Donnerstag, 13. August 2015

Der wirkliche Name Gottes



"Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas seltenes, - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel."

Friedrich Nietzsche

Irrsinnig ist, wer heute noch an den "lieben Gott" glaubt. Dabei geht es nicht um die Frage, ob Gott existiert oder nicht. Denn unabhängig davon, ob er noch etwas anderes sein könnte, ist "Gott" in jedem Fall ein vom Mythos im kollektiv Unbewussten einprogrammierter, künstlicher Archetyp nach Carl Gustav Jung. Es ist also nicht so, dass Gott nicht existiert, auch wenn er "nur" Einbildung ist. Heutzutage sollten wir das verstehen können: Eine Software ist materialistisch betrachtet ein "Nichts", dennoch können PCs nur auf der Basis ihres einprogrammierten Betriebssystems funktionieren.

Ähnlich ist es bei einem Volk, das einen Gott anbetet: Es funktioniert nur auf der Basis der Religion, der Rückbindung auf den künstlichen Archetyp im kollektiv Unbewussten. Die Funktionsfähigkeit eines religiösen Volkes bzw. der religiös verblendeten Untertanen bemisst sich danach, wie viel Reichtum, Ruhm und Ansehen die Untertanen den Herrschenden verschaffen. Vermehren sie den Reichtum der Herrschenden, sind sie "gute" Untertanen, gelingt ihnen dies nicht, sind sie "schlechte" Untertanen, und wenn sie den Reichtum, den Ruhm oder das Ansehen der Herrschenden vermindern, sind sie "böse" Untertanen.

Der "aufgeklärte" Bürger des 21. Jahrhunderts wird sich sagen: "Wenn das so ist, will ich ein böser Untertan sein!" Viele haben das versucht, sind dabei aber nicht glücklich geworden. Wer "halbwegs glücklich" sein will (und den Link erst einmal ignoriert), bemüht sich weiterhin, ein guter Untertan zu sein und sieht zu, dass beim Speichellecken an den "Reichen und Mächtigen" ein paar Krümel für ihn abfallen. Friedrich Nietzsche fand dafür die treffende Bezeichnung "Glück der Knechte".

Der "Unglaube" befreit nicht von der Religion, sondern allein der Erkenntnisprozess der Auferstehung (aus dem geistigen Tod der Religion). Wer kein Untertan mehr sein will, muss den wirklichen Namen Gottes erkennen. Das ist nicht leicht, denn der Archetyp will anonym bleiben, um weiterhin mit seinem Gegenpol, dem "bösen Teufel" (die Schlange im Paradies-Mythos), sein Unwesen treiben zu können. Und selbst wenn Gott erkannt, d. h. für die ersten Auferstandenen tot ist, treibt er noch immer sein Unwesen, solange ihn nicht alle erkannt haben, oder wenigstens eine "kritische Masse" des Volkes.

Als die Herrschenden noch wirkliche Herrscher waren, kannten sie selbstverständlich den wirklichen Namen Gottes und das arbeitende Volk durfte ihn nicht kennen, damit die Herrschenden weiterhin herrschen konnten. Die guten Herrscher dachten ihr Leben lang darüber nach, wie sie auch ohne Gott herrschen konnten, während das den weniger guten Herrschern ziemlich egal war; Hauptsache, sie konnten überhaupt herrschen. Erst Jesus von Nazareth, der nicht als Herrscher geboren war, erkannte nicht nur aus eigener Kraft den wirklichen Namen Gottes, sondern fand auch als erster Denker in der bekannten Geschichte die einzige Lösung (Erlösung), wie alle Menschen zu Königen werden, und nannte diesen eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation das "Königreich des Vaters":

(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht."

Die kollektive Blindheit (der geistige Tod der Religion) ist bis heute erhalten geblieben. Zu Lebzeiten des Jesus von Nazareth waren die wirklichen Herrscher längst ausgestorben und unter den "Pharisäern und Schriftgelehrten" (heute in etwa zu übersetzen mit "Politiker/Schweinepriester und Rechtsverdreher") fand sich niemand mehr, der ihn hätte verstehen können. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als den alten Gott Jahwe zum dreifaltigen Gott (Vater / Sohn / heiliger Geist) umzuprogrammieren:

(NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen.
(NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, - ich bin mit ihm.
(NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.
(NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.
(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.
(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.

Die "heilige katholische Kirche", die nie besonders gut darin war, Rätsel zu lösen, konnte mit den originalen Worten des Jesus von Nazareth nichts anfangen. Sie macht sich bis heute viel lieber einen Sport daraus, dass das Rätsel mit Sicherheit ungelöst bleibt, und befindet stattdessen das Folgende für "geistreich":

(Matthäus 10,34-35) Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
(Matthäus 18,20) Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
(Lukas 12,10) Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.
(Matthäus 10,37-38) Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.
(unwissenschaftliche Übersetzung / "moderne" theologische Interpretation von NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennt, kann der Sohn einer Hure genannt werden?
(Matthäus 18,19) Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. (Matthäus 17,20) Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

Wer sich bemüht, aus dem sinnfreien Geschwätz im neuen Testament der Bibel etwas Sinnvolles herauszulesen, ohne die originalen Gleichnisse im nichtbiblischen Thomas-Evangelium zu kennen, muss zwangsläufig irrewerden. Aus diesem Irrsinn heraus ist es gar nicht mehr vorstellbar, dass Jesus überhaupt irgendetwas Sinnvolles entdeckt haben könnte. Aber was machte ihn dann zur berühmtesten Persönlichkeit der Welt, auf der bis heute die planetare Zeitrechnung basiert? Die Antwort ist ebenso einfach wie eindeutig…


…und erklärt auch, warum noch zwei Weltkriege stattfinden mussten, ein nicht unerheblicher Teil der Menschheit vorübergehend wieder in die Primitivität des Staatskapitalismus (auch "Kommunismus" oder "real existierender Sozialismus" genannt) zurückfiel und der ganzen Menschheit heute die atomare Selbstvernichtung droht,…


…obwohl "Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform" (Silvio Gesell, 1906) schon lange vor dem 1. Weltkrieg geschrieben war: Wer den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor im kollektiv Unbewussten als den "lieben Gott" anbetet, kann die Befreiung der Marktwirtschaft (Paradies) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Erbsünde) gar nicht erst andenken:


Das ist die "moderne" Welt, in der wir leben: Die "westliche Zivilisation" ist nichts weiter als ein Cargo-Kult, wobei es sich beim "Cargo" noch nicht einmal um eine originale Heilige Schrift handelt, sondern um die "Bildzeitung der Antike" (die vier biblischen Evangelien). Aus der anfänglichen Vielzahl urchristlicher Strömungen blieb die dümmste erhalten, die sich nicht damit begnügte, sich zielsicher die dümmsten Schriften herauszusuchen, sondern auch alle anderen urchristlichen Schriften für "häretisch" (gotteslästerlich) erklärte und verbrannte.

Doch "Unwissenheit ist ein Segen", sagt sich der Verräter, bis das "Brett vorm Kopf" ihn nicht mehr schützt: http://www.juengstes-gericht.net


Stefan Wehmeier, 13.08.2015


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