Donnerstag, 23. April 2020

Das darf nicht wahr sein


Mit geradezu übermenschlicher Einbildungskraft ist es den Corona-Geschädigten gelungen, zwar noch nicht die Naturgesetze, aber die Zinsgeld-Ökonomiegesetze außer Kraft zu setzen. Trotz der katastrophalsten Wirtschaftsprognosen aller Zeiten glauben die Geschädigten ernsthaft, dass nach der "Corona-Pandemie" das jetzt durch die freundlichen Zentralbanken vermehrte Zinsgeld wieder richtig in Schwung kommt und doch eher eine Inflation zu erwarten sein müsste, sodass man fleißig Aktien kauft. Im allgegenwärtigen Getöse des Coronagesabbels fällt es nicht allzu schwer, mahnende Stimmen (die vom Wahrheitsministerium ohnehin der Verschwörungstheorie bezichtigt werden) geflissentlich zu überhören, und so kann man schon mal von 25% Gewinnmitnahme träumen, sobald in Kürze das "gewohnte Leben weitergeht".

Realitätsverweigerung war schon immer ein beliebter Volkssport, aber in Corona-Zeiten nimmt er pandemische Ausmaße an. Ist jemand ein Schelm, wer Böses dahinter vermutet? Nein, aber die gute Absicht dahinter ist gar nicht so einfach zu erkennen: Mit der "Corona-Pandemie" (bzw. dem kollektiven Hirngespinst gleichen Namens) hat sich der "liebe Gott" von euch verabschiedet, und ich darf jetzt den hinterlassenen Trümmerhaufen in eine ernstzunehmende Zivilisation verwandeln. Das fällt noch schwer, solange sich die sportlichen Aktivitäten in die falsche Richtung entwickeln. Ich könnte, wie gesagt, den Jüngsten Tag vom 01.01.2021 auf den 01.07.2020 vorverlegen, wenn sich eure Aktivitäten auf das Erkennen der Realität konzentrieren, damit die erträumten +25% nicht zu realistischen -80% werden. Nicht Inflation, sondern Deflation ist jetzt angesagt, und aus der kommt ihr nicht wieder heraus, bis ihr euer neues Grundgesetz akzeptiert. Ob das wahr sein darf, spielt keine Rolle; es ist wahr: Es gibt nur das wahre Leben danach, nicht das gewohnte.


Stefan Wehmeier, 23.04.2020


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