Jahren erstmals erkannt wurde, aber zu dieser Zeit noch nicht zu überwinden war. Also musste diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes aktiv ausgeblendet werden, damit das, was sich heute "moderne Zivilisation" nennt, überhaupt entstehen konnte. Das – und nichts anderes – war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion (Rückbindung auf die künstlichen Archetypen Jahwe und Elohim), die im Lauf der Zeit vom Wahnsinn mit Methode (1. Matrix) zum Wahnsinn ohne Methode (2. Matrix) mutierte. Denn Wahnsinn ist es ganz sicher, sich auf die Erbsünde einzulassen, ohne bereits zu wissen, wie sie zu überwinden ist. Jedoch ohne diese Heldentat des "von Gott auserwählten Volkes" würden wir heute noch Pyramiden bauen und die altägyptischen Götter anbeten! Dazu ist es hilfreich, sich mit der Ökonomie der alten Israeliten zu befassen, wissenschaftlich beschrieben in dem einzigartigen Werk "System der politischen Ökonomie" (1903 - 1908) von Prof. Dr. Gustav Ruhland:

Die wirtschaftspolitischen Grundsätze der mosaischen Gesetzgebung

Das vorantike Ägypten war als eine zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld (Ursozialismus) organisiert, in der die Freiheit des Einzelnen extrem eingeschränkt war. Am ehesten wäre dieser vorzivilisatorische Zustand mit der ehemaligen Sowjetunion zu vergleichen, in der ein Politbüro jede Privatinitiative im Keim erstickte. Der "Auszug der Israeliten aus Ägypten" ist wie alles in der originalen Heiligen Schrift nicht gegenständlich, sondern funktional zu verstehen; d. h. es ist irrelevant, ob ein paar Flüchtlinge irgendwo durch die Wüste irrten, sondern die wesentliche Bedeutung ist die "Weiterentwicklung der menschlichen Kultur vom Ursozialismus zur Marktwirtschaft". Moses ist als der Erfinder der Marktwirtschaft anzusehen, die mit der Benutzung von liquidem Geld und dem Recht auf Privateigentum überhaupt erst "die Entwicklung vom Herdenmenschen, vom Teilmenschen zum selbständigen Vollmenschen, zum Individuum und Akraten, also zum Menschen, der jede Beherrschung durch andere ablehnt,..." (Zitat: Silvio Gesell) ermöglicht. Moses war sich bewusst, dass es bis zur Verwirklichung einer wahrhaft gerechten Marktwirtschaft noch ein weiter und beschwerlicher Weg sein würde, denn dazu musste die aus der Geldbenutzung resultierende Erbsünde überwunden werden, die nur den Priestern bekannt war und die das arbeitende Volk nicht kennen durfte, um nicht wieder in die Primitivität des Ursozialismus zurückzufallen. Darum warteten die alten Israeliten über zwölf Jahrhunderte lang auf den einen Propheten, der ihnen erklären würde, wie die Erbsünde zu überwinden ist. Und als der Prophet erschien, wurde er nicht mehr verstanden, weil die Priesterschaft sich in der Zwischenzeit mit der Erbsünde arrangiert und deren wahre Bedeutung längst vergessen hatte:

Gott der HERR (Jahwe) = künstlicher Archetyp "Investor"
Erde und Himmel = Angebot (Waren) und Nachfrage (Geld)
Regen / Feuchtigkeit = Geldemission / Liquidität
Lebendiger Mensch = selbständiger Unternehmer
Garten Eden (Paradies) = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des Lebens (ez pri ose pri: "Baum, der Frucht ist und Frucht macht") = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis (ez ose pri: "Baum, der Frucht macht") = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes)
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch
Frau / Eva = Finanzkapital / der in neues Sachkapital investierende Kulturmensch
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer)
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine)
Tod = geistiger Tod durch religiöse Verblendung
gut oder böse = egoistisch und gebildet oder selbstsüchtig und eingebildet
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz)
"die Frau gab ihrem Mann von der Frucht" = Übertragung des Urzinses auf das Sachkapital
"nackt" sein = mit eigener Arbeit Geld verdienen
"bekleidet" sein = als Investor von der Arbeit anderer Zins erpressen (lat.: vestis = Kleidung)
"als der Tag kühl geworden war" = Abkühlung der Konjunktur (beginnende Liquiditätsfalle)
"unter den Bäumen im Garten verstecken" = so tun, als wäre der Zins Lohn für eigene Leistung
"die Frau, die du mir zugesellt hast" = Abhängigkeit von zinsträchtiger Ersparnis
Nachkommen der Schlange / der Frau = Geldersparnisse / neue Sachkapitalien
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite)
"unsereiner" = die nichts anderes zu tun haben, als sich an der Mehrarbeit anderer zu bereichern
Vertreibung aus dem Paradies =
Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus
Cherubim = Denkblockaden

Wer "moderne Volkswirtschaftslehre" studiert hat, wird die wahren Zusammenhänge noch weniger verstehen (wollen) als der heutige "Normalbürger", dem ein solches Studium erspart geblieben ist. Denn "es ist schwierig, jemanden dazu zu bringen, etwas zu verstehen, wenn er sein Gehalt dafür bekommt, dass er es nicht versteht" (Zitat: Upton Sinclair). Das gilt ebenso für Politiker und Soziologen, die aus beruflichen Gründen nicht wahrhaben wollen, dass die Arbeitsteilung den Menschen über den Tierzustand erhob und die Qualität der makroökonomischen Grundordnung den Grad der Zivilisiertheit bestimmt, den der Kulturmensch erreichen kann.

Allen anderen sei empfohlen, das oben verlinkte Kapitel aus dem Buch von Prof. Ruhland noch einmal zu lesen. Jetzt wird deutlich, warum die alten Israeliten so handelten, wie sie es taten – bis sie von 597 v. Chr. bis 539 v. Chr. in die Babylonische Gefangenschaft gerieten. Wohl aus Angst, das Geheimnis der Erbsünde und des Gottes Jahwe könnte zu früh verraten und damit der Plan für die Zukunft zunichte gemacht werden, verfassten die Hohepriester die heute so genannte priesterliche Schicht des alten Testamentes (2. Matrix) und brachten sich damit selbst in die religiöse Verblendung, wobei sie wissentlich in Kauf nahmen, dass ihre Nachkommen den Propheten nicht mehr verstehen würden, der alle von der Erbsünde erlösen sollte:

Grande Finale

Durch "die unterirdischte Verschwörung, die es je gegeben hat" (dem Christentum nach Nietzsche) wurde die Lehre des Jesus von Nazareth in ihr Gegenteil verkehrt und für das Fortbestehen der Matrix missbraucht, die durch seine Erkenntnis eigentlich hätte gelöscht werden sollen. Die "heilige katholische Kirche" verbrannte die originale Heilige Schrift des Urchristentums (Gnosis = Kenntnis) und verbreitete stattdessen die "Bildzeitung der Antike" (die vier biblischen Evangelien), aus der sich ohne Kenntnis der originalen Gleichnisse das Wissen nicht mehr ableiten lässt, mit dem Jesus im Nachhinein betrachtet seiner Zeit um 19 Jahrhunderte voraus war:

(NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen.
(Matthäus 10,34-35) Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
(NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, - ich bin mit ihm.
(Matthäus 18,20) Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
(NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.
(Lukas 12,10) Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.
(NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.
(Matthäus 10,37-38) Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.
(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.
(unwissenschaftliche Übersetzung / "moderne" theologische Interpretation von NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennt, kann der Sohn einer Hure genannt werden?
(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.
(Matthäus 18,19) Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. (Matthäus 17,20) Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

Mutter (der Kultur) = Summe aller Ersparnisse
Hure = Finanzkapital
Brüder und Schwestern = Sach- und Finanzkapitalien mit eingeschränkter Konkurrenz
Berg = Rentabilitätshürde des Urzinses
Vater (der Kultur) = volkswirtschaftliches Kreditangebot
Sohn = Kreditnachfrage für neue Sachkapitalien
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf)

(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht." ***

Königreich des Vaters = Natürliche Wirtschaftsordnung

*** (Silvio Gesell, Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918) "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat."

Damit ist ebenfalls erklärt, warum Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft) bis heute auf sich warten lässt, obwohl dieser eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation "ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht". Selbstverständlich ist dieses bedeutendste (um nicht zu sagen: einzig bedeutende) makroökonomische Grundlagenwerk an Universitäten unbekannt, sodass sich die VWL-Studenten ungestört mit Unsinn beschäftigen können.

Was veranlasst zu der Überzeugung, dass der Himmel auf Erden (Nachfrage äquivalent Angebot) heute verwirklicht wird? Der Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!


Stefan Wehmeier, 30.01.2019


PDF Download:
Die erste und die zweite Matrix


Dienstag, 1. Januar 2019

Paradies ohne Erbsuende

"Nach katholischer Lehre besteht die Erbsünde im Zustand allgemeiner Heillosigkeit des Menschen und der Menschheit."
 
In völliger Naivität und Hilflosigkeit steht die halbwegs zivilisierte Menschheit noch immer einem Phänomen gegenüber, das schon vor einem Jahrzehnt vollständig erklärt war und genauso lange hätte überwunden sein können – wenn die eingebildete Angst vor dem "Verlust" der Religion nicht bis heute größer wäre als die zu erwartende reale Angst vor dem Untergang der Zivilisation. Kleine und größere Zusammenbrüche der Zivilisation hat es in der Menschheitsgeschichte viele gegeben, und in der Regel wurden sie von den Betroffenen nicht erwartet. Im Nachhinein erklären die heute in den Schulen verwendeten Geschichtsbücher auch nicht die Ursache, die tatsächlich immer die gleiche war: die in Genesis_3,1-24 mit genialen Metaphern exakt umschriebene Erbsünde. Die wesentliche Aufgabe der Religion war es, diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes auszublenden. Das ist ihr bis jetzt bravourös gelungen, sowohl bei den Kirchgängern als auch bei denen, die zumindest das schon als Zeitverschwendung erkannt haben. Der kurz bevorstehende Zusammenbruch der Zivilisation (Armageddon) wird der größte aller Zeiten sein und gleichzeitig der von den "Verantwortlichen" am wenigsten erwartete, denn echte Verantwortliche gibt es schon lange nicht mehr:
 
Armageddon ist das evident werden der globalen Liquiditätsfalle. Ursache und Wirkung wurden 1935 von John Maynard Keynes beschrieben. Allerdings war die ungeheure Dynamik dieses Prozesses damals noch nicht vorstellbar, denn heute wird der Zusammenbruch des globalen Geldkreislaufs wesentlich durch das Vorhandensein von 16.000 Atomsprengköpfen beschleunigt. In früheren Zeiten war der Krieg – zur umfassenden Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß anzuheben und damit das Geld wieder in Bewegung zu versetzen – die letzte Möglichkeit, um aus der Liquiditätsfalle heraus zu kommen. Heute ist diese "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" aufgrund der seit dem 2. Weltkrieg bestehenden atomaren Abschreckung verwehrt. Also wird in nächster Zukunft (vielleicht schon morgen) die Weltwirtschaft von einem Tag auf den anderen stillstehen - und allein die schnellstmögliche Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = Paradies ohne Erbsünde / Himmel auf Erden = Nachfrage äquivalent Angebot) kann den ansonsten unvermeidlichen Rückfall in die Steinzeit verhindern.
 
Glücklicherweise habe ich mir schon vor dem Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform) genau überlegt, wie der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation zu verwirklichen ist, ohne dabei eine Katastrophe in der Katastrophe auszulösen. Anderenfalls hätte die halbwegs zivilisierte Menschheit keine Überlebenschance mehr, denn wer erst dann mit dem Denken anfängt, sobald die Katastrophe passiert, hat schon verloren. In diesem Sinne wünsche ich allen, dass das letzte Weihnachten das allerletzte war.
 

Stefan Wehmeier, 01.01.2019