Sonntag, 25. September 2016

Die fünf Punkte des Calvinismus



Völlige Verderbtheit/Unfähigkeit
Aufgrund des Sündenfalls beherrscht die Sünde den ganzen Menschen, sein Denken, seine Gefühle und seinen Willen. Daher ist der natürliche Mensch nicht fähig, die Botschaft des Evangeliums zu verstehen, er ist geistlich völlig hilflos und verloren. Der Mensch kann Gottes rettende Botschaft erst verstehen, nachdem er durch den Heiligen Geist dazu befähigt wurde.
Bedingungslose Erwählung
Dies ist Calvins Prinzip der doppelten Prädestination. Die Erwählung zum Heil vollzieht sich nach Calvin wie folgt: Gott hat die Menschen in eine Gruppe der Auserwählten und eine der Nicht-Auserwählten geteilt. Für die Auserwählten hat Gott seine Erkenntnis bestimmt und die Auferstehung vorhergesehen. Die Übrigen bleiben unwissend bezüglich Gottes und des Evangeliums. Laut Calvin sind sie von Gott verdammt auf dem Weg in die ewige Hölle. Diese Entscheidung sei noch vor der Schaffung des Universums getroffen worden und somit erst recht vor der Geburt des einzelnen Menschen sowie vor irgendwelchen Entscheidungen, die der Mensch in seinem Leben trifft. Die Gründe, warum Gott einige erwählt hat, sind unbekannt. Es ist aber offensichtlich, dass das nicht aufgrund irgendwelcher guten Werke von Seiten des Erwählten geschehen ist. Die Erwählung ist insofern nicht an irgendwelche in der Person des Erwählten liegenden Bedingungen geknüpft.
Begrenzte Versöhnung/Sühne
Das ist der Glaube, dass Jesus Christus nicht gestorben ist, um alle Menschen zu retten. Sein Erlösungswerk ist nur an die auserwählten Sünder, die durch ihn gerettet sind, gerichtet.
Unwiderstehliche Gnade
Gemeint ist, dass man die Gnade der Erwählung nicht ausschlagen kann. Der Mensch hat in dieser Hinsicht also keinen freien Willen, da er tot ist in seinen Vergehungen und deswegen keinerlei Macht hat, sich für Gott zu entscheiden. Nur durch den Ruf Gottes kann der Mensch geistlich wieder zum Leben erweckt werden, und somit zu Gott kommen. Jeder Mensch, den Gott erwählt hat, werde Gott erkennen. Die Erwählten können dem Ruf Gottes nicht widerstehen.
Die Beharrlichkeit der Heiligen
Die einmal Geretteten werden gerettet bleiben. Es sei unmöglich, Gottes Gnade wieder zu verlieren. Diese „Beharrlichkeit“ wird mit dem Fachbegriff „Perseveranz“ bezeichnet.


Das Interessante an diesem besonderen Cargo-Kult ist, dass er einige Wahrheiten beinhaltet, wenn man erst einmal weiß, worum es bei dem ganzen religiösen Hokuspokus eigentlich geht. Um an dieser Stelle nicht alles wiederholen zu müssen, ist die Kenntnis des letzten Artikels die Grundvoraussetzung, um den weiteren Ausführungen folgen zu können:


Die Erbsünde (der in Genesis_3 mit genialen Bildern und Metaphern exakt umschriebene Privatkapitalismus) beherrscht tatsächlich "den ganzen Menschen, sein Denken, seine Gefühle und seinen Willen", solange das zivilisatorische Mittelalter (Zinsgeld-Ökonomie) anhält. Sowohl alle Einzelnen als auch alle Nationalstaaten haben in einer globalen Zinsgeld-Ökonomie nur das Bestreben, auf Kosten anderer zu existieren (Zinsgewinner), damit andere nicht auf ihre Kosten existieren (Zinsverlierer). Eine dritte Möglichkeit, als die eigentliche Definition von Leben, ist ausgeschlossen. Und wenn wir als "der natürliche Mensch" den noch immer religiös verblendeten "Normalbürger" ansehen, so ist dieser "nicht fähig, die Botschaft des Evangeliums zu verstehen" und ist – in der überwiegenden Mehrzahl als gewöhnlicher Zinsverlierer – "geistlich völlig hilflos und verloren". Dabei wollen wir unter "Evangelium" nicht die "Bildzeitung der Antike" (die vier biblischen Evangelien), sondern die originalen Worte des Jesus von Nazareth verstehen, die bis heute überliefert sind im letzten noch erhaltenen Exemplar des Thomas-Evangeliums, das 1945 als Bestandteil der Nag Hammadi Schriften (wieder-)gefunden wurde (und in der wissenschaftlichen Übersetzung im www nicht mehr ganz so leicht zu finden ist):


Die 114 Logien des Thomas-Evangeliums beschreiben mit unübertrefflicher Genialität den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation, "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld" (Silvio Gesell, 1916), in der der Urzins ("Frucht vom Baum der Erkenntnis") auf Null geregelt ist und somit eine prinzipielle Übereinstimmung von Eigennutz und Gemeinnutz besteht. Das Wort "geistlich" bedarf ebenfalls einer Erläuterung. In der originalen Heiligen Schrift (die Bibel nur bis Genesis_11,9 sowie ein wesentlicher Teil der Nag Hammadi Schriften), deren erste Verfasser die wirkliche Bedeutung der Erbsünde = Privatkapitalismus kannten und die nicht zum Zweck des Moralverkaufs gegenständlich-naiv uminterpretiert wurde, steht der "Geist" (auch "Hauch", "Wind" oder "wehender Wind") für Geldbewegung bzw. Geldumlauf und "Seele" bedeutet Geldanspruch. Der gewöhnliche Zinsverlierer ist also hilflos und verloren, weil er aufgrund der systemischen Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz nicht seinen vollen Arbeitsertrag erhält und darum sein Leben nicht frei gestalten kann.
    Der ursprüngliche Gott des alten Testamentes ist der künstliche Archetyp Jahwe = Investor, den Jesus von Nazareth zum dreifaltigen Gott (Vater = Kreditangebot / Sohn = Kreditnachfrage / heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld) umprogrammierte, welcher die einzige Lösung (Erlösung) zur Überwindung der Erbsünde bereits enthält. Diese rettende Botschaft frühzeitig zu verstehen, fällt den religiös Verblendeten maximal schwer, sodass die allermeisten erst nach dem Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform) den Erkenntnisprozess der Auferstehung aus der religiösen Verblendung durchlaufen, wenn sie durch den täglichen Umgang mit konstruktiv umlaufgesichertem Geld praktisch erfahren, wie sich ihr Leben auf bis dahin unvorstellbare Weise verbessert.

Der "Gruppe der Auserwählten" (dem deutschen Volk) gelingt die Auferstehung schon vor dem Jüngsten Tag und die "Nicht-Auserwählten" begreifen die wahre Zivilisation erst später. In der Praxis wird das – hoffentlich – weniger dramatisch ablaufen, als es sich viele religiöse Spinner in den letzten zwei Jahrtausenden in ihrer kranken Phantasie ausgemalt haben:


Sobald die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) evident wird, bleibt Deutschland (Gog = Good Old Germany) als letzter "sicherer Hafen" für Geldersparnisse übrig, sodass sich die deutsche Volkswirtschaft noch für eine gewisse Zeit über Wasser halten kann, während im "Rest der Welt" (Magog = manch anderes Land außer Good Old Germany) die öffentliche Ordnung zerfällt. Nur in diesem Zeitfenster kann – zuerst in Deutschland – die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft = Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) verwirklicht werden. Die Frage ist nun: Wie katastrophal muss es im "Rest der Welt" werden, bis zuerst im deutschen Volk die reale Angst vor dem Untergang der Zivilisation gegenüber der eingebildeten Angst vor dem "Verlust" der Religion überwiegt, und wie lange wird es dann dauern, bis der "Rest der Welt" sich an Deutschland ein Beispiel nimmt und begreift, dass ohne eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform nur noch das "Mad-Max"-Szenario und danach der Rückfall in die Steinzeit wartet. Allein davon hängt es ab, wie viele Menschen tatsächlich gerettet werden!
    Aufgrund der heutigen modernen Kommunikationsmittel gehe ich davon aus, dass auch im "Rest der Welt" die meisten überleben werden.

Wer die "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion" so weit durchlaufen hat, dass er nicht länger über ein "Herausklettern des toten Jesus aus seinem Grab" nachdenkt, kann danach nicht wieder in die religiöse Verblendung zurückfallen. Damit sind auch die beiden letzten Merkmale des calvinistischen Cargo-Kultes wissenschaftlich geklärt.


Stefan Wehmeier, 25.09.2016


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