Montag, 7. November 2011

Der Baum des Lebens

From the book the word is spoken
Whispers from forgotten psalms

R. J. Dio (Sign Of The Southern Cross)

Der Mensch lernt, indem er für das, was er richtig macht, belohnt, und für das, was er falsch macht, bestraft wird. Bei Kindern können es gute oder schlechte Schulnoten sein, bei Erwachsenen ist es in der Regel das Geld, das eine Belohnung oder Bestrafung ausdrückt. Weil aber das Geld an sich fehlerhaft ist, kann in vielen Bereichen zwischen „richtig“ und „falsch“ nicht mehr unterschieden werden und es bildet sich so etwas wie „negatives Wissen“. Es entstehen „Wissenschaften“, in denen keine Erkenntnisse mehr verbreitet werden, sondern nur noch vorgefasste Meinungen und Denkfehler. Was hält ein europäischer oder US-amerikanischer Ökonom von der fachlichen Kompetenz eines Kollegen, der an einer staatlichen Universität in Nordkorea „Ökonomie“ (Staatskapitalismus) studiert hat? Wahrscheinlich gar nichts. Er kommt aber gar nicht erst auf die Idee, dass er genauso wenig von Ökonomie versteht, auch wenn die Denkfehler, die er studiert hat, andere sind.

„Unser Geld bedingt den Kapitalismus, den Zins, die Massenarmut, die Revolte und schließlich den Bürgerkrieg, der erfahrungsgemäß mit unheimlicher Schnelligkeit zur Barbarei zurückführt. …Wer es aber vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen, statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen…“

Silvio Gesell (Geld oder Krieg)

„Wenn jemand nicht zuerst das Wasser kennt, kennt er nichts. Denn was nützt es ihm, wenn er darin getauft wird? Wenn jemand nicht weiß, wie der wehende Wind entstanden ist, wird er mit ihm hinweggeweht werden. …Jemand, der nicht kennen wird die Wurzel der Schlechtigkeit, ist ihr kein Fremder.“

Jesus von Nazareth (Nag Hammadi Library / Dialog des Erlösers)

Das „Wasser“ der originalen Heiligen Schrift (die Bibel nur bis Genesis 11,9) ist das Geld (Liquidität), der „Wind“ (auch „wehender Wind“, „Hauch“ oder „Geist“) steht für Geldbewegung bzw. Geldumlauf, der „Baum des Lebens“ (originär: ez pri ose pri „Baum, der Frucht ist und Frucht macht“) ist der Geldkreislauf, der „Baum der Erkenntnis“ (originär: ez ose pri „Baum, der Frucht macht“) ist der Geldverleih und seine „Frucht“ der Zins, genauer der Urzins (S. Gesell, 1916) bzw. die Liquiditäts(verzichts)prämie (J. M. Keynes, 1935):


Wer das nicht weiß, versteht von der Welt, in der wir (noch) existieren, gar nichts. Genau das war (und ist noch) der einzige Zweck der Religion (Programmierung des kollektiv Unbewussten mit dem künstlichen Archetyp Jahwe = Investor): Solange das Geld noch unverstanden war, durfte das arbeitende Volk die daraus resultierende systemische Ungerechtigkeit (Erbsünde = Privatkapitalismus) nicht verstehen, und das ist der Religion bis heute gelungen! Alle noch nicht aus dem geistigen Tod der Religion auferstandenen Menschen wundern sich, warum die Geldvermögen und Schulden ins Uferlose wachsen,…


…warum die Schere zwischen reich und arm – sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten – sich immer weiter öffnet,…


…und können sich nicht vorstellen, dass eine einfache Korrektur der seit jeher fehlerhaften Geldfunktion (sowie eine Korrektur der aus der Antike übernommenen Bodenordnung)…


…zu ganz anderen Verhältnissen führt,…


…die allgemeinen Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und den Weltfrieden selbstverständlich und die menschliche Dummheit (Politik und Religion) überflüssig machen. Die allgemeine Volksverdummung, an der Heerscharen von Priestern über Jahrtausende gearbeitet haben,…


…ließ eine globale Irrenanstalt entstehen, in der religiös verblendete Narren bis heute auf ein „Reich Gottes“ warten, ohne zu wissen, dass es sich dabei um nichts anderes handelt, als den eigentlichen zivilisatorischen Normalzustand der Vollinvestition: 


Manche haben Jahrzehnte damit verbracht, die Natürliche Wirtschaftsordnung zu verstehen, und sind noch weit davon entfernt, sich in diesen eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation hineindenken zu können, weil sie noch immer von der Religion beeinflusst werden. Das gilt auch für Helmut Creutz. In seiner obigen Graphik „087b“ (die hier nur der Veranschaulichung dient) hat er eine staatliche Liquiditätsgebühr von 4 % pro Jahr eingezeichnet, obwohl er wissen müsste, dass dieser Wert zu niedrig ist. Er denkt aber gar nicht erst darüber nach, weil er glaubt, dass ein möglichst niedriger Wert leichter „politisch durchsetzbar“ sein könnte als der für einen unter allen Umständen stabilen Geldkreislauf ideale Wert, der sinnvoller Weise doppelt so hoch anzusetzen ist.

Je größer die Anpassung an das (noch) bestehende, kapitalistische System, desto größer ist die irrationale Angst vor der Auferstehung und desto geringer ist das Begriffsvermögen gegenüber der einzigen Möglichkeit, den endgültigen Zusammenbruch des globalen Geldkreislaufs – und damit der gesamten Arbeitsteilung – aufzuhalten. In früheren Zeiten hätte das Krieg bedeutet. Aufgrund der atomaren Bedrohung ist der 3. Weltkrieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – jedoch keine Option mehr, sodass genau zwei Möglichkeiten verbleiben: der Rückfall in die Steinzeit, oder die schnellstmögliche Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung. 

In einer kapitalistischen Marktwirtschaft sind die gesellschaftlichen Verhältnisse pervertiert, d. h. es treffen nicht die Fähigen (kreative Unternehmer), sondern die Sparsamen („große Investoren“) sowie die an das System Angepassten (Machtpolitiker) die wesentlichen Entscheidungen, sodass die Natürliche Wirtschaftsordnung erst dann verwirklicht werden kann, wenn die „Machthaber“ dem in „dieser Welt“ unvermeidlichen, endgültigen Zusammenbruch des Geldkreislaufs vollkommen machtlos gegenüberstehen und die reale Angst vor der größten anzunehmenden Katastrophe der Weltkulturgeschichte allgemein größer wird, als die seit Urzeiten eingebildete Angst vor dem „Verlust“ der Religion:


Die Beendigung der „Finanzkrise“ (korrekt: beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes) durch den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation ist in rein technischer Hinsicht relativ einfach,…


…zumindest weitaus einfacher, als z. B. konkurrenzlose Produkte wie diese zu entwickeln:

http://www.sincos-audio.com  (Markteinführung ab 2012)

Die Schwierigkeit besteht allein in der Überwindung der Religion, die es der halbwegs zivilisierten Menschheit seit jeher unmöglich macht, zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus zu unterscheiden – die Grundvoraussetzung des Denkens, sofern es das zivilisierte Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft:


Geld kann nicht gleichzeitig Tauschmittel und Wertaufbewahrungsmittel sein, und der Boden und die Bodenschätze gehören nicht in Privatbesitz. Das ist so einfach, dass Heerscharen von Priestern, die schon lange nicht mehr wissen, was sie tun, über drei Jahrtausende lang predigen mussten, um das allgemeine Begriffsvermögen für makroökonomische Zusammenhänge soweit zu ruinieren, dass auch auferstandene Menschen lange und gründlich nachdenken müssen, um eine konstruktiv umlaufgesicherte Indexwährung und ein allgemeines Bodennutzungsrecht (Erbpachtrecht) praktisch verwirklichen zu können, ohne dabei eine Katastrophe in der Katastrophe auszulösen. Das ist der Grund, weshalb die hohe Politik dabei nur assistieren kann, aber nichts mehr zu entscheiden hat:



Stefan Wehmeier, 7. November 2011

 

1 Kommentar:

  1. "Würde Geld durch Leistung entstehen, müsste die Welt die Vergabe von Rohstoffen, dazu zählt auch Land, neu organisieren, denn Land könnte z. B. nicht mehr als Sicherheit für neues Geld hinterlegt werden."
    (http://leistungsgedecktes-geld.blogspot.com/search/label/Leistungsgedecktes%20Geld)

    Privates Bodeneigentum kann nicht "als Sicherheit für neues Geld", sondern nur als Sicherheit für einen Kredit hinterlegt werden. Und jeder Kredit setzt voraus, dass zuvor Ersparnisse gebildet wurden, von denen der Kredit - in der Regel über eine Bank - vergeben wird.

    Offenbar sieht der "politikprofiler" das Geld nicht als Tauschmittel und unterliegt dem Denkfehler, der Gegenwert des heutigen Geldes wären "hinterlegte Sicherheiten" für Kredite. Von dieser falschen Grundannahme ausgehend, versucht er dann ein hypothetisches "leistungsgedecktes Geld" zu konstruieren, das angeblich den Kapitalismus beseitigen soll.

    Tatsächlich ist der einzige Gegenwert allen umlaufenden Geldes immer der gegenläufig umlaufende Warenstrom, der aktuell dagegen getauscht wird. Der Kapitalismus entsteht aus der Überlegenheit des Zinsgeldes (fehlerhaftes Geld mit Wertaufbewahrungs(un)funktion) gegenüber den (vergänglichen) Waren und kann nur durch eine staatliche Liquiditätsgebühr auf alles Zentralbankgeld (Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) eliminiert werden. Nur wenn das Geld (konstruktiv umlaufgesichertes Geld) und die Waren Tauschäquivalente sind, d. h. beides einem vergleichbaren Angebotsdruck unterworfen ist, kann die Währung durch eine direkte Geldmengensteuerung absolut stabil gehalten werden und können sich die privaten Sachkapitalien soweit vermehren, bis alle unverdienten Knappheitsgewinne durch vollkommene marktwirtschaftliche Konkurrenz (monopolfreie Marktwirtschaft) aufgehoben sind.

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