Montag, 5. Januar 2015

So genannte östliche Weisheiten



"Gegen Ende der siebziger Jahre führte die Abneigung gegen die Exzesse der Industriegesellschaft zu einer Aversion gegen die Vernunft im Allgemeinen. Die Drogenszene, die "Yippies", das neu erwachte Interesse an Hexerei, Astrologie und exzentrischen Religionen, die Tendenz, in Sandalen nach Katmandu zu trampen – all das waren Teile der gleichen Schablone. Und es lag eine seltsame Ironie in der Tatsache, dass zu einem Zeitpunkt, wo der Osten verzweifelt versuchte, sich die Technologie des Westens anzueignen, der Westen sich auf der Suche nach geistiger Führung dem Osten zuwandte.
    Ich glaube zuversichtlich, dass auf lange Sicht aus diesen gärenden Ideen und Philosophien viel Gutes entstehen kann. Die Extremisten auf beiden Seiten werden verstummen. Übrigbleiben sollte vielleicht eine größere Ehrfurcht vor der organischen Welt, nicht aber eine unkritische Annahme von allem, was "natürlich" ist. Es gibt viele natürliche Dinge, die energisch ausgemerzt werden sollten – und vieles, was künstlich ist, verdient größtmögliche Förderung."

Arthur C. Clarke (aus "Profile der Zukunft", 1981)

Dass "östliche Weisheiten" – in Bezug auf das zivilisierte Zusammenleben – von echtem Wissen weit entfernt sind, beschrieb ich 2008 beispielhaft im Buch "Himmel auf Erden":


Zusammengefasst besteht der wesentliche Unterschied zwischen "Westen" und "Osten" bis heute darin, dass in unserem Kulturkreis seit etwa 3200 Jahren sowohl ein genau definiertes Ziel (das Paradies) als auch ein genau definiertes Problem (die Erbsünde) auf dem Wege zu diesem Ziel existieren, während alle so genannten östlichen Weisheiten weder das eine noch das andere jemals auch nur ansatzweise thematisiert haben. Für das, was bei uns von einer kleinen, aber heute wieder wachsenden Minderheit endlich verstanden wird…


…gibt es im Osten keinerlei Denktradition. Dort weiß man nicht, dass die Arbeitsteilung den Menschen über den Tierzustand erhob, dass die Makroökonomie die wirkliche Basis allen menschlichen Zusammenlebens ist und das Geld die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung. Dem Osten blieb somit nichts anderes übrig, als "sich die Technologie des Westens anzueignen", die sinnlose Jagd nach Kapitalertrag mitzumachen und "die Exzesse der Industriegesellschaft" gänzlich unreflektiert zu übernehmen, so wie der Westen seine bis heute fehlerhafte Makroökonomie gänzlich unreflektiert aus der Antike übernahm.

Religionen allgemein sind spezifische Rückbindungen auf künstliche Archetypen im kollektiv Unbewussten (Götter aus der "Sicht" der Untertanen) für die notwendige psychologische Anpassung eines Kulturvolkes an eine noch fehlerhafte (kapitalistische) Makroökonomie. Das bewusste Erkennen der Funktionsweise einer Religion und der dazugehörigen Götter ist "die Auferstehung" (aus der religiösen Verblendung, bzw. dem geistigen Tod) und das Überflüssigmachen aller Religionen für alle Menschen ist "die Erleuchtung". Um zur letzten Erkenntnis, der Erleuchtung, zu gelangen, reicht es nun keinesfalls aus, sich über die primitive Götterwelt (Vorurteilswelt) des Hinduismus zu erheben, wie dies dem Buddha (Siddhartha Gautama, 563 v. Chr. – 483 v. Chr.) gelang, sondern es muss "der eine Gott" (Jahwe = Gott der HERR = Allah), der (noch) die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit beherrscht, bewusst erkannt und überflüssig gemacht werden:


Das wäre schon Jesus von Nazareth gelungen, wenn "der eine Gott" die halbwegs zivilisierte Menschheit nicht soweit verdummt hätte, dass sie nach wie vor glaubt, Zinsen müssten wohl auf "Apfelbäumchen" wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer. Somit wird in den "christlichen" Kirchen noch immer die falsche Musik gespielt...


…und wir warten bis heute auf den Jüngsten Tag.

Dass schon der Buddha nichts Wesentliches wusste und darum ein gewisser Dalai Lama schon gar nichts weiß, sollte jetzt klar sein. Aber selbst wenn "seine Heiligkeit" keine blasse Ahnung hat, ist er dann nicht wenigstens ein "netter Mensch"? Nein:


Dummheit ist ein unvergleichlich gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Während es bei einem "westlichen Normalbürger" durchaus gelingt, ihm frühzeitig ein Bewusstsein für die einzig wahre Zivilisation, die Natürliche Wirtschaftsordnung, zu vermitteln,…


…ist das bei einem von "östlicher Weisheit" verwirrten Patienten kaum möglich:


Silvio Gesell (3. Vorwort zur NWO, 1918): "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat."

Hallo Xxx Xxxxx,

zuerst muss man selbst über das Bewusstsein verfügen, auf welche makroökonomischen Grundregeln sich alle einigen müssen, damit allgemeiner Wohlstand, eine saubere Umwelt (bzw. eine Harmonie zwischen Natur und Kultur) und der Weltfrieden überhaupt möglich werden (siehe: Eigennutz und Gemeinnutz). Dann kann man sich konstruktive Gedanken machen, wie dieses Bewusstsein auch anderen zu vermitteln ist. Bis dahin gibt es noch kein Bewusstsein, sondern - sofern es das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft - nur dummes Geschwätz. Politik (der Versuch, etwas zu "regeln", was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt) ist immer dummes Geschwätz. Das Menschenrecht steht über dem Völkerrecht; nicht umgekehrt (siehe: Der Abbau des Staates).

Mit freiwirtschaftlichem Gruß

Stefan Wehmeier


Hallo Stefan,

genau da liegt der Knackpunkt, das fehlende Bewußtsein, wobei der Spruch von Silvio Gesell dies bestätigt und schon ein Beweis seiner Unkenntnis ist, indem er behauptet, daß es solche Ordnung nicht gibt.
    Die Natur des Menschen findet in der Kultur ihren Ausdruck und das sind keine Gegensätze, wobei der Mensch aufgrund seines freien Willens das Wesen seiner Natur auch verleugnen kann, woraus dann auch  eine entsprechende Kultur resultiert. Dies ist jedoch wiederum nötig, um aus der Dunkelheit ins Licht zu gehen, damit das Wesen unserer menschlichen Natur erkannt werden kann.
    Wie nun das fehlende Bewußtsein den Menschen vermittelt werden kann, geht ja aus den Schamanenschriften hervor, die Ich Dir geschickt hatte, darum bin Ich etwas verwundert über deine Aussage bezüglich der Vermittlung. Zudem steht das Menschenrecht unter dem Naturrecht, und diese Ordnung hat Silvio nicht berücksichtigt, und auch Du machst den zweiten Schritt vor dem ersten, denn allein das Wort "makroökonomisch" wird von 85% der Gesellschaft gar nicht verstanden, das ist, wie einem Neger im Urwald ein Buch zu geben, damit er die darin befindlichen Weisheiten erfährt, obwohl er gar keine Buchstaben kennt. Also liegt es auf der Hand, daß erst mal ein ordentliches Fundament geschaffen werden muß, in der die fehlenden Faktoren, die Silvio ignoriert hat, berücksichtigt werden.

Liebe Grüße

Xxx Xxxxx


(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht."

Hallo Xxx Xxxxx,

Jesus von Nazareth sagt hier genau das gleiche wie Silvio Gesell. Das "Königreich des Vaters" (Vater der Kultur = volkswirtschaftliches Kreditangebot) ist nichts anderes als die Natürliche Wirtschaftsordnung, die vom Privatkapitalismus (Erbsünde) befreite, freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft (das Paradies). Das Paradies ohne Erbsünde hat es noch nie gegeben und muss erst noch verwirklicht werden durch "eine bewusste und gewollte Tat", aber "die Menschen sehen es nicht". Die Allermeisten sehen es bis heute nicht, weil ihnen das Bewusstsein fehlt. Das Bewusstsein muss ihnen fehlen aufgrund der Religion (Rückbindung auf die künstlichen Archetypen Jahwe/Elohim = Investor/Kapitalismus). Auf der anderen Seite hätte sich ohne die Religion die halbwegs zivilisierte Menschheit gar nicht erst auf die Geldbenutzung eingelassen oder sie spätestens mit dem Untergang des Römischen Reiches wieder aufgegeben und wäre dann in die Primitivität des Ursozialismus (zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld, z. B. vorantikes Ägypten) zurückgefallen.
    Ein Naturrecht gibt es für Tiere, nicht für den Menschen. Ein "Naturrecht des Menschen" ist ein Widerspruch in sich, weil der Mensch eben nicht in der Natur, sondern in einer arbeitsteiligen Kultur lebt, die er sich zusammen mit vielen anderen Kulturmenschen künstlich aufbaut. Darum kann die Natürliche Wirtschaftsordnung "nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist." Die Natur des Menschen ist zuallererst egoistisch und der Egoismus kann und darf nicht verleugnet, sondern muss als natürliche positive Kraft eingesetzt werden. Also führt die Natürliche Wirtschaftsordnung eine Übereinstimmung von Eigennutz und Gemeinnutz herbei, sodass es automatisch das Beste für alle bedeutet, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt (was jeder gesunde Mensch ohnehin tut). Das (Eigennutz = Gemeinnutz) ist die wahre Nächstenliebe, alles andere ist verlogene Scheinheiligkeit. 
    Würdest Du über ein Bewusstsein verfügen, hättest Du die Natürliche Wirtschaftsordnung, die - nach Gesell - "ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht", längst verstanden. Nun habe ich aber mit Dir (jemand, der von sich behauptet, bereits über ein "Bewusstsein" zu verfügen) mindestens die gleichen Schwierigkeiten wie mit einem "Normalbürger", die "banalsten Selbstverständlichkeiten" zu erklären. Würde es also die Verwirklichung des eigentlichen Beginns der menschlichen Zivilisation beschleunigen, wenn Du zuerst allen anderen Dein "Bewusstsein" vermitteln könntest? Offensichtlich nicht. 

Beste Grüße

Stefan Wehmeier


Hallo Stefan,

Ich könnte jetzt wieder auf deine Argumentation eingehen, auf die Du dann doch nur wieder mit dogmatischen Absolutheitsansprüchen reagieren würdest, anstatt ordentlich zu antworten. Da Du mir implizit unterstellst, über kein Bewußtsein zu verfügen, um die "banalsten Selbstverständlichkeiten" zu verstehen, das Naturrecht des Menschen abstreitest, den Egoismus als die Natur des Menschen bezeichnest, obwohl er die Verleugnung der menschlichen Natur zum Ausdruck bringt, hat es wohl keinen Sinn, diesen Austausch fortzusetzen. Du wirst sehr einsam sterben.

XxxXxxxx


Tatsächlich habe ich XxxXxxxx nicht "implizit unterstellt", sondern explizit bewiesen, dass er über keinerlei Bewusstsein verfügt, sofern es das zivilisierte Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft. An einem wirklich zivilisierten Zusammenleben ist ein von "östlicher Weisheit" Beeinflusster aber gar nicht mehr interessiert, sondern nur noch daran, sich bei anderen unbewussten Menschen "wichtig" zu machen, egal mit welchem Schwachsinn.

Interessant ist, dass mir XxxXxxxx in seiner ersten eMail (ist hier nicht wiedergegeben, um den Dreck nicht weiterzuverbreiten) einen Link zu einem originalen Hitler-Video mitschickte, um seine "völkisch-nationale Gesinnung" zu demonstrieren, so wie ja auch "seine Heiligkeit" der Dalai Lama die merkwürdige Tendenz aufweist, sich mit alten und neuen Nazis zu umgeben. Daher mein Hinweis, dass das Menschenrecht über dem Völkerrecht steht. Weil sich XxxXxxxx unter einem makroökonomisch klar definierten Menschenrecht (letztlich das Recht zur Beteiligung am Wettbewerb) aber nichts vorstellen kann und will, musste er auf ein hypothetisches "Naturrecht des Menschen" ausweichen, und als ich ihm das auch noch widerlegte, blieb ihm nichts anderes übrig, als die Kommunikation abzubrechen.

Eigentlich schade, denn ich hatte mir von XxxXxxxx, der zunächst einen aufgeschlossenen Eindruck auf mich machte, mehr erhofft. Wie der gute alte Arthur C. Clarke schon sagte, sollte "auf lange Sicht aus diesen gärenden Ideen und Philosophien viel Gutes entstehen". Doch das wird wohl erst nach dem Jüngsten Tag möglich sein:

Silvio Gesell (Vorwort zur 5. Auflage der NWO, 1921): "Wenn wir einmal die Natürliche Wirtschaftsordnung erleben, dann braucht man sie nicht mehr in Büchern zu studieren, dann wird alles so klar, so selbstverständlich. Wie bald wird dann auch die Zeit kommen, wo man den Verfasser bemitleiden wird, nicht aber, wie es heute noch geschieht, weil er solch utopischen Wahngebilden nachstrebt, sondern weil er seine Zeit der Verbreitung einer Lehre widmete, die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht."


Stefan Wehmeier, 05.01.2015


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