Montag, 5. Juni 2017

Natur und Kultur


"Zum Herrscher der Welt geworden, wusste er nicht, was er jetzt unternehmen sollte. Doch eines war sicher: Er würde auch den nächsten Schritt tun!"
 
Arthur C. Clarke 
(am Ende des Vorspanns und am Ende von "2001 – Odyssee im Weltraum")
 
Der Übergang von der Natur zur Kultur kann als der Übergang vom instinktiven zum bewussten Handeln aufgefasst werden, wobei das menschliche Bewusstsein aus einem einzigen Gedanken entstand, den Stanley Kubrick mit seinem "genialsten Schnitt in der Filmgeschichte" visualisierte. Oberflächlich betrachtet könnte vermutet werden, dass der Gebrauch von immer besseren Werkzeugen im Verlauf von Millionen Jahren einen immer bewussteren Menschen entstehen ließ. Aber allein der Gebrauch eines Knochens als primitives Schlagwerkzeug bewirkt noch keinen nennenswerten Fortschritt. Auch Schimpansen benutzen einfache Werkzeuge, und sie haben sich kaum weiterentwickelt, seit sie vor etwa 6 Millionen Jahren aus gemeinsamen Vorfahren entstanden. Viel plausibler stellt sich das Geschehen mit dem Wissen dar, dass die Arbeitsteilung den Menschen über den Tierzustand erhob, und zwar nicht erst seit dem Beginn der Vorantike vor etwa 10.000 Jahren, sondern angefangen mit dem ersten Menschen überhaupt. Ein einzelner Australopithecus afarensis vor vielleicht 2,5 Millionen Jahren wurde zum ersten bewussten Menschen, indem er auf die großartige Idee kam, seine Artgenossen wie die Ameisen, die er schon lange beobachtet hatte, koordiniert zusammenarbeiten zu lassen. Er hatte bisher vergeblich versucht, diese großartige Idee (im Film symbolisiert durch den Monolithen) den "seinen" begreiflich zu machen. Aber nachdem es ihm gelungen war, sich durch einen Akt der Gewalt gegenüber den "anderen" zum Herrscher über die "eigenen" zu machen, konnte er in einem einzigen Gedankengang die ganze zukünftige Entwicklung des Menschen voraussehen, zunächst zum Homo habilis, dann zum Homo erectus und schließlich zum Homo sapiens. In diesem Moment wusste der erste Mensch, dass er alle Zwischenergebnisse seiner großartigen Idee selbst miterleben würde – in immer neuen Wiedergeburten bis hin zum Endergebnis! Wer weit genug in die Zukunft denkt, wird in der Zukunft wiedergeboren. So einfach ist das.
 
Im heute die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit beherrschenden "Programm Genesis" weiß niemand mehr von der Wiedergeburt – bis auf denjenigen, der das Programm selbst geschrieben hatte, um von der Vorantike in die Antike zu gelangen, in der er als erster die Neuzeit erfand:
 
Vorantike: geldlose Planwirtschaft (Ursozialismus, bzw. Staatskapitalismus) 
Antike (zivilisatorisches Mittelalter): Zinsgeld-Ökonomie (kapitalistische Marktwirtschaft) 
Neuzeit: Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus)
 
Die Neuzeit lässt nicht erst seit einem Jahrhundert auf sich warten,...
 
(Silvio Gesell, Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918) "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat."
 
...sondern schon seit fast zwei ganzen Jahrtausenden,...
 
(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht." 

...denn eine bewusste und gewollte Tat ist nicht von Untertanen (geistig Toten) zu erwarten, die noch immer an zwei mehr als überflüssigen Institutionen hängen:
 
Politik: Der Versuch, etwas zu "regeln", was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Privatkapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt.
 
Religion (Programm Genesis): Sündteure Marketingaktion, um dem arbeitenden Volk ("Tiere auf dem Feld") die Marktwirtschaft (Paradies) mit Privatkapitalismus (Erbsünde) zu verkaufen.
 
Schon bei meiner Menschwerdung konnte ich nur den Alleinherrscher spielen, und heute muss ich das wiederholen, weil keiner außer mir willens und fähig ist, eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform durchzuführen, ohne dabei eine Katastrophe in der Katastrophe auszulösen:
 
Zuerst war ich damit beschäftigt, mich selbst als "Planer, Lenker und Leiter" einer zentralistischen Planwirtschaft zu erfinden, und als das Verplanen, Lenken und Leiten von Untertanen langweilig wurde, war die Frage zu beantworten, wie man besser ganz auf Untertanen verzichtet, ohne auf irgendetwas anderes verzichten zu müssen:
 
In meinem vorherigen Leben hatte ich als Moses die Antike gestartet (Wissen ist Macht), und im ersten Abschnitt meines jetzigen Lebens erfand ich als Jesus die Neuzeit (Nicht von dieser Welt). Schon 580 Jahre vor meiner Zeit hatte sich jedoch ein Betriebsunfall ereignet, indem die israelitische Priesterschaft den heute "ersten" Schöpfungsmythos der Genesis (7-Tage-Schöpfung) vor den ursprünglichen "zweiten" (Paradiesgeschichte) gesetzt hatte, womit schon in der übernächsten Generation auch die Hohepriester in der religiösen Verblendung versunken waren:
 
Interessanterweise genau zu der Zeit, als alles esoterische Wissen für ein sinnvolles menschliches Leben verloren ging und bevor ich fünf Jahrhunderte später herausfand, wie dieses ermöglicht wird, entstand die abwegige Idee, besser ganz auf ein menschenwürdiges Leben zu verzichten:
 
Wer nicht weiß (nicht glaubt), dass alles Leid im (noch) bestehenden zivilisatorischen Mittelalter allein aus der Erbsünde entsteht, kann nicht einmal erahnen (nicht einmal erhoffen), dass mit der endgültigen Überwindung der Erbsünde am Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform) auch alles Leid überwunden ist. Auch wenn darin nichts gewusst, sondern nur geglaubt, und nichts Konkretes erahnt, sondern nur etwas Unbestimmtes erhofft wird, gibt es somit im "Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit" (dem Christentum nach Nietzsche) noch mehr Menschlichkeit, als im buddhistischen Nihilismus! Der Buddhist nimmt richtigerweise die Wiedergeburt als selbstverständlich an, leugnet aber, dass sie jemals etwas anderes sein kann als Leid, weil ein gewisser Siddhartha Gautama vor 2500 Jahren nicht viel mehr von Makroökonomie verstand, als ein Orang-Utan. Angenommen, es gibt so etwas wie das Nirwana, spricht nichts dagegen, als materieloses Geistwesen zwischen zwei Wiedergeburten nach Lust und Laune darin herumzuspuken. Gibt es aber in der materiellen Welt keine kulturelle Weiterentwicklung, die als nächsten Schritt die Natürliche Wirtschaftsordnung voraussetzt, macht auch das Herumspuken im Nirwana keinen Sinn, weil erstens das Geistwesen keine menschliche Identität ausbilden kann und zweitens das Nirwana so langweilig wird wie die materielle Welt, die sich nicht kulturell weiterentwickelt. Soviel zum Glauben buddhistischer Nihilisten, sie seien keine Nihilisten. Man kann auch sagen, Buddhismus ist geistige Onanie.
 
Was den Hinduismus betrifft, der noch immer dazu dient, in Indien ein albernes Kastenwesen aufrecht zu erhalten, hatte schon Siddhartha Gautama dessen Sinnlosigkeit erkannt, ohne dem allerdings etwas Sinnvolles entgegenhalten zu können.
 
Das Programm Genesis mit den drei Cargo-Kulten Judentum, Katholizismus (stellvertretend für alles, was sich heute "christlich" nennt) und Islam hatte ich vor 3250 Jahren selbst initiiert, aber aufgrund des Betriebsunfalls kann ich die Natürliche Wirtschaftsordnung erst heute verwirklichen:
 
Bis zur Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung überdeckt das Programm Genesis alles andere, denn überall wird (noch) Zinsgeld verwendet und es gibt privates Bodeneigentum. Nach der Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung verschwinden mit dem Programm Genesis auch Hinduismus und Buddhismus sowie alle anderen Okkultismen, während die Wiedergeburt für alle bewussten Menschen zu einer aktiv gestaltbaren Reise durch interessante Zeiten wird:
 
Die Neuzeit ist gegenüber der Antike noch bedeutend leistungsfähiger als diese gegenüber der Vorantike. Schon ab dem Jüngsten Tag wird kein Mensch mehr verhungern müssen, und schon in etwa fünf Jahren sollte die globale Vollbeschäftigung erreicht sein, während die Umweltbelastung bereits deutlich reduziert ist. Das sind einfache Extrapolationen, basierend auf dem aktuellen Stand der Technik, wobei auch der technologische und kulturelle Fortschritt in der Natürlichen Wirtschaftsordnung erst richtig beginnt. Nachteile gibt es keine und alle weiteren Vorteile kann sich jeder selbst überlegen, der an dieser Stelle mit dem Denken beginnt: Jüngstes Gericht
 

Stefan Wehmeier, 05.06.2017 


Kommentare:

  1. Wenn du alles weißt und keinen mehr fragen brauchst, handele danach!

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  2. Das Programm Genesis läuft ab bis zum Ende, lieber will der Programmierte nichts wollen, statt nicht (herrschen) wollen.

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