Samstag, 1. November 2014

Jude, Katholik und Araber



(Geld oder Krieg, 1912) "Unser Geld bedingt den Kapitalismus, den Zins, die Massenarmut, die Revolte und schließlich den Bürgerkrieg, der erfahrungsgemäß mit unheimlicher Schnelligkeit zur Barbarei zurückführt. …Wer es aber vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen, statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen…"

Den Untertanen der Betriebssysteme Judentum und Islam ist es nicht möglich, ihre eigenen Köpfe soweit anzustrengen, dass sie nicht ständig fremde Köpfe einschlagen müssen:


Zwischen Judentum und Katholizismus (stellvertretend für alles, was sich heute "christlich" nennt) hat sich die Verständigung etwas verbessert, mit dem Islam stehen aber beide auf Kriegsfuß. Wer hat "Schuld"? Für alle Untertanen ist klar: Der Programmierfehler liegt garantiert bei den anderen! Auf den nahe liegenden Gedanken, dass die Religion als solche (der gemeinsame Ursprung der drei Betriebssysteme) dahinter stecken könnte, kommt indes kein Untertan, denn die größte Sorge des Untertanen ist es, ein Untertan zu bleiben, und für alle Untertanen ist es unvorstellbar, selbst etwas auf die Reihe zu kriegen, sodass sie bis zum Jüngsten Tag auf ihren Messias warten, der ihnen sagt, was sie zu tun haben. Ansonsten wären allgemeiner Wohlstand und der Weltfrieden längst Realität:

(Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918) "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat."

Eine bewusste und gewollte Tat ist von Untertanen nicht zu erwarten, denn unabhängig von "Glaube" oder "Unglaube" kann ein Untertan über sein Betriebssystem nicht hinaus denken, so wie ein PC auch nur im Rahmen seines Betriebssystems funktioniert. Der "Glaube" bezieht sich nur auf das Geschwätz der Priester (oder auf die aus dem Geschwätz entstandenen Cargo-Kulte) und hat mit der Religion als solche nichts zu tun. Die Religion ist eine Programmierung des kollektiv Unbewussten, die man erst einmal erkennen muss, um dann selbständig denken zu können.

Stattdessen warten die Juden auf einen "König der Juden" als einem "Nachkommen Davids", die Moslems warten auf einen gewissen Mahdi als einem "Nachkommen Mohammeds" und die Katholiken warten interessanterweise darauf, dass ihnen Jesus selbst wieder über den Weg läuft – was nur bedeuten kann, dass Jesus schon wusste, wie allgemeiner Wohlstand und der Weltfrieden zu verwirklichen sind:

(NHC III,5) Der Herr sagte: "Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen."

Hätte die "heilige katholische Kirche" nicht die "Bildzeitung der Antike" (die vier biblischen Evangelien) zu ihrem "neuen Testament" ernannt oder wenigstens die originale Heilige Schrift (Gnosis = Wissen) des Urchristentums nicht verbrannt, wäre wohl auch spätestens Mohammed zu dem gleichen Ergebnis gekommen:


Sich in die sinnlos komplizierte Gedankenwelt der jüdischen Priesterschaft etwa vom 10. bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert hineinzuversetzen, ist im Nachhinein nicht leicht. Über Jahrhunderte versuchten sie herauszufinden, wie die Marktwirtschaft (Paradies) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Erbsünde) zu befreien ist, ohne der Lösung näher zu kommen. Dabei lebten sie selbst von der Erbsünde (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) und mussten dem arbeitenden Volk irgendwelche Märchen erzählen, um die Arbeitsteilung und damit die gesamte Kultur aufrecht zu erhalten. Der psychologische Druck muss enorm gewesen sein. Um wie viel leichter haben es da die "modernen" Priester, die schon lange nicht mehr wissen, was sie tun! Der jüdischen Priesterschaft blieb schließlich nichts anderes übrig, als sich mit der Erbsünde zu arrangieren, um wenigstens einen Rückfall der Kultur in die Primitivität des Ursozialismus (zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld, z. B. vorantikes Ägypten) zu verhindern: 


Nach dem Verfassen der so genannten priesterlichen Schicht der Tora um etwa 580 v. Chr. verfiel auch die jüdische Priesterschaft dem geistigen Tod der Religion (Rückbindung auf die künstlichen Archetypen Jahwe/Elohim = Investor/Kapitalismus), d. h. sie wurden selbst zu Untertanen eines gefährlichen Betriebssystems, das ihre Vorfahren geschrieben hatten. Erst nach einem weiteren halben Jahrtausend in totaler geistiger Umnachtung des ganzen "auserwählten Volkes" erkannte der Prophet Jesus von Nazareth die wirkliche Bedeutung der bis heute in Genesis_3 exakt umschriebenen Erbsünde wieder (Auferstehung) und fand als erster Denker in der bekannten Geschichte die einzige Lösung (Erlösung) zu ihrer Überwindung. Allerdings fand er unter den "Pharisäern und Schriftgelehrten" seiner Zeit niemanden mehr, der ihn noch verstehen konnte. Das stellte ihn vor die schwerste Entscheidung, die je ein Mensch zu treffen wagte: Er musste wählen, ob er selbst oder die ganze Menschheit in unbestimmter Zukunft weiterleben sollte – und wählte den Märtyrertod, um den von ihm geschaffenen dreifaltigen Gott, der die Lösung zur Überwindung der Erbsünde bereits enthält, mit einer dadurch in die Welt gesetzten neuen Religion in die ferne Zukunft zu transportieren, bis die Menschheit so weit sein würde, ihn zu verstehen:


Nach seinem Tod hatte Jesus auf einige Menschen, die noch halbwegs bei Verstand waren, einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Ehrlichen versuchten, seine Erkenntnis zu verstehen, und den Unehrlichen war es wichtiger, sich anderen gegenüber mit dem "wichtig" zu machen, was sie vom "Hörensagen" über ihn zu wissen glaubten. Aus Letzteren entstand die "heilige katholische Kirche", die bis heute schlimmste Verbrecherorganisation der Welt.

Während die wahren Urchristen (Gnostiker = Wissende) durch Jesus die wirkliche Bedeutung der Erbsünde wieder erkannt hatten…

(NHC II,3,5) Seit dem Tag, an dem Christus in die Welt gekommen ist, wird die Welt geschaffen, die Städte geschmückt und das Tote herausgetragen.

…und denen, die sich noch im geistigen Tod der jüdischen Religion befanden, eher mitleidig gegenüberstanden,…

(NHC II,3,6) Als wir noch Hebräer waren, waren wir Waisen und hatten nur unsere Mutter. Als wir Christen wurden, bekamen wir Vater und Mutter.

(Mutter der Kultur = Geldersparnisse / Vater der Kultur = Kreditangebot)

…waren danach für die Untertanen des Katholizismus die inzwischen in alle Welt verstreuten Untertanen des Judentums "die Bösen", während sie sich als "die Guten" glaubten.

Die Bedeutung der Erbsünde und der Name Gottes waren längst wieder vergessen und "die Guten" hatten das Genie Jesus von Nazareth zu einem moralisierenden Wanderprediger degradiert, als schätzungsweise um das Jahr 610 der Prophet Mohammed die wirkliche Bedeutung der Erbsünde wieder erkannte, ohne aber auf die Lösung zu kommen, wie die "Mutter aller Zivilisationsprobleme" zu überwinden ist. Mohammed erkannte außerdem, dass die Juden und die, die sich "Christen" nennen, die originalen Heiligen Schriften gefälscht hatten, um sich – die jüdische Priesterschaft im 6. vorchristlichen Jahrhundert noch bewusst und die katholische Priesterschaft gänzlich unbewusst – mit der Erbsünde zu arrangieren. Religiöse Volkswirtschaften, die sich mit der Erbsünde arrangiert haben, können aber mit Nachbarvölkern keinen Frieden halten. Um die durch die Erbsünde bedingte Massenarmut im eigenen Land zu verringern, müssen sie die benachbarten Völker ausbeuten:


Mohammed konnte nichts anderes tun, als die Programmierung (religiöse Verblendung) für das Betriebssystem Islam auf den Ursprung zurückzusetzen. Die ursprüngliche, jahwistische Schicht der Tora (der "fünf Bücher Mose") ist nichts anderes als ein Zinsverbot,…

Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des Lebens = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins

…und darum ist im Wesentlichen das Betriebssystem Islam bis heute durch ein religiöses Zinsverbot gekennzeichnet. Im weiteren Verlauf der Geschichte mussten also zwangsläufig die heute islamischen Staaten zu globalen Zinsverlierern und die heute "christlichen" Staaten zu globalen Zinsgewinnern werden. Alle "weltpolitischen Ereignisse" lassen sich relativ einfach daraus erklären – und ebenso einfach ist es, das Affentheater zu beenden:

(Vorwort zur 5. Auflage der NWO, 1921) "Wenn wir einmal die Natürliche Wirtschaftsordnung erleben, dann braucht man sie nicht mehr in Büchern zu studieren, dann wird alles so klar, so selbstverständlich. Wie bald wird dann auch die Zeit kommen, wo man den Verfasser bemitleiden wird, nicht aber, wie es heute noch geschieht, weil er solch utopischen Wahngebilden nachstrebt, sondern weil er seine Zeit der Verbreitung einer Lehre widmete, die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht."

Mit Intelligenzmangel ist es nicht zu erklären, dass die banalsten Selbstverständlichkeiten von den Allermeisten bis heute nicht verstanden wurden, sondern nur mit einer kollektiven Geisteskrankheit: Politik (Machtausübung) und Religion (Machterhalt):

Irgendwo gibt es noch Völker und Herden, doch nicht bei uns, meine Brüder: da gibt es Staaten.
Staat? Was ist das? Wohlan! Jetzt tut mir die Ohren auf, denn jetzt sage ich euch mein Wort vom Tod der Völker.
Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: "Ich, der Staat, bin das Volk."
Lüge ist’s! Schaffende waren es, die schufen die Völker und hängten einen Glauben und eine Liebe über sie hin: also dienten sie dem Leben.
Vernichter sind es, die stellen Fallen auf für Viele und heißen sie Staat: sie hängen ein Schwert und hundert Begierden über sie hin.
Wo es noch Volk gibt, da versteht es den Staat nicht und haßt ihn als bösen Blick und Sünde an Sitten und Rechten.
Dieses Zeichen gebe ich euch: jedes Volk spricht seine Zunge des Guten und Bösen: die versteht der Nachbar nicht. Seine Sprache erfand es sich in Sitten und Rechten.
Aber der Staat lügt in allen Zungen des Guten und Bösen; und was er auch redet, er lügt – und was er auch hat, gestohlen hat er’s.
Falsch ist Alles an ihm; mit gestohlenen Zähnen beißt er, der Bissige. Falsch sind selbst seine Eingeweide.
Sprachverwirrung des Guten und Bösen: dieses Zeichen gebe ich euch als Zeichen des Staates. Wahrlich, den Willen zum Tode deutet dieses Zeichen! Wahrlich, es winkt den Predigern des Todes!
Viel zu Viele werden geboren: für die Überflüssigen ward der Staat erfunden!
Seht mir doch, wie er sie an sich lockt, die Viel zu Vielen! Wie er sie schlingt und kaut und wiederkäut!
"Auf der Erde ist nichts Größeres als ich: der ordnende Finger bin ich Gottes" – also brüllt das Untier. Und nicht nur Langgeohrte und Kurzgeäugte sinken auf die Knie!
Auch, auch in euch, ihr großen Seelen, raunt er seine düstern Lügen! Ach, er errät die reichen Herzen, die gerne sich verschwenden!
Ja, auch euch errät er, ihr Besieger des alten Gottes! Müde wurdet ihr im Kampfe, und nun dient eure Müdigkeit noch dem neuen Götzen!
Helden und Ehrenhafte möchte er um sich aufstellen, der neue Götze! Gerne sonnt er sich im Sonnenschein guter Gewissen, – das kalte Untier!
Alles will er euch geben, wenn ihr ihn anbetet, der neue Götze: also kauft er sich den Glanz eurer Tugend und den Blick eurer stolzen Augen.
Ködern will er mit euch die Viel-zu-Vielen! Ja, ein Höllenkunststück ward da erfunden, ein Pferd des Todes, klirrend im Putz göttlicher Ehren!
Ja, ein Sterben für Viele ward da erfunden, das sich selber als Leben preist: wahrlich, ein Herzensdienst allen Predigern des Todes!
Staat nenne ich’s, wo Alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo Alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme: Staat, wo der langsame Selbstmord Aller – "das Leben" heißt.
Seht mir doch diese Überflüssigen! Sie stehlen sich die Werke der Erfinder und die Schätze der Weisen: Bildung nennen sie ihren Diebstahl – und Alles wird ihnen zu Krankheit und Ungemach!
Seht mir doch diese Überflüssigen! Krank sind sie immer, sie erbrechen ihre Galle und nennen es Zeitung. Sie verschlingen einander und können sich nicht einmal verdauen.
Seht mir doch diese Überflüssigen! Reichtümer erwerben sie und werden ärmer damit. Macht wollen sie, und zuerst das Brecheisen der Macht, viel Geld, – diese Unvermögenden!
Seht sie klettern, diese geschwinden Affen! Sie klettern über einander hinweg und zerren sich also in den Schlamm und die Tiefe.
Hin zum Throne wollen sie Alle: ihr Wahnsinn ist es, – als ob das Glück auf dem Throne säße! Oft sitzt der Schlamm auf dem Thron – und oft auch der Thron auf dem Schlamme.
Wahnsinnige sind sie mir Alle und kletternde Affen und Überheiße. Übel riecht mir ihr Götze, das kalte Untier: übel riechen sie mir alle zusammen, diese Götzendiener.
Meine Brüder, wollt ihr denn ersticken im Dunste ihrer Mäuler und Begierden! Lieber zerbrecht doch die Fenster und springt in’s Freie!
Geht er doch dem schlechten Geruche aus dem Wege! Geht fort von der Götzendienerei der Überflüssigen!
Geht doch dem schlechten Geruche aus dem Wege! Geht fort von dem Dampfe dieser Menschenopfer!
Frei steht großen Seelen auch jetzt noch die Erde. Leer sind noch viele Sitze für Einsame und Zweisame, um die der Geruch stiller Meere weht.
Frei steht noch großen Seelen ein freies Leben. Wahrlich, wer wenig besitzt, wird um so weniger besessen: gelobt sei die kleine Armut!
Dort, wo der Staat aufhört, da beginnt erst der Mensch, der nicht überflüssig ist: da beginnt das Lied des Notwendigen, die einmalige und unersetzliche Weise.
Dort, wo der Staat aufhört, – so seht mir doch hin, meine Brüder! Seht ihr ihn nicht, den Regenbogen und die Brücken des Übermenschen?

Also sprach Zarathustra / Vom neuen Götzen.

Wo die "Anstalt zur zwangsweisen Einziehung des arbeitslosen Einkommens" aufhört,…


…fängt der "von Göttern und Anbetungen erlöste Übermensch" an:



Stefan Wehmeier, 01.11.2014




Dienstag, 28. Oktober 2014

Die Soziale Marktwirtschaft



"Schon der Aufklärer Lacordaire wusste: "Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit."
    Wir SozialdemokratInnen wollen Freiheit für alle Menschen ermöglichen und wissen daher, dass staatliche Regulierung auf demokratischer Basis notwendig ist, um Unterdrückung abzubauen. Soziale Sicherheit ist die Basis für kollektive Freiheit, da man sich politisches und soziales Engagement in unserer Gesellschaft schlicht leisten können muss.
    Wir stehen daher zum System der Sozialversicherung und zur gesetzlichen Regulierung, sei es durch Kündigungsschutz oder Mindestlohn."


Ob der Theologe Jean Baptiste Henri Lacordaire (1802-1861) ein Aufklärer war, soll hier nicht das Thema sein, sondern zunächst einmal die Frage: Wer ist "der Schwache" und wer ist "der Starke"? Dass mit "dem Starken" nicht der mit der größeren Muskelkraft oder derjenige mit der dicksten Keule gemeint sein kann, versteht sich eigentlich von selbst, wird aber vom "Sozialdemokraten" Lars Klingbeil, der mit Sicherheit kein Aufklärer ist, als durchaus gewollte Assoziation eingesetzt, um seine grundsätzlich falsche Vorstellung von "sozialer Marktwirtschaft" unter das unaufgeklärte Wahlvolk zu bringen. Wie jeder Sozialist auf Nachfrage zugeben wird, ist "der Starke" der wirtschaftlich Starke; und die wirtschaftliche Stärke hat nichts mit Fähigkeit, Fleiß oder Intelligenz zu tun. Die wirtschaftlich Starken in einer kapitalistischen Marktwirtschaft sind die Besitzenden (Geld-, Sachkapital- und Bodenbesitzer) und die wirtschaftlich Schwachen sind die Besitzlosen.

Tatsächlich war und ist "das Gesetz" noch nie etwas anderes gewesen, als die Besitzenden vor den Besitzlosen zu schützen!

Dass der Staat das Privateigentum schützen soll und darum ein Gewaltmonopol benötigt, damit die Polizei das Eigentum vor Diebstahl schützen kann, steht außer Frage. Dennoch wurden in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2007 – dem letzten Geschäftsjahr vor der "Finanzkrise", bevor die Lage unübersichtlich wurde – dem arbeitenden deutschen Volk 550 Milliarden Euro gestohlen! Die Polizei konnte absolut nichts dagegen unternehmen, denn der Diebstahl war vollkommen legal. Um eine Vorstellung von der Größenordnung des Diebstahls zu bekommen, teilen wir die Summe durch die 38 Mio. deutschen Haushalte, die nur wenig besitzen, und erhalten 14.470 € pro Haushalt. Die 38 Mio. Bestohlenen haben sich nicht beschwert, sie haben den Diebstahl nicht einmal bemerkt. Gefreut haben sich die Diebe, die nicht für den Diebstahl angeklagt, sondern im Gegenteil für ihre "Leistung" (die keine war) auch noch gelobt wurden: die etwa vier Mio. deutschen Haushalte, die viel besitzen und ohne eigene Arbeit auf Kosten der Mehrarbeit aller anderen immer reicher werden. Die folgende Tabelle berücksichtigt noch nicht die private Bodenrente:


Es wäre sinnlos, darüber zu streiten, wie viele Haushalte als "Bestohlene" und wie viele als "Diebe" anzusehen sind. Es geht hier allein um die Größenordnung und die Bewusstwerdung der Tatsache, dass alles, was die "hohe Politik" vorgeblich für die "soziale Gerechtigkeit" tut, gegenüber der systemischen Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz absolut wirkungslos ist. Dazu muss man wissen, dass leistungslose Kapitaleinkommen (Liquiditätsverzichtsprämie, Mindestverzinsung des noch unverschuldeten Sachkapitals und private Bodenrente) in einer Zinsgeld-Ökonomie nicht besteuerbar sind. Alle Einnahmen des "Sozialstaates", die dieser nach Abzug der Kosten für das Beamtenheer an die kapitalismusbedingt Arbeitslosen verteilt, müssen allein von den Arbeitseinkommen aller (noch) sinnvoll Beschäftigten zusätzlich aufgebracht werden. Denn ohne ausreichende Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins des Geldes) bricht der Zinsgeld-Kreislauf zusammen (was ohnehin bald passiert), die Mindestverzinsung allen Sachkapitals (Rendite) ist eine zwangsläufige Folge des Urzinses, und jede "Besteuerung" der privaten Bodenrenten wird sofort auf die Pächter oder Mieter abgewälzt. Wer "Spitzenpolitiker" in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) spielen will, darf sich dieser elementaren makroökonomischen Zusammenhänge nicht bewusst sein.

Es ist also nicht so, dass Politiker ein solch dummes Geschwätz wie das eingangs zitierte "absichtlich" von sich geben, sondern sie wissen wirklich nicht, was sie tun. Es ist nicht möglich, einem Politiker die im Grunde einfachen makroökonomischen Zusammenhänge zu erklären. Er versteht sie nicht und will sie auch gar nicht erst verstehen, um sich selbst nicht "überflüssig" vorzukommen. Genau das – das Überflüssigwerden der "hohen Politik" – wird nämlich passieren, sobald die echte Soziale Marktwirtschaft verwirklicht ist:


Der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister und spätere Bundeskanzler Ludwig Erhard (vielleicht der einzige Politiker, der jemals marktwirtschaftlich gedacht hat, alle anderen waren und sind Planwirtschaftler) wusste noch, dass die Soziale Marktwirtschaft nicht eine kapitalistische Marktwirtschaft mit angehängtem "Sozialstaat", sondern eine freie – d. h. monopolfreie – Marktwirtschaft ohne Kapitalismus zu sein hat, die den Sozialstaat zur Finanzierung kapitalismusbedingter Massenarbeitslosigkeit gar nicht nötig hat, weil sie prinzipbedingt und unabhängig vom jeweiligen Stand der Technologie für natürliche Vollbeschäftigung und absolute soziale Gerechtigkeit sorgt. Die heutigen "Spitzenpolitiker" kennen nicht einmal mehr den elementaren Unterschied zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus – die Grundvoraussetzung des Denkens, sofern es das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft:


Nach dem tatsächlichen Stand des Wissens wäre das zivilisatorische Mittelalter schon seit Jesus von Nazareth…


…oder spätestens seit der Erstveröffentlichung von "Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform" (Silvio Gesell, 1906) überwunden. Doch vor der echten Sozialen Marktwirtschaft als dem eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation steht für die Allermeisten die "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion":


Bevor das Wissen zur Verfügung stand, wie die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz zu überwinden ist, musste diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" – als die wirkliche Ursache aller Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen – aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes aktiv ausgeblendet werden. Das war (und ist noch) der einzige Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode (etwa bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert) zum Wahnsinn ohne Methode (spätestens mit der Gründung der "heiligen katholischen Kirche" im 4. Jahrhundert) mutierte. Auf der einen Seite wäre das, was sich heute "moderne Zivilisation" nennt, ohne die Religion nie entstanden, auf der anderen Seite ist nur zusammen mit der Religion das zivilisatorische Mittelalter zu überwinden.

Allgemeiner Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden erscheinen zunächst als "unerreichbare Utopie", weil – unabhängig von "Glaube" oder "Unglaube" – die Religion eine beliebige Anzahl von "Gegenargumenten" zur freien Marktwirtschaft ohne Kapitalismus hervorbringt und diese bis zum Jüngsten Tag immer wieder aufs Neue entstehen lässt, auch wenn sie alle schon vor über einem Jahrhundert widerlegt wurden. Ohne zu wissen, dass die Religion dahinter steckt, kommentierte Silvio Gesell diesen Sachverhalt 1929 wie folgt:

"Ihr werdet mir tausend Fragen stellen, und nachdem ich sie alle zu eurer Zufriedenheit beantwortet habe, werdet ihr von vorne anfangen."

In einer religiös verblendeten Gesellschaft findet der religiös verblendete "Kritiker" immer genügend Gleichverblendete, die ihm seine "Gegenargumente" abkaufen, auch wenn es gar keine Gegenargumente zur echten Sozialen Marktwirtschaft gibt, sondern nur Vorurteile. Diese können "unter der Gürtellinie" auf tiefstem Niveau als dumpfe Hetzpropaganda von Marxisten hervorgebracht werden, oder auf höherem Niveau z. B. von J. M. Keynes in seiner "Allgemeinen Theorie (der Beschäftigung der Politik)". In allen Fällen bleiben es Vorurteile, mit denen die "Kritiker" nur ihre eigene Propaganda bzw. Bauernfängerei oder ihre eigenen Denkfehler verteidigen wollen:

"Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel."

Friedrich Nietzsche

Das Ziel des Sozialismus ist die soziale Gerechtigkeit und das Ziel des Liberalismus ist die wirtschaftliche Freiheit. Beides sind nicht etwa Gegensätze, sondern sie bedingen einander, was auch nachzulesen ist in der Magna Charta der Sozialen Marktwirtschaft:


Die echte Soziale Marktwirtschaft ist nichts anderes als die Natürliche Wirtschaftsordnung,…


…aber es wäre wohl eine groteske Vorstellung, diese ohne das Wissen zu verwirklichen, dass es sich um nichts Geringeres als den tatsächlichen Himmel auf Erden handelt:


Was verblendete Sozialisten, verblendete Liberale und "Euer Merkwürden" gar nicht erst andenken können, um sich nicht "überflüssig" vorzukommen, wird mit dem bevorstehenden Untergang des zivilisatorischen Mittelalters durch die globale Liquiditätsfalle…


…für die bis dahin (noch) sinnvoll Beschäftigten erstmals vorstellbar:

"Ich finde die Zivilisation ist eine gute Idee. Nur sollte endlich mal jemand anfangen, sie auszuprobieren."

Arthur C. Clarke

Nach der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform ist die Zukunft wieder offen – in einem noch unvorstellbaren Ausmaß! Gerade deshalb sollte frühzeitig versucht werden, sich in die Natürliche Wirtschaftsordnung hineinzudenken. Auf Kindergartendiskussionen, die sich mit der a priori sinnlosen Frage beschäftigen, ob es noch eine andere Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens geben könnte, kann verzichtet werden. Im Grunde genommen sind die letzten hundert Jahre als eine solche "Kindergartendiskussion" zu bezeichnen, die wohl in naturwissenschaftlich-technischer Hinsicht einiges Nützliche hervorgebracht hat, aber gar keine Verbesserung in Bezug auf die Basis allen menschlichen Zusammenlebens (Makroökonomie) und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung (Geld).

Dass mit der "Mutter aller Zivilisationsprobleme" auch alle anderen Zivilisationsprobleme verschwinden, sollte ebenso selbstverständlich sein wie die Erkenntnis, dass materielle und geistige Massenarmut, Umweltverschmutzung und -zerstörung, Terrorismus und Krieg bis zur freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform nur noch schlimmer werden. Wie schlimm es werden muss, damit die reale Angst vor dem Untergang unserer "modernen Zivilisation" insgesamt größer wird als die seit Jahrtausenden eingebildete Angst vor dem "Verlust" der Religion, wird sich erweisen, sobald die Börsenkurse endgültig ins Bodenlose fallen und die Weltwirtschaft wieder anfängt zu schrumpfen. Am Ende des absolut letzten kapitalistischen Wirtschaftszyklus ist der Schrumpfungsprozess durch "politische Maßnahmen" (Erhöhung der Staatsverschuldung und Geldmengenausweitung) nicht mehr aufzuhalten!  

Dass allein die gesetzlich verbindliche Ankündigung der echten Sozialen Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland den Schrumpfungsprozess der ganzen Weltwirtschaft sofort beendet, ist nicht so leicht zu verstehen, ebenso wie die ab diesem Zeitpunkt schon in etwa fünf Jahren zu erreichende globale Vollbeschäftigung. Bei genauerer Betrachtung ist das nur folgerichtiges Denken, sobald man die Kindergartendiskussionen hinter sich gelassen hat. Bedauerlich ist nur, dass die "etablierten" Massenmedien im einstigen Land der Dichter und Denker noch nicht einmal auf dem "Niveau" der Kindergartendiskussionen angelangt sind. Bei ARD und ZDF wird es wie in der politischen Seifenoper noch ein Weilchen dauern, bis die Akteure begriffen haben, dass sie sich in der Matrix befinden und nicht in der Realität.

Die Matrix kann als die Summe aller Vorurteile und Denkfehler aufgefasst werden, die der "Normalbürger" nötig hat, um "diese Welt" für die "beste aller möglichen Welten" zu halten und alles, was (noch) nicht funktioniert, einer hypothetischen "Sündhaftigkeit des Menschen" anzulasten, die durch eine wie auch immer geartete "Moral" zu verbessern sein müsste. Noch rückständiger als die "Sozial"politiker sind die Moralverkäufer, denn was ist schon eine "Moral" (unabhängig davon, ob manche sie "Ethik" nennen) gegen die endgültige Lösung der sozialen Frage, die Verwirklichung des Prinzips Eigennutz = Gemeinnutz:


Statt das Kind mit dem Bade auszuschütten, indem die Marktwirtschaft "staatlich kontrolliert und geregelt" wird, was dem Kapitalismus ohnehin nichts anhaben kann, sondern nur auf direktem Weg in die planwirtschaftliche Diktatur (Staatskapitalismus) führt, werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so eingestellt, dass leistungslose Kapitaleinkommen sich beim freien Spiel der Marktkräfte eigendynamisch auf Null regeln! Das bedeutet konkret:

1. Sofortiger Rückgang der Arbeitslosigkeit bis hin zur Vollbeschäftigung, danach Verdopplung des Lohnniveaus bei Arbeitszeithalbierung.
2. Regenerative Energien werden auch ohne Subventionen wirtschaftlicher als fossile Energien, das gleiche gilt entsprechend für ökologische Land- und Forstwirtschaft.
3. Mittelständische Unternehmen werden konkurrenzfähiger als Konzerne, diese zerfallen in kleinere, effektivere Einheiten.
4. Qualität ersetzt Quantität, Fähigkeit und Wissen ersetzen Besitz und Macht.
5. Individualisierung und Vielfalt ersetzen Vermassung und Eintönigkeit.
6. Professionalität ersetzt Verkaufbarkeit, Bildung verdrängt Werbung.
7. Die Polaritäten Arbeitgeber – Arbeitnehmer, Produzent – Konsument, Arbeit – Freizeit sowie Lehrer – Schüler lösen sich auf.

Alles, was die politische Seifenoper vorgeblich erreichen will aber nie erreichen wird, regelt sich durch das verzerrungsfreie Spiel der Kräfte von Angebot und Nachfrage von selbst, sobald durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform die Marktwirtschaft (Paradies) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Erbsünde) befreit ist:



Stefan Wehmeier, 28.10.2014





Montag, 20. Oktober 2014

Eigennutz und Gemeinnutz



"Wer sein eigenes Interesse verfolgt, befördert das der Gesamtgesellschaft häufig wirkungsvoller, als wenn er wirklich beabsichtigt, es zu fördern. Ich habe nie erlebt, dass viel Gutes von denen erreicht wurde, die vorgaben, für das öffentliche Wohl zu handeln."

Adam Smith ("Wohlstand der Nationen", 1776)

Die Lösung der sozialen Frage war Adam Smith noch unbekannt. Dennoch war er sich bewusst, dass nur das Gewinnstreben des Einzelnen in Kombination mit uneingeschränktem marktwirtschaftlichen Wettbewerb zu Gerechtigkeit, Frieden und allgemeinem Wohlstand führen kann. Ein Bewusstsein, welches insbesondere den Politikern, die vorgeblich für das öffentliche Wohl handeln, bis auf den heutigen Tag generell abzusprechen ist. Wenn überhaupt, war der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister und spätere Bundeskanzler Ludwig Erhard der einzige Politiker, der jemals marktwirtschaftlich gedacht hat. Alle anderen waren und sind Planwirtschaftler. Das ist insofern verständlich, als dass ein Politiker ja auch nur an sich selber denkt und darum keinen Gedanken darauf verwenden kann, wie durch eine Befreiung der Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus seine eigene Tätigkeit als "Planer, Lenker und Leiter" überflüssig wird.

"Volkswirtschaftliches Denken hat sich von jeher darum gedreht, inwieweit eine ökonomische Ordnung, ein System, dem Wohle der Gesamtheit gerecht wird. Diese grundsätzliche Ausrichtung des Denkens und Forschens ist nicht erst eine Besonderheit der Sozialisten. In diesem Sinne ist die freie Wettbewerbswirtschaft schon bei Adam Smith ein System, in welchem das vom privatwirtschaftlichen Erfolgsstreben gelenkte Handeln der Individuen zum bestmöglichen Einsatz der Produktivkräfte und zugleich zur wohlfeilsten Versorgung des Marktes führt. Obwohl also jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, stellt sich auf höherer Ebene eine natürliche Harmonie zwischen Individuum und Gesellschaft ein - weil nämlich jeder im allgemeinen Wettbewerb mit bester Leistung und wohlfeilstem Angebot dem Markt und der Gesellschaft gegenübertreten muss. Individuelles Gewinnstreben und freier Wettbewerb gewährleisten in ihrem Zusammenwirken die beste und billigste Versorgung der Menschen mit wirtschaftlichen Gütern.
    Diesen Thesen von Adam Smith glaubte man später mit dem Hinweis auf die Absatzkrisen des kapitalistischen Systems den Wahrheitsgehalt absprechen zu können. Hierbei wurde indessen übersehen, dass Adam Smith vom unverfälschten, monopolfreien Wettbewerb ausging. Monopole sind Ausklammerungen vom Wettbewerb. Neben den Ur-Monopolen Boden und Geld gibt es mancherlei künstliche, durch die Rechtsordnung geschaffene Monopole. In jedem Falle ist am Monopol stets der die Gewinnspannen ausgleichende Angriff des freien Wettbewerbs zu Ende. Dies bedeutet eine Grundlagenveränderung und das heißt, dass in der bisherigen Wirtschaftsentwicklung eine echte freie Wettbewerbsordnung im Sinne von Adam Smith überhaupt noch nicht da war. Da Adam Smith im übrigen vielfach als der Theoretiker und geistige Vater des liberalkapitalistischen Systems gilt, wollen wir hier auch noch beachten, dass Smith von den Nutznießern des Produktionsfaktors Kapital erklärte, dass ihre Interessen niemals mit dem Interesse der Gesellschaft zusammenfallen, denn der Gewinnsatz (Kapitalertrag) steige und falle nicht etwa mit dem Gedeihen und dem Verfall der Gesellschaft, sondern er bewege sich umgekehrt, er sei von Natur niedrig in reichen Ländern und er sei hoch in armen Ländern! Dieser Sachverhalt ist außerordentlich beachtenswert, denn hier liegt der Schlüssel zum wirklichen Verständnis der Dinge."

Karl Walker (Überwindung des Kapitalismus, 1945)

Nicht erst seit 1945 hat die universitäre Volkswirtschaftslehre (wenn man sie überhaupt so nennen darf) nicht nur nichts dazugelernt, sondern nur weitere Denkfehler produziert, die im Wesentlichen auf den Totalverlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus zurückzuführen sind. Aus der nicht zu bestreitenden Feststellung von Adam Smith, dass der Kapitalertrag in reichen Ländern (relativ) niedrig und in armen Ländern (relativ) hoch ist, geht bereits hervor, dass der marktwirtschaftliche Wettbewerb und der Kapitalismus nicht etwa Synonyme, sondern Gegensätze sind. Noch deutlicher wird dieser Gegensatz anhand der mit dem Untergang der Sowjetunion bereits der breiten Masse dämmernden Erkenntnis, dass bei Ausschaltung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs in einer sozialistischen Planwirtschaft der Kapitalismus nicht etwa überwunden wird, sondern ganz im Gegenteil der Privatkapitalismus in die gesteigerte Form des Staatskapitalismus ausartet und die Freiheit des Individuums völlig unterdrückt wird. Im Umkehrschluss bedeutet das: Freiheit und soziale Gerechtigkeit sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander!  

"Der heutige endlose Widerstreit zwischen Eigennutz und Gemeinnutzen ist eine ganz zwangsläufige Folge des herrschenden Geldstreik- und Bodenmonopols. Eine von diesen beiden Monopolen befreite Wirtschaft entzieht diesem Widerstreit für immer die Grundlage, weil in ihr der Mensch aus Eigennutz stets so handeln wird, wie es das Gemeininteresse erfordert. Die seit Jahrtausenden von Religionsgründern, Religionslehrern, Philosophen, Moralisten usw. aufrecht erhaltene Lehre von der Sündhaftigkeit der menschlichen Natur wegen ihrer Eigennützigkeit findet damit ein für allemal ihr Ende. Es ist keineswegs notwendig, dass wir, diesen Lehren folgend, uns durch Äonen hindurch abmühen, um uns selbst zu überwinden, um eines Tages vielleicht doch noch gemeinnützig zu werden – sondern wir können schon jetzt, heute, in dieser Stunde, die Verbrüderung der bisherigen Widersacher Eigennutz und Gemeinnutz vollziehen. Es ist dazu nicht erforderlich, dass wir den Menschen reformieren, es genügt vielmehr, wenn wir das fehlerhafte Menschenwerk, unser Geldwesen und Bodenrecht, ändern."

Otto Valentin ("Die Lösung der Sozialen Frage", 1952)

Politiker, Priester, Philosophen, Moralverkäufer, Soziologen etc. leben alle von dem bis heute bestehenden Gegensatz zwischen Eigennutz und Gemeinnutzen, der nur eine zwangsläufige Folge des noch immer herrschenden Geldstreik- und Bodenmonopols ist. Diese beiden grundlegenden Monopole werden von der universitären VWL gar nicht als solche erkannt und bewirken seit jeher eine Einschränkung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs, sodass die Besitzenden (Geld-, Sachkapital- und Bodenbesitzer) sich auf Kosten der Mehrarbeit von Besitzlosen (Arbeiter und Angestellte) bereichern können. Von der Masse der Dummen, die daran glaubt, Politiker, Priester, Philosophen, Moralverkäufer, Soziologen und in staatlichen Verdummungsanstalten indoktrinierte "Wirtschaftsexperten" wüssten schon was, wird die aus dem Geldstreik- und Bodenmonopol resultierende Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz als ein "Naturgesetz" angesehen und gar nicht erst hinterfragt. Stattdessen wählt die Masse der Dummen unter den Allerdümmsten (wer das bestreiten will, muss sich nur die dummen Sprüche auf typischen Wahlplakaten ansehen) ihre "Volksvertreter", die nichts anderes können, als unter Beibehaltung des Geldstreik- und Bodenmonopols (von dem die Allerdümmsten noch nie etwas gehört haben) den marktwirtschaftlichen Wettbewerb mit einem sinnlos komplizierten Gesetzesdschungel noch weiter einzuschränken, bis sich am Ende gar nichts mehr bewegt.

Die Masse der Dummen setzt sich aus allen Sparern zusammen, die noch immer nicht wissen, dass mit Geld sparen kein Geld zu verdienen ist (3. Gebot). Eine Ersparnis kann nur als "langfristiger Geldanspruch" in einer monopolfreien Marktwirtschaft auf unbegrenzte Zeit sicher erhalten bleiben. Jede andere Form des Sparens führt früher oder später zu einem teilweisen oder auch vollständigen Verlust der Ersparnis, sei es durch Inflation, Wirtschaftskrise oder Krieg. Schon seit der Erstveröffentlichung von "Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform" (Silvio Gesell, 1906) sollte der "Normalbürger" das begriffen haben. Nun ist aber der "Normalbürger" noch immer kein zivilisierter Mensch, sondern ein Kapitalist, d. h. entweder bereits ein Zinsgewinner oder ein Zinsverlierer, der ein Kapitalist werden will (Spießbürger). Was ein zivilisierter Mensch ist, der in allgemeinem Wohlstand, einer sauberen Umwelt und selbstverständlichem Weltfrieden lebt, wird für den "Normalbürger" erst nach dem Erkenntnisprozess der "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion" überhaupt vorstellbar:

Himmel und Erde = Nachfrage (Geld) und Angebot (Waren)
Garten Eden / Paradies = freie Marktwirtschaft
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des Lebens = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins
Gott (Jahwe) = künstlicher Archetyp: "Investor"
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch
Frau / Eva = Finanzkapital / der in Sachkapital investierende Kulturmensch
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer)
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine)
Nachkommen der Schlange = Geldersparnisse
Nachkommen der Frau = neue Sachkapitalien
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite)
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz)
Vertreibung aus dem Paradies = Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus
Cherubim = Denkblockaden
Kain = marktwirtschaftlicher Ackerbau
Abel = marktwirtschaftliche Viehzucht
Sintflut = Liquiditätsfalle (aktualisiert 260905)

Ein Gleichungssystem mit 21 Unbekannten hat immer nur eine Lösung. Gäbe es keine Lösung bzw. keinen tieferen rationalen Sinngehalt, wäre es nicht die Heilige Schrift, und hätte sie eine andere Bedeutung, wäre es unmöglich, den makroökonomischen Sinngehalt "hineinzuinterpretieren", und das auch noch mit 100%iger Signifikanz. Bedauerlicherweise muss das im 21. Jahrhundert sogar noch denen erklärt werden, die auf anderen Gebieten des logischen Denkens durchaus fähig sind. Auf dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre sieht es aber düster aus, nachdem mittlerweile hochgradig Geisteskranke, die nicht als "Merkwürden", sondern bis heute als "Hochwürden" angesehen werden, über Jahrtausende irgendeinen irrationalen Unsinn in die originale Heilige Schrift (die Bibel bis Genesis_11,9) hineindichten konnten.   

"Der Anteil des Unbewussten an unseren Handlungen ist ungeheuer und der Anteil der Vernunft sehr klein."

Gustave Le Bon ("Psychologie der Massen")

Heerscharen von Priestern mussten über Jahrtausende predigen, um das arbeitende Volk "wahnsinnig genug" für die Geldbenutzung (Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld) zu machen und dem "Normalbürger" jeden natürlichen Gerechtigkeitssinn mit der Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor) auszutreiben, damit "diese Welt" (Zinsgeld-Ökonomie) überhaupt entstehen konnte. Unabhängig von "Glaube" (Cargo-Kult um die Heilige Schrift) oder "Unglaube" (Ignoranz) glaubt darum der "Normalbürger" für seine Sparsamkeit eine Sondervergütung (Urzins bzw. Liquiditätsverzichtsprämie) auf Kosten der Mehrarbeit anderer erpressen zu dürfen – ohne sich bewusst zu machen, dass eine mindestens ausreichende Gegenleistung von der Gesellschaft schon dadurch erbracht wird, wenn sie es dem Sparer ermöglicht, seine Ersparnis auf unbegrenzte Zeit sicher zu erhalten!

Vor der Erfindung des Geldes konnten Ersparnisse nur in Naturalien oder Sachgütern gebildet werden, die dem Verbrauch und dem natürlichen Verschleiß unterliegen. Es konnte auch in Edelmetallen (z. B. Gold) gespart werden, was aber erst dann einen Sinn machte, sobald das Gold von der Gesellschaft als allgemeines Zwischentauschmittel, d. h. als "Geld", angesehen wurde. Bis dahin war das Gold wertlos oder fand bestenfalls eine Anwendung als Goldschmuck. In Gold zu sparen bedeutete nun gleichzeitig eine Erpressung, denn die Sparer entzogen der Volkswirtschaft das für eine entwickelte Arbeitsteilung notwendige Tauschmittel. Für die leihweise Herausgabe des Tauschmittels konnte der Urzins erpresst werden, solange kein besseres Geld zur Verfügung stand:

"Dem Gold verdanken wir die Arbeitsteilung und damit auch die Kulturgüter, denen wir uns erfreuen. Dem Gold aber verdanken wir auch wieder, dass von den geschaffenen Gütern der bei weitem größte Teil, und zwar das Beste, dem Schmarotzertum verfällt. Ist doch das Gold der Vater des Kapitalismus. Dank seinen körperlichen (Edelmetall) und seinen gesetzlichen Vorrechten (gesetzliches Zahlungsmittel) nimmt das Goldgeld eine Ausnahmestellung ein unter den Gütern, deren Austausch auf das Geld angewiesen ist. Das Goldgeld ist darum auch zum allgemeinen Sparmittel geworden, und der Sparer gibt es nicht wieder heraus, es sei denn, dass man ihm einen Zins verspricht. Früh oder spät verfällt aber alles Geld, das der Staat als Tauschmittel in Umlauf setzt, der Kasse irgendeines Sparers, sodass wiederum alles umlaufende Geld aus den Sparkassen kommt, also mit Zins belastet den Markt betritt, um seine Tätigkeit als Tauschmittel zu erfüllen. Diese Doppeltätigkeit des Geldes als Tauschmittel und als Sparmittel ist gegensätzlicher Natur und als Missbrauch des Tauschmittels zu betrachten. Dadurch, dass dem Güteraustausch nur verzinsliches Geld zur Verfügung steht, wird der Zins Vorbedingung der Warenerzeugung überhaupt.
…So kam mit dem Gold und der Arbeitsteilung zugleich der große Friedensstörer, der Zins, auf die Welt. Die Arbeitsteilung an sich verlangt keinen Zins. Wer sollte da auch Zins zahlen und weshalb? Die Arbeitsteilung hätte also den Menschen allgemeinen Wohlstand bringen sollen, da sie ja kein Vorrecht einzelner, sondern allen Menschen zugänglich ist. Aber aus den Händen des Goldes empfing die Menschheit diese Götterkraft nur unter der Bedingung des Zinses, und damit auch der Trennung der Menschen in arm und reich. Als ob neidische Götter der Menschheit den Machtzuwachs nicht gegönnt, die Unabhängigkeitserklärung der Menschen vom göttlichen Gängelband gefürchtet und dem dadurch vorgebeugt hätten, dass sie nach dem Grundsatz "teile und herrsche" den Zins als Spaltpilz in die Menschenfamilie eingepflanzt hätten!"

Silvio Gesell ("Ist der Bürger- und Völkerfrieden vereinbar mit der Goldwährung?", 1916)

Das heutige Papiergeld, das längst ein besseres Geld sein sollte, wurde nie durchdacht, sondern gänzlich unreflektiert dem Goldgeld der Antike lediglich nachgeäfft. In diesem Sinne kann mit voller Berechtigung gesagt werden, dass der heutige "Normalbürger" sich in Bezug auf das Geld noch dümmer verhält als ein primitiver Affe:

"Der Mensch sinkt, wenn er einmal sinkt, immer unter das Tier."

Friedrich Nietzsche

Eine Affenhorde ist zu dumm, um sich eine Bananenplantage anzulegen. Aber eine Horde kapitalistischer Oberaffen hält sich für "intelligent", wenn der mit einer Bananenplantage erzielte Gewinn nicht den Arbeitern zugute kommt, die sich darum kümmern, sondern den Aktionären, die ihre Bananen auf Kosten der Mehrarbeit anderer fressen wollen.

"Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist."

(Lutherbibel 1984 / Genesis_3,22)

Seit er "aus dem Paradies vertrieben" wurde (Bedeutung: siehe oben) will also der Mensch den "großen Investor" spielen. Darum wurde die Natürliche Wirtschaftsordnung (freie, d. h. monopolfreie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft), in der allgemeiner Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden selbstverständlich werden,…


…bis heute nicht verwirklicht. Alle, die sich für "sozial" halten, sind Staatskapitalisten und alle, die sich "liberal" glauben, sind Privatkapitalisten. Darin erschöpft sich das ganze Denken (falls man es so nennen darf) der politischen Seifenoper des 21. Jahrhunderts.

Der denkende Mensch muss begreifen, dass in einer "repräsentativen Demokratie" einer noch immer religiös verblendeten Gesellschaft die "hohe Politik" keinen eigenen Willen hat, sondern gänzlich unbewusst lediglich auf Symptome reagiert. Während in der (halbwegs) freien Wirtschaft Beschäftigte sich durchaus schon vor dem Jüngsten Tag aus der religiösen Verblendung befreien können, sind Politiker dazu nicht fähig, weil die "Mutter aller Zivilisationsprobleme" ihre Existenzgrundlage bildet. Politiker wären nicht in der "Position", in der sie sich befinden, könnten sie auch nur ansatzweise in die richtige Richtung denken!

Noch dümmer als die Politiker sind nur noch die Priester, die schon lange nicht mehr wissen, was sie tun, nämlich nichts anderes als das Ausblenden der Erbsünde aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes. Bevor das Wissen zur Verfügung stand, wie die Erbsünde zu überwinden ist, war das auch notwendig, denn anderenfalls hätte sich die halbwegs zivilisierte Menschheit gar nicht erst auf die Geldbenutzung eingelassen oder sie spätestens mit dem Untergang des Römischen Reiches wieder aufgegeben. Für die Zinsgeldbenutzung ist ein ausreichendes Maß an kollektivem Wahnsinn erforderlich, welches nach dem Untergang der Antike von der "heiligen katholischen Kirche" (stellvertretend für alles, was sich heute "christlich" nennt) zur Verfügung gestellt wurde:

Jesus sagte: Selig sind die Armen, denn euer ist das Königreich der Himmel.

(Nag Hammadi Codex II,2,54)

Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.

(Lutherbibel 1984 / Matthäus_5,3)

Gott segnet die, die erkennen, dass sie ihn brauchen, denn ihnen wird das Himmelreich geschenkt.

(Neues Leben Bibel / Matthäus_5,3)

Freuen dürfen sich alle, die nur noch von Gott etwas erwarten – mit Gott werden sie leben in seiner neuen Welt.

(Gute Nachricht Bibel / Matthäus_5,3)

Die Volksverdummung durch die Religion kennt keine Grenzen, wie das obige Beispiel zeigt. Die im Thomas-Evangelium (das erst 1945 als Bestandteil der Nag Hammadi Schriften wiedergefunden und erst 2007 in seiner Bedeutung erkannt wurde) überlieferten Gleichnisse des Propheten Jesus von Nazareth, dessen Erkenntnis die in Genesis_3 umschriebene Erbsünde und damit auch die Religion, die die Erbsünde verbirgt, abschaffen sollte, wurden in der "Bildzeitung der Antike" (den vier biblischen Evangelien) entstellt und verfälscht, sodass der ursprüngliche Sinngehalt ohne Kenntnis der originalen Gleichnisse nicht mehr zu entschlüsseln ist. Nachdem die "heilige katholische Kirche" im vierten Jahrhundert zur römischen Staatsreligion geworden war, wurde gar nicht mehr nach der Erkenntnis gesucht, sondern es wurden im Gegenteil alle originalen Heiligen Schriften des Urchristentums, die noch Wissen (Gnosis) enthielten, verbrannt, und alle Gelehrten, die diese "häretischen" (gotteslästerlichen) Schriften gelesen hatten, wurden ermordet. Die halbwegs zivilisierte Menschheit wurde für weitere 1600 Jahre in der systemischen Ungerechtigkeit der Erbsünde belassen und es entstand, was sich heute "moderne Zivilisation" nennt, in der die Dummen "nur noch von Gott etwas erwarten", aber nichts mehr von sich selbst.

Die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz spaltet die Gesellschaft – sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten – in wenige Reiche, die immer reicher, und in viele Arme, die immer ärmer werden, bis der nächste Krieg unvermeidlich wird. Darum ist die Geschichte der halbwegs zivilisierten Menschheit nur eine Aneinanderreihung von Wirtschaftskrisen und Kriegen. Alle Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen, sind auf die "Mutter aller Zivilisationsprobleme" zurückzuführen. Wer aber als religiös Verdummter nicht weiß, was die Erbsünde ist, hält alle ihre zwangsläufigen Auswirkungen für vermeintliche Auswirkungen einer eingebildeten "Sündhaftigkeit des Menschen" und glaubt weiterhin, dass diese durch eine "Moral" zu verbessern sein müsste. Der religiös Verdummte glaubt an einen Sieg des "Guten" über das "Böse" durch Moralpredigten. Was sie genutzt haben, kann z. B. hier und hier und hier nachgelesen werden. Und selbst wenn alle Menschen "gut" wären, würde das an den Verhältnissen nichts ändern, denn es gibt keine Moral, die Intelligenz ersetzen kann (1. Gebot). Also nehmen wir stattdessen an, es wären alle Menschen intelligent; wo wären wir dann heute?

"Wir wären weit, weit über den Kapitalismus hinaus (Kapitalismus = wirtschaftlicher Zustand, in dem die Nachfrage nach Geld und Realkapitalien das Angebot übertrifft und darum den Zins bedingt), wenn seit 3000 Jahren durch die Wirtschaftskrisen die Kultur nicht immer wieder die mühsam erklommenen Stufen heruntergestoßen worden wäre; wenn die bettelhafte Armut, in der jede Krise die Volksmassen hinterlässt, nicht die Bettlergesinnung großgezogen hätte, die nun einmal den Menschen, groß und klein, in den Knochen liegt. … Die Plage des Hungers und der Druck der Schulden sind böse Erzieher. …Und wo wären wir heute in wissenschaftlicher, technischer, … Beziehung angelangt, wenn die vielversprechende Kultur, die das Gold, obschon blutbefleckt, geraubt und erpresst, in Rom erstehen ließ, nicht unter einer anderthalbtausendjährigen, durch Geldmangel erzeugten ökonomischen Eiszeit erstarrt, vergletschert, vernichtet worden wäre? Sicherlich säßen wir jetzt auf dem Throne Gottes und ließen das All im Kreis an unserem Finger laufen."

Silvio Gesell (aus "Die neue Lehre vom Geld und Zins", 1911)

Beide Weltkriege hätten nicht stattfinden müssen – wenn die Religion die halbwegs zivilisierte Menschheit nicht so weit verdummt hätte, dass sie noch immer glaubt, Zinsen müssten wohl auf "Apfelbäumchen" wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer! Zwar wusste Silvio Gesell nicht, dass die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz die in Genesis_3 exakt umschriebene Erbsünde ist, aber er war so intelligent, zu dem gleichen Ergebnis zu kommen wie Jesus von Nazareth, auch ohne den Erkenntnisprozess der Auferstehung durchlaufen zu haben! Einige Wenige konnten die freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus ebenfalls verstehen, aber der religiös verblendeten Mehrheit blieb der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation bis heute absolut unverständlich.

Dabei lässt sich generell sagen: Je höher die "gesellschaftliche Position" in "dieser Welt" (zivilisatorisches Mittelalter), desto geringer ist in der Regel das Begriffsvermögen des jeweiligen Patienten gegenüber der Natürlichen Wirtschaftsordnung, die – nach Gesell – "ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht." Und damit kommen wir zur wirklichen Bedeutung des Logions 54 im Thomas-Evangelium: Die Armen (Zinsverlierer) in einer kapitalistischen Marktwirtschaft sind eher in der Lage, die vom Kapitalismus befreite Marktwirtschaft zu verstehen, als die "Reichen und Mächtigen" (Zinsgewinner), die auf ihre Kosten existieren. Jetzt wird auch verständlich, was es bedeutet, "die Ersten werden die Letzten sein": Die heute "Ersten", die – unabhängig von "Glaube" oder "Unglaube" – am meisten von der Religion verdummt wurden, werden als letzte begreifen, was Zivilisation bedeutet.

Die echte Soziale Marktwirtschaft (Natürliche Wirtschaftsordnung) wurde bis heute nicht verwirklicht, weil der Kulturmensch im Verlauf seiner bisherigen Geschichte zu einem notorischen Ausbeuter mutierte, der sich nicht vorstellen kann, mit eigener Arbeit genug Geld zu verdienen. "Genug Geld" heißt, damit alle Lebensträume verwirklichen zu können. Stattdessen klammert sich der "Normalbürger" an die Hoffnung, auf Kosten der Mehrarbeit anderer reich zu werden. In einigen Fällen scheint das zu funktionieren, also versuchen es alle. Die zwangsläufigen Folgen sind Massenarmut, Umweltzerstörung und Krieg sowie die faktische Unmöglichkeit, mit eigener Arbeit genug Geld zu verdienen.

Voraussetzung einer jeden Ausbeutung ist die Einschränkung der wirtschaftlichen Freiheit, des Rechtes auf Beteiligung am Wettbewerb. Nur wenn der Wettbewerb frei ist, wird gegenseitige Ausbeutung unmöglich. Weil der "Normalbürger" aber ein notorischer Ausbeuter ist, versucht er ständig, den Wettbewerb einzuschränken. Jeder will eine Monopolstellung erreichen und andere vom Wettbewerb ausschließen. Am gründlichsten gelingt dies, wenn der Wettbewerb ganz abgeschafft und die marktwirtschaftliche Selbstregulation von Nachfrage und Angebot durch "Bedarf" und "Bedarfsdeckung" in einer sozialistischen Planwirtschaft ersetzt wird. Eine Clique von Staatskapitalisten, die "Planer, Lenker und Leiter" spielen, hat dann ein vollständiges Monopol an allen Sachkapitalien (Produktionsmitteln) und kann die arbeitende Bevölkerung grenzenlos ausbeuten:


In einer sozialistischen Planwirtschaft wird der arbeitende Mensch vom Wirtschaftssubjekt zum Wirtschaftsobjekt degradiert und verliert damit jegliche Würde. Spätestens mit dem Untergang der Sowjetunion wurde das eingesehen. Dennoch hat die marxistische Ersatzreligion verheerende Nachwirkungen hinterlassen. Bis heute besteht der Aberglaube, der marxistische Sozialismus könne irgendetwas anderes sein als Staatskapitalismus, und die "unsoziale" Marktwirtschaft müsse "staatlich kontrolliert und geregelt" werden, um sie "sozial verträglich" zu machen. Wäre diese hoffnungslos naive, aber von der Mehrheit noch immer geglaubte Vorstellung von "sozialer Marktwirtschaft" richtig, müssten wir zugeben, dass das Mosaische Gesetz der Juden vor drei Jahrtausenden schon weiter entwickelt war als die heutige "moderne Sozialgesetzgebung":


Die alten Israeliten wären niemals auf den völlig absurden Gedanken gekommen, die Marktwirtschaft könne "unsozial" sein. Denn es ist die Einschränkung des Wettbewerbs, die die gegenseitige Ausbeutung bewirkt; und diese Einschränkung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs ist der Privatkapitalismus, der schon vor über 3200 Jahren als die "Mutter aller Zivilisationsprobleme" erkannt wurde! Etwa bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert war der israelitischen Priesterschaft die wirkliche Bedeutung der bis heute in Genesis_3 mit genialen archetypischen Bildern und Metaphern exakt umschriebenen Erbsünde noch bekannt. Danach verfielen auch die jüdischen Hohepriester selbst dem "geistigen Tod der Religion", der darin besteht, die oben aufgeführten Metaphern auf der linken Seite mit irgendetwas anderem als ihrer wirklichen Bedeutung auf der rechten Seite in Verbindung zu bringen. In welchem Ausmaß der "Normalbürger" des 21. Jahrhunderts religiös und somit dem noch immer gegenwärtigen, privatkapitalistischen System untertänig ist, ist also nicht nur daran zu erkennen, dass viele noch immer ihre wöchentliche Dosis "Opium fürs Volk" bei ihrem örtlichen Dealer, einem so genannten "Geistlichen" (mittlerweile hochgradig Geisteskranken), nachfragen; um die Basis allen menschlichen Zusammenlebens (Makroökonomie) und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung (Geld) NICHT zu verstehen, reicht es schon aus, wenn in den Massenmedien mal wieder von "sintflutartigen Regenfällen" oder "paradiesischen Zuständen" gesprochen wird und damit die von der Religion "verborgenen Dinge" weiterhin im Verborgenen bleiben.

(NHC II,2,108) Jesus sagte: Wer von meinem Mund trinken wird, wird werden wie ich; ich selbst werde er werden, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren.

"Euer Merkwürden" hält Jesus von Nazareth für einen Idioten (im ursprünglichen Wortsinn verstanden) wie sich selbst, aber das war er selbstverständlich nicht: Wahre Nächstenliebe ist nicht "Solidarität", sondern im Gegenteil vollkommene marktwirtschaftliche Konkurrenz! Ein typisches Beispiel für Solidarität ist ein Kartell. Die Mitglieder des Kartells schließen die gegenseitige Konkurrenz aus und verhalten sich untereinander solidarisch, um gemeinsam überhöhte Verkaufspreise zu erpressen. Darum gibt es Kartellgesetze, die solche Machenschaften verbieten sollen – aber nicht verhindern können, solange das elementare Geldstreik- und Bodenmonopol immer größere und mächtigere Konzerne hervorbringt, die mittelständische Unternehmen entweder in den Ruin treiben oder einfach aufkaufen.

Tatsächlich war der Prophet Jesus von Nazareth der erste Denker in der bekannten Geschichte, der nach einem halben Jahrtausend in totaler geistiger Umnachtung nicht nur die wirkliche Bedeutung der Erbsünde wieder erkannte (Auferstehung),…

(NHC II,3,21) Diejenigen, die sagen: "Der Herr ist zuerst gestorben und dann auferstanden", sind im Irrtum. Denn er ist zuerst auferstanden und dann gestorben. Wenn jemand nicht zuerst die Auferstehung erwirbt, wird er sterben.

…sondern auch die einzige Lösung (Erlösung) zu ihrer Überwindung beschrieb:

(NHC II,2,1) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

(NHC II,2,44) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.

(NHC II,2,55) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.

(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.

(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.

Mutter = Summe aller Ersparnisse
Hure = Finanzkapital
Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
Berg = Rentabilitätshürde
Tod = Liquiditätsfalle
Vater (der Kultur) = Kreditangebot
Sohn = Kreditnachfrage
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf)

(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht." ***

Königreich des Vaters = Natürliche Wirtschaftsordnung                                   

*** (Silvio Gesell, Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918) "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat."

Die Natürliche Wirtschaftsordnung ist einfach zu verstehen und es gibt niemanden, der sie bewusst ablehnt. Ihr einziger Gegner ist der künstliche Archetyp Jahwe = Investor im kollektiv Unbewussten, der vor Urzeiten erfunden wurde, um die halbwegs zivilisierte Menschheit an ein darum bis heute fehlerhaftes Geld (Zinsgeld mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion) anzupassen, solange noch niemand über das Wissen verfügte, das Geld an den Menschen anzupassen.

In technischer Hinsicht ist das heute relativ einfach, und auch in psychologischer Hinsicht ist es einfach: Ist Jahwe = Investor (was sich aus Genesis_3,22 ergibt), ist das "Reich Gottes" der eigentliche zivilisatorische Normalzustand der Vollinvestition, in dem Geldersparnisse nicht mehr zurückgehalten werden können, um den Urzins zu erpressen, somit das Rentabilitätsprinzip aufgehoben ist und das volkswirtschaftliche Kreditangebot für neue Investitionen stets der Summe der Ersparnisse entspricht (siehe: NHC II,2,106).

Ist die Rentabilität ("Berg") der Wirtschaftlichkeit vorgeordnet, bleiben die Sachkapitalien und damit auch die bezahlbaren Arbeitsplätze strukturell knapp. Es ergibt sich zwangsläufig ein Heer von Arbeitslosen (die "Vielzuvielen" nach Nietzsche), die wiederum den Arbeitslohn aller noch sinnvoll Beschäftigten niedrig halten und damit gleichzeitig den Kapitalertrag ("Frucht vom Baum der Erkenntnis") der Besitzenden sichern:

"Man sagt, dass ganze Erdteile, die heute von Millionen Menschen bewohnt sind, in prähistorischen Zeiten unter Wasser gestanden hätten. Auch der Kapitalzins setzt große Gebiete der Volkswirtschaft gleichsam unter Wasser. Ihre Nutzbarmachung und Bearbeitung wird durch 4 bis 5 Prozent Zins ebenso unmöglich gemacht, als wenn ein Landgebiet von einem 4 bis 5 Meter hohen Wasserstand bedeckt ist. Was muss z. B. heute alles unterbleiben, weil es sich nicht "rentiert" und was könnte morgen alles in Angriff genommen werden, wenn es sich nicht zu rentieren, sondern nur die Kosten, nur die Löhne zu decken brauchte!"

Georg Blumenthal (aus "Die Befreiung von der Geld- und Zinsherrschaft", 1916)

Nach der Befreiung von der Geld- und Zinsherrschaft durch die freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform kehren sich die Verhältnisse um. Jetzt sind nicht mehr die Sachkapitalien knapp, sondern die menschliche Arbeitskraft wird zur ökonomisch knappsten Ressource:

"Wie erstaunlich schnell der Mensch, und vorzüglich die Frau, die Servilität, die Sklavenketten abzulegen weiß, sobald die ökonomischen Verhältnisse es gestatten, erkennt man am besten an den Dienstmädchen. Mit jedem Punkt, den das Angebot der Nachfrage gegenüber auf dem "Gesindemarkt" verliert, wächst auch die Selbstachtung, die Würde der Mädchen, steigt auch die Achtung der Hausfrau vor dem Mädchen. Schritt haltend mit dem Lohn ist auch die Behandlung besser geworden. Der Mensch wird eben in seinem Tun und Denken von äußeren Verhältnissen bestimmt; er achtet eine Sache gering, die er haufenweise auf der Straße findet, selbst wenn es sich um einen Menschen handelt. Wird jedoch der Mensch selten, muss man lange suchen, um eine oft wirklich unentbehrliche Hilfe fürs Haus zu finden, so schätzt und ehrt man diese Hilfe. Die Größe der Achtung, die man einem Menschen zollt, wird wie der Preis der Ware durch Nachfrage und Angebot bestimmt."

Silvio Gesell (aus "Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform", 1906)

Nicht im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das nur leere Versprechungen enthält, die ohne Marktgerechtigkeit gar nicht einzuhalten sind und die faktisch auch immer weniger eingehalten werden, sondern in der Magna Charta der Sozialen Marktwirtschaft (die "Mutti" Merkel nie gelesen hat) steht die einzige Voraussetzung der Menschenrechte:


In einer vom Geldstreik- und Bodenmonopol befreiten Marktwirtschaft ist die Nachfrage nach menschlicher Arbeitskraft, unabhängig vom Stand der Technologie, stets größer als das Angebot und damit der arbeitende Mensch das, was er sein soll: das Allerwertvollste!


Stefan Wehmeier, 20.10.2014