Dienstag, 16. Mai 2017

Wissen ist Macht


"Angewöhnung geistiger Grundsätze ohne Gründe nennt man Glauben."
 
Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)
 
Wer andere für eine gemeinsame Unternehmung gewinnen will, die erst auf Teilwissen basiert, darf weder sein Wissen, das für die Unternehmung spricht, noch seine Wissenslücke, die dagegen spricht, mit allen anderen teilen (sonst wäre es ein Debattierklub und keine Unternehmung), sondern muss den meisten anderen geistige Grundsätze ohne Gründe angewöhnen und darauf vertrauen, dass im weiteren Verlauf der Unternehmung die Wissenslücke geschlossen wird:
 
1. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, jegliche Kreatur schafft und lenkt und dass er allein der Urheber alles dessen ist, was geschah, geschieht und geschehen wird. 
2. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, einzig ist und dass es keine Einheit seinesgleichen gibt, in keinerlei Hinsicht, und dass er allein unser Gott war, ist und sein wird. 
3. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, unkörperlich ist und frei von jeder Möglichkeit, materiell vorgestellt zu werden; und dass ihm auch keine Gestalt beigelegt werden kann. 
4. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, Anfang und Ende ist. 
5. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, allein es ist, dem Anbetung gebührt, und dass es ungebührlich ist, ausser ihm ein Wesen anzubeten. 
6. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die Worte der Propheten alle wahrhaftig sind. 
7. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die Kündung unseres Lehrers Moses, Friede ihm, die Wahrheit und dass er von allen Propheten, früheren wie späteren, der Vater war. 
8. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass diese Thora, wie wir sie jetzt besitzen, die gleiche ist, die unserem Lehrer Moses übergeben wurde. 
9. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass diese Thora unverwechselbar ist und dass es nie eine andere Lehre vom Schöpfer her, gepriesen sei sein Name, geben wird. 
10. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, alles Tun und jegliches Trachten der Menschen kennt, wie es heisst: Er, der ihre Herzen ganz und gar gebildet, Er weiss auch all ihr Tun. 
11. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, wohl vergilt all denen, die seine Gebote erfüllen, und übel tut denen, die seine Gebote brechen. 
12. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Messias kommt, und ungeachtet seines langen Ausbleibens erwarte ich täglich seine Ankunft. 
13. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass einst zu seiner Zeit, wenn es dem Schöpfer, gepriesen sei sein Name und erhoben sein Gedenken immer und ewig, wohl gefällt, die Toten auferstehen werden.
 
Rabbi Mosche ben Maimon (1135 - 1204)
 
Der Rabbi gilt als einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten, weil er allgemein angewöhnte geistige Grundsätze ohne Gründe so schön übersichtlich formulierte, auch wenn er nichts mehr wusste. Die letzten jüdischen Gelehrten, die noch etwas wussten, waren jene, die um 580 v. Chr. den heute "ersten" Schöpfungsmythos der Genesis (7-Tage-Schöpfung) vor den ursprünglichen "zweiten" (Paradiesgeschichte) setzten, was dazu führte, dass das ursprüngliche Wissen ganz verloren ging und allen nachfolgenden Generationen nur noch der Glaube blieb. An was glauben die Juden, warum glauben sie daran, und wohin wollen sie eigentlich? Diese Fragen stellen sie sich schon lange nicht mehr, denn die einzige rein positive Gier, die Neugier, ist überaus schädlich für jene, die den Glauben zum Selbstzweck erhoben haben. Darin unterscheiden sich die Juden nicht von den beiden anderen Glaubensgemeinschaften, den Katholiken (stellvertretend für alle, die sich "Christen" nennen) und den Moslems, die sich Anfang und Ende mit ihnen teilen.
 
In der Genesis geht es nicht um die Erschaffung des biologischen Menschen (die ist schon seit etwa 150.000 Jahren abgeschlossen), sondern des zivilisierten Menschen, der sich von seinen Vorfahren dadurch unterscheidet, dass er Geld benutzt und in einer Marktwirtschaft lebt. Und weil das so ist, hat eine halbwegs zivilisierte Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt (und in "God´s own country" schon wieder einstellen musste), etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld noch immer nicht verstanden und lebt bis heute in der Erbsünde! Die gemeinsame Unternehmung, die anfänglich nur auf Teilwissen mit einer Wissenslücke (Wie ist die Erbsünde zu überwinden?) basierte, war der "Auszug der Israeliten aus Ägypten" – der bis heute andauert, denn für die "Weiterentwicklung der menschlichen Kultur vom Ursozialismus (zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld, z. B. vorantikes Ägypten) zur freien Marktwirtschaft mit Geldkreislauf" ist es völlig unerheblich, ob irgendwann einmal und möglicherweise in diesem Zusammenhang ein paar halbverhungerte Flüchtlinge irgendwo durch die Wüste irrten.
 
Die Zivilisierung des Kulturmenschen ist noch nicht abgeschlossen, wie aus dem 12. und 13. Glaubensgrundsatz des Mosche ben Maimon hervorgeht. Den 13. Glaubensgrundsatz haben Juden, Katholiken und Moslems gemeinsam, während sich im 12. Glaubensgrundsatz die Katholiken von den anderen Glaubensgemeinschaften unterscheiden. Die Juden warten auf einen "König der Juden" als einem "Nachkommen Davids", die Moslems warten auf einen gewissen Mahdi als einem "Nachkommen Mohammeds", und die Katholiken warten interessanterweise darauf, dass ihnen Jesus selbst wieder über den Weg läuft, was bedeutet, dass Jesus bereits der Messias war, der die am Anfang der Unternehmung noch vorhandene Wissenslücke schließen konnte, was jedoch von allen drei Glaubensgemeinschaften noch immer nicht verstanden wird. Das Verständnisproblem der Glaubenden ist nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass sie die Marktwirtschaft für einen "Obstgarten" halten und tatsächlich daran glauben, dass leistungslose Kapitaleinkommen wohl auf "Apfelbäumchen" wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer:
 
Initiator (Prophet) eines Zeitalters ist derjenige, der am Anfang über das höchste Bewusstsein verfügt, wobei das Wissen des Propheten immer lückenhaft ist, denn anderenfalls könnte das Zeitalter, dessen Zweck es ist, die Wissenslücke zu schließen, gleich übersprungen werden. Man kann nicht alles im voraus wissen, aber "nach bestem Wissen und Gewissen", d. h. "unter Einbeziehung der bekannten Informationen und in der Überzeugung, umsichtig und richtig zu handeln", etwas in die Wege leiten, wobei letztlich das Gewissen des Propheten die Entscheidung trifft. Der Schöpfer des (noch) bestehenden zivilisatorischen Mittelalters war also das Gewissen des Moses (siehe: Glaubensgrundsatz Nr. 7), und in der Schöpfungsgeschichte, die diesem Zeitalter zugrunde liegt, lässt Moses sein Gewissen als Gott Jahwe sprechen:
 
(Genesis_2,4-9) Es war zu der Zeit, da Gott der HERR (Investor) Erde (Angebot) und Himmel (Nachfrage) machte. Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen (Geldemission) auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; aber ein Nebel (Liquidität) stieg auf von der Erde und feuchtete alles Land. Da machte Gott der HERR den Menschen (der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch) aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen (selbständiger Unternehmer). Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden (freie Marktwirtschaft) gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen (gewinnbringende Unternehmungen) und gut zu essen, und den Baum des Lebens (Geldkreislauf) mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen (Geldverleih). 
(Genesis_3,1-5) Aber die Schlange (Sparsamkeit) war listiger als alle Tiere auf dem Felde (angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital), die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau (der in neues Sachkapital investierende Kulturmensch): Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume (Unternehmerlohn) im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten (Urzins) hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet (geistiger Tod durch religiöse Verblendung)! Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. 
(Genesis_3,6-13) Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß (Übertragung des Urzinses auf das Sachkapital). Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan (Privatkapitalismus = Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren (mit eigener Arbeit Geld verdienen), und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze (als Geld- und Sachkapitalbesitzer Zins erpressen). Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war (Abkühlung der Konjunktur / beginnende Liquiditätsfalle). Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten (so tun, als wäre der Zins Lohn für eigene Leistung). Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast (Abhängigkeit von zinsträchtiger Ersparnis), gab mir von dem Baum und ich aß. Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß. 
(Genesis_3,15) Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen (Geldersparnisse) und ihrem Nachkommen (neue Sachkapitalien); der soll dir den Kopf (Rendite) zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen (struktureller Sachkapitalmangel).
(Genesis_3,16) Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären (Rentabilitätszwang für neue Sachkapitalien). Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein (Investitions- und Wachstumszwang), aber er soll dein Herr sein (Mangel an Sachkapital bestimmt Kapitalmarktzins). 
(Genesis_3,17-19) Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen (der arbeitende Mensch erhält nicht den vollen Arbeitsertrag), bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden (Wohlstand für alle bleibt prinzipiell unerreichbar). 
(Genesis_3,22-24) Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner (die nichts anderes zu tun haben, als sich an der Mehrarbeit anderer zu bereichern) und weiß, was gut (egoistisch und gebildet) und böse (selbstsüchtig und eingebildet) ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war.
Und er trieb den Menschen hinaus (Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus) und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim (Denkblockaden) mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.
 
Das Programm Genesis unterteilte die folgenden Generationen in Herrscher und Beherrschte: Die Herrscher kannten die Bedeutungen in den Klammern, hatten somit das Wissen und kannten die Wissenslücke des Lehrers Moses, während die Beherrschten (Untertanen) weder das eine noch das andere kennen durften, bis der Messias kommen würde, um die Wissenslücke zu schließen. Die Herrscher freuten sich über das Wissen, wie sie mit Hilfe der Wissenslücke auf Kosten der Mehrarbeit aller Untertanen existieren konnten, und die Untertanen freuten sich über den Segen ihrer Unwissenheit. In der Summe blieb also die Freude erhalten, als die Herrschenden ab dem 6. vorchristlichen Jahrhundert alles Wissen verloren, sodass die Wissenslücke sich ungestört ausbreiten konnte und alle Glaubenden zu "verlorenen Kindern der See" machte:
 
"Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde": von der Zeit an sitzt der Reiche im Himmel und der Arme liegt auf der Erde. (Alte jüdische Weisheit)
 
Solange die Herrscher das Wissen hatten, verfügten sie auch über ein Gewissen und konnten im Rahmen ihrer Möglichkeiten verantwortungsvoll handeln; danach wurden sie zu Gewissenlosen (geistig Toten). Diese glauben an einen Gott (künstlicher Archetyp "Investor" im Unterbewusstsein), auf den ihre Gedankenwelt rückgebunden ist. Solange die Wissenslücke, wie die Marktwirtschaft (Paradies) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Erbsünde) befreit werden kann, nicht geschlossen ist, bestimmt der im kollektiv Unbewussten der Glaubenden einprogrammierte, künstliche Archetyp Jahwe=Investor den Anfang und das Ende (siehe: Glaubensgrundsatz Nr. 4) des zivilisatorischen Mittelalters (Zinsgeld-Ökonomie, kapitalistische Marktwirtschaft), über das die geistig Toten nicht hinaus denken können, solange die Religion (Rückbindung) bestehen bleibt:
 
Erst am Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform) erfolgt die allgemeine "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion" (siehe: Glaubensgrundsatz Nr. 13). In der Natürlichen Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft), die rein technisch gesehen nicht erst seit Silvio Gesell,...
 
...sondern schon seit Jesus von Nazareth möglich gewesen wäre,...
 
...ist Wissen auch weiterhin Macht. Allerdings geht es nicht mehr um die falsch verstandene Macht der Beherrschung anderer Menschen, sondern um die wahre Macht der Beherrschung der Dinge:
 
Der Wille zur Macht über die Dinge ist primär und der Wille zur Macht über andere Menschen ist sekundär. Letzterer ist nur Mittel zum Zweck, um in einer noch unterentwickelten Arbeitsteilung mit primitiven technischen Mitteln Macht über die Dinge zu erlangen. Mit dem eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation ist die Machtausübung über andere Menschen ausgeschlossen und der eigenverantwortliche Kulturmensch wird in Zukunft eine unbegrenzte Macht über die Dinge erlangen, die umso größer wird, je weiter die technologische Entwicklung voranschreitet.
 
Im vorantiken Ägypten zur Zeit des Moses (etwa um 1250 v. Chr., während der Regentschaft von Pharao Ramses II) war es noch gänzlich unvorstellbar, dass allein durch eine Verbesserung der Arbeitsteilung und mit den damals zur Verfügung stehenden, primitiven technischen Mitteln ein einzelner Mensch innerhalb seiner Lebensspanne mehr direkte Macht über die Dinge erlangen könnte, als indirekt durch die weitere Machtausübung über andere Menschen. Wahrscheinlich machte sich Moses kaum Gedanken, wie die Geld- und die Bodenordnung für eine gerechte Marktwirtschaft gestaltet sein müssten, sondern dachte zuallererst darüber nach, wie er sich an Stelle des Pharao das ganze israelitische Volk mit Hilfe des Geldes (Goldgeld ist immer Zinsgeld) untertan machen konnte.
 
Eine Zinsgeld-Ökonomie benötigt Bewohner mit "Unrechtsbewusstsein", die "halbwegs glücklich" dabei sind, andere auszubeuten (Himmel der Zinsgewinner), um selbst nicht ausgebeutet zu werden (Hölle der Zinsverlierer), weil eine dritte Möglichkeit – das eigentliche Leben – (noch) nicht vorgesehen ist. Diese Wirkung hat das Programm Genesis bis heute auf den "Normalbürger", der die Basis allen menschlichen Zusammenlebens (Makroökonomie) und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung (Geld) nicht versteht und auch gar nicht erst verstehen will, sich von Politikern und Priestern, die noch weniger davon verstehen, jeden Blödsinn einreden lässt und für diese Schwachköpfe der perfekte Untertan mit der Hauptsorge ist, ein Untertan zu bleiben:
 
Gustave Le Bon (aus "Psychologie der Massen", 1895) "Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer."
 
In den 12 Jahrhunderten zwischen Moses und Jesus war nicht vorgesehen, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten noch dümmer als das religiös verblendete Volk werden sollten. Doch jene, die das ursprüngliche Wissen und die Wissenslücke des Moses zu bewahren hatten, stellten sich selbst eine Falle, indem sie aus Angst, der Messias würde nicht mehr rechtzeitig erscheinen, das Programm Genesis eigenmächtig abänderten:
 
Die Phasisäer und Schriftgelehrten hatten sich mit der Ersünde arrangiert, verfielen selbst in die religiöse Verblendung, die ihre eigenmächtigen Vorgänger verbrochen hatten, und degenerierten zu berufsmäßigen Vollidioten und hochgradig Geisteskranken (die Ausdrucksweise dient allein der Verdeutlichung). Die jüdische Religion verkam zu einem irrationalen Cargo-Kult um die Thora ("die fünf Bücher Mose") und die ganze bis dahin halbwegs zivilisierte Menschheit verlor ab dem 6. vorchristlichen Jahrhundert zum ersten Mal komplett ihr Bewusstsein, was ab dem 4. Jahrhundert bis zum Jahr 2007 zum zweiten Mal durch die "heilige katholische Kirche" passieren sollte:
 
Als der Messias zum ersten Mal erschien, war schon lange nicht mehr genügend Restbewusstsein im jüdischen Volk vorhanden, damit es seine Erfindung, mit der er im Nachhinein betrachtet seiner Zeit um fast 19 Jahrhunderte voraus war, auch nur ansatzweise hätte verstehen können:
 
(NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen. 
(NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, - ich bin mit ihm. 
(NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel. 
(NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein. 
(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden. 
(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.
 
Mutter (der Kultur) = Summe aller Ersparnisse 
Hure = Finanzkapital 
Brüder und Schwestern = Sach- und Finanzkapitalien mit eingeschränkter Konkurrenz 
Berg = Rentabilitätshürde des Urzinses 
Vater (der Kultur) = volkswirtschaftliches Kreditangebot 
Sohn = Kreditnachfrage für neue Sachkapitalien 
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf) 

(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht." ***
 
Königreich des Vaters = Natürliche Wirtschaftsordnung
 
*** (Silvio Gesell, Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918) "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat."
 
Moses hätte "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld" (Silvio Gesell, 1916) verstanden, und vielleicht wäre er sogar selbst darauf gekommen, hätte er längere Zeit darüber nachgedacht, wie das zu schaffende Paradies von vornherein von der Erbsünde zu befreien gewesen wäre. Aber hier enden auch schon die "was wäre gewesen wenn"-Überlegungen, denn es wäre Moses niemals gelungen, das in der primitiven Vorstellungswelt der zentralistischen Planwirtschaft des vorantiken Ägypten gefangene, ganze israelitische Volk zur Verwirklichung von etwas zur damaligen Zeit Unvorstellbarem ("lebe gut von eigener Arbeit") zu inspirieren, sondern er konnte nur die Oberen des israelitischen Volkes, die ihrerseits alle anderen mitziehen würden, zu etwas Vorstellbarem ("teile und herrsche") verführen:
 
Der Verfasser/Jesus/Moses/?/?/?/Mondschauer wird sich im Nachhinein nicht für anfängliche Wissenslücken entschuldigen, noch gedenkt er weiterhin das Mittel der Verführung einzusetzen, um seine weiteren Ziele zu erreichen, sondern erwartet vom einstigen Volk der Dichter und Denker, sich endlich zur einzig denkbaren, bewussten und gewollten Tat inspirieren zu lassen:
 


Stefan Wehmeier, 16.05.2017 


Donnerstag, 11. Mai 2017

Biologischer und geistiger Tod


(NHC II,2,1) Und er sagte: "Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken."
 
Weiter zu denken als alle anderen macht nicht glücklich, wenn alle anderen die weitreichenden Gedanken noch nicht verstehen, aber die Mithilfe der anderen erforderlich ist, um die Gedanken in die Tat umzusetzen. Dann muss man sich zuerst um das Verständnisproblem kümmern. Vor dieser Aufgabe stand Jesus von Nazareth, der sich zweifach von seinen Zeitgenossen unterschied:
 
1. Er machte eine Erfindung, auf die das jüdische Volk schon mehr als 12 Jahrhunderte gewartet hatte und mit der er im Nachhinein betrachtet seiner Zeit um fast 19 Jahrhunderte voraus war.
 
2. Jesus war lebendig und alle anderen waren geistig tot.
 
Ein Verständnisproblem von diesem Ausmaß zu lösen, machte einen Zeitsprung in das Jahr 1998 erforderlich, was theoretisch mit einer relativistischen Reise nahe der Lichtgeschwindigkeit möglich gewesen wäre. Aber ganz so viel Glück, auf ein außerirdisches Raumschiff mit einer weniger durchgeknallten Besatzung zu treffen, als in Monty Python´s "Das Leben des Brian", hatte Jesus nicht, sodass ihm nur die eine Möglichkeit blieb,...
 
...um sich 19 Jahre später einigermaßen verständlich machen zu können. Was noch schwierig ist, denn in der Zwischenzeit wurde mit dem Cargo-Kult des Katholizismus der geistige Tod über die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit verbreitet, sodass die Erfindung, auch wenn sie heutzutage "ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht" (Zitat: Vorwort zur 5. Auflage der NWO, 1921), noch immer nicht verstanden wird. Unabhängig von "Glaube" (Cargo-Kult) oder "Unglaube" (Ignoranz) glauben die geistig Toten an eine "Sündhaftigkeit des Menschen", was sie nicht davon abhält, sich weiterhin an der "Frucht vom Baum der Erkenntnis" zu bedienen. Die Auswirkungen sind verheerend: Massenarbeitslosigkeit, Kriminalität, Umweltverschmutzung und -zerstörung, allgemeine Wirtschaftskrisen, Terrorismus, Bürger- und Völkerkriege, um nur die auffälligsten Erscheinungen zu nennen. Aber natürlich besteht der geistige Tod gerade darin, dass die in Genesis_3 überlieferte Erbsünde als Ursache nicht erkannt wird, sodass man zuerst den Gott der Träume wiederauferstehen lässt, um den Schlafmützen einiges zu erklären: 

Morpheus: "Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns, selbst hier ist sie, in diesem Zimmer. Du siehst sie, wenn du aus dem Fenster guckst oder den Fernseher anmachst. Du kannst sie spüren, wenn du zur Arbeit gehst. Oder in die Kirche, und wenn du deine Steuern zahlst. Es ist eine Scheinwelt, die man dir vorgaukelt, um dich von der Wahrheit abzulenken." 
Neo: "Welche Wahrheit?" 
Morpheus: "Dass du ein Sklave bist, Neo. Du wurdest wie alle in die Sklaverei geboren und lebst in einem Gefängnis, das du weder anfassen noch riechen kannst. Ein Gefängnis für deinen Verstand." 

Das Programm Genesis wurde für den "Auszug der Israeliten aus Ägypten" geschrieben, d. h. für die Weiterentwicklung der menschlichen Kultur vom Ursozialismus (zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld, z. B. vorantikes Ägypten) zur Marktwirtschaft mit Geldkreislauf. Um das arbeitende Volk an ein darum bis heute noch fehlerhaftes Geld anzupassen, das wenige Reiche ohne Arbeit immer reicher und viele Arme trotz Mehrarbeit immer ärmer macht,...
 
(NHC II,2,41) Wer (etwas) in seiner Hand hat, dem wird gegeben werden; wer nicht hat, dem wird auch das Wenige, das er hat, weggenommen werden.
 
...bis ein Zusammenbruch des Geldkreislaufs (Liquiditätsfalle) zum Tod der Kultur führt und den nächsten Krieg als Vater aller weiteren Dinge erfordert, war die Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe vor der Erfindung der NWO so unverzichtbar, wie sie danach überflüssig gewesen wäre, aber stattdessen zum schlimmsten Kapitalverbrechen aller Zeiten mutierte:
 
Genesis_2,4-9: 
Gott der HERR (Jahwe) = künstlicher Archetyp "Investor" 
Erde und Himmel = Angebot (Waren) und Nachfrage (Geld) 
Regen / Feuchtigkeit = Geldemission / Liquidität 
Lebendiger Mensch = selbständiger Unternehmer 
Garten Eden (Paradies) = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft 
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen 
Baum des Lebens (ez pri ose pri: "Baum, der Frucht ist und Frucht macht") = Geldkreislauf 
Baum der Erkenntnis (ez ose pri: "Baum, der Frucht macht") = Geldverleih 
Genesis_3,1-5: 
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes) 
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch 
Frau / Eva = Finanzkapital / der in neues Sachkapital investierende Kulturmensch 
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer) 
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine) 
Tod = geistiger Tod durch religiöse Verblendung 
gut oder böse = egoistisch und gebildet oder selbstsüchtig und eingebildet 
Genesis_3,6-13: 
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) 
"die Frau gab ihrem Mann von der Frucht" = Übertragung des Urzinses auf das Sachkapital 
"nackt" sein = mit eigener Arbeit Geld verdienen 
"bekleidet" sein = als Investor von der Arbeit anderer Zins erpressen (lat.: vestis = Kleidung) 
"als der Tag kühl geworden war" = Abkühlung der Konjunktur (beginnende Liquiditätsfalle) 
"unter den Bäumen im Garten verstecken" = so tun, als wäre der Zins Lohn für eigene Leistung 
"die Frau, die du mir zugesellt hast" = Abhängigkeit von zinsträchtiger Ersparnis 
Genesis_3,15: 
Nachkommen der Schlange / der Frau = Geldersparnisse / neue Sachkapitalien 
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite) 
Genesis_3,22-24: 
"unsereiner" = die nichts anderes zu tun haben, als sich an der Mehrarbeit anderer zu bereichern 
Vertreibung aus dem Paradies = Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus 
Cherubim = Denkblockaden 

In den 3250 Jahren seit dem Bestehen des Programms verlor die halbwegs zivilisierte Menschheit zweimal komplett das Bewusstsein: ab dem 6. vorchristlichen Jahrhundert bis zur Erfindung der NWO und ab Gründung der "heiligen katholischen Kirche" im 4. Jahrhundert bis zum Jahr 2007:
 
Zwar wurde schon vor einem Jahrhundert die NWO erneut erfunden, aber das Programm Genesis war noch nicht erklärt und damit wegerklärt, sodass dies den Lauf der Geschichte nicht änderte:
 
(NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen. 
(NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, - ich bin mit ihm. 
(NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel. 
(NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein. 
(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden. 
(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.
 
Mutter (der Kultur) = Summe aller Ersparnisse 
Hure = Finanzkapital 
Brüder und Schwestern = Sach- und Finanzkapitalien mit eingeschränkter Konkurrenz 
Berg = Rentabilitätshürde des Urzinses 
Vater (der Kultur) = volkswirtschaftliches Kreditangebot 
Sohn = Kreditnachfrage für neue Sachkapitalien 
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf) 

(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht." ***
 
Königreich des Vaters = Natürliche Wirtschaftsordnung
 
*** (Silvio Gesell, Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918) "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat."
 
Geistig Tote im Programm Genesis sind zu einer bewussten und gewollten Tat nicht fähig, sondern wollen den "lieben Gott" anbeten, er möge sie in ihrem Bemühen unterstützen, sich auf Kosten anderer zu bereichern (Himmel der Zinsgewinner), damit andere sich nicht auf ihre Kosten bereichern (Hölle der Zinsverlierer). So it´s on and on and on...
 
In ihrer Welt aus Himmel und Hölle haben die "armen verlorenen Kinder der See" sowohl ihre Vergangenheit und damit ihre Identitäten verloren, als auch die Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen:
 
"Mangelnder Mut scheint der verbreitetere Fall zu sein. Er tritt ein, wenn der angebliche Prophet, sogar wenn ihm alle relevanten Fakten vorliegen, nicht sehen will, dass sie unweigerlich nur eine einzige Schlussfolgerung zulassen. 
... 
Die zweite Art des prophetischen Versagens ist weniger tadelnswert und wesentlich interessanter. Sie tritt auf, wenn alle verfügbaren Fakten richtig eingeschätzt und geordnet werden - wenn aber die wirklich wesentlichen Fakten noch nicht entdeckt sind und die Möglichkeit ihrer Existenz ausgeschlossen wird."
 
Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft / Risiken der Prophezeiung)
 
Es gab einmal ein Komikerduo, das beide Risiken perfekt verkörperte: Während Stan sich durch einen eklatanten Mangel an Mut auszeichnete, hatte Olli nicht einen Funken Phantasie, und zusammen waren sie unschlagbar darin, alles in einer Katastrophe enden zu lassen. Genau das sind die Priester und die Politiker in einer Zinsgeld-Ökonomie: "Dick und Doof". Dabei sollte dem einstigen Volk der Dichter und Denker die einzige Lösung für allgemeinen Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und selbstverständlichen Weltfrieden bekannt sein, denn sie ist auch nachzulesen in der Magna Charta der Sozialen Marktwirtschaft:  


Es war illusorisch, dass Ludwig Erhard die echte Soziale Marktwirtschaft verstehen würde,...   

Wohlstand für alle 

...und heute darauf zu hoffen, dass "Mutti" sie auch nur ansatzweise versteht,...
 

...können wir bis zum Jüngsten Tag getrost vergessen:
 

Dennoch stirbt die Hoffnung zuletzt und der "Normalbürger" kann sich darauf gefasst machen, dass die reale Angst vor der globalen Liquiditätsfalle mit Sicherheit bald größer wird, als die seit jeher eingebildete Angst vor dem "Verlust" der Religion: Armageddon 

(NHC II,3,21) Diejenigen, die sagen: "Der Herr ist zuerst gestorben und dann auferstanden", sind im Irrtum. Denn er ist zuerst auferstanden und dann gestorben. Wenn jemand nicht zuerst die Auferstehung erwirbt, wird er sterben. 

Die originale Heilige Schrift des Urchristentums (Gnosis = Kenntnis), die im 4. Jahrhundert vom Katholizismus – glücklicherweise nicht ganz - vernichtet wurde, stellt richtig, was die "Prediger des Todes" (Zitat: Friedrich Nietzsche) gern als Stilmittel einsetzen: Die Vertauschung von geistigem Tod und biologischem Tod belässt das Volk in Ersterem und macht Angst vor Letzterem. 

Nach dem Erwachen aus dem geistigen Tod schwindet die Angst vor dem biologischen Tod, weil die Wiedergeburt als eine Tatsache erkannt wird, so wie es eine Tatsache ist, dass wir am Ende des Tages einschlafen und am nächsten Tag wieder aufwachen. Das Einschlafen erfolgt angstfrei, weil wir wissen, dass am nächsten Tag alles auf der inneren Festplatte Gespeicherte noch vorhanden ist. Aber wie kann die Identität von einem Leben zum nächsten erhalten bleiben, wenn die innere Festplatte gewechselt wird? Die Daten über die früheren Leben sind in der Außenwelt gespeichert, d. h. in der Kulturgeschichte! Nur ist es in der Katastrophengeschichte der Zinsgeld-Ökonomie nicht leicht, die Identität zu finden. Um bei dem Vergleich mit der Festplatte zu bleiben: Auf der großen Festplatte der kapitalistischen Chaoskultur sind die Daten stark fragmentiert. 

Über die Selbstverständlichkeiten (allgemeiner Wohlstand / saubere Umwelt / Weltfrieden) hinaus, unterscheidet sich die Natürliche Wirtschaftsordnung vom bisherigen Chaos dadurch, dass sie eine in jeder Beziehung sinnvolle, kontinuierliche und unbegrenzte Kulturentwicklung garantiert, in der die Daten auf der großen Festplatte wohlgeordnet und zur jeweils richtigen Zeit abrufbar sind. Aus "Selbstverleugnung im geistigen Tod mit Angst vor dem biologischen Tod" wird am Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform) die "Selbstfindung und -verwirklichung im wahren Leben mit Vorbereitung auf ein neues Leben". Was in der Urgeschichte der Menschheit die Schamanen konnten, bevor diese Fähigkeiten durch das Programm Genesis vernichtet wurden, wird in Zukunft für alle Menschen erlernbar. Das "wer bin ich / woher komme ich / wohin gehe ich" bleibt keine unbeantwortete Frage, sondern wird zu einer aktiv gestaltbaren Reise durch die Zeiten. Wer an seinem Leben hängt, mag viele kurze Sprünge bevorzugen; wer aber das Abenteuer sucht, macht stets den denkbar weitesten Sprung...

 
Stefan Wehmeier, 11.05.2017


Donnerstag, 4. Mai 2017

Weißer und schwarzer Okkultismus


(NHC II,2,108) Jesus sagte: "Wer von meinem Mund trinken wird, wird werden wie ich; ich selbst werde er werden, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren."
 
Religionen (Rückbindungen auf künstliche Archetypen im kollektiv Unbewussten) fallen unter den Oberbegriff Okkultismus (von lat. occultus: verborgen, verdeckt, geheim), und Okkultismus ist "nichts weiter" als die hohe Kunst der Geheimniskrämerei. Diese wirkt rein psychologisch; "übersinnliche" oder "überirdische" Phänomene gibt es dabei nicht, oder nur als Hirngespinste zur Verstärkung der psychologischen Wirkung. In früheren Zeiten konnten Religionen für die kulturelle Entwicklung der Menschheit förderlich (weißer Okkultismus) oder auch nur zur persönlichen Machtausübung und Bereicherung auf Kosten der Mehrarbeit anderer und damit für die kulturelle Entwicklung hinderlich (schwarzer Okkultismus) eingesetzt werden.
 
Für einen Okkultismus bedarf es einer Person oder kleineren Personengruppe (esoterischer Kreis, Verblender), welche die Geheimniskrämerei betreibt, und einer meist größeren Personengruppe (Verblendete), die davon betroffen ist. Die Verblendung besteht in einer Programmierung des Unterbewusstseins bzw. des kollektiv Unbewussten der Gruppe der Betroffenen, die nur durch das geheime Wissen im esoterischen Kreis modifiziert oder wieder aufgehoben werden kann. Ziel der Verblendung ist es, Macht über die Verblendeten auszuüben, die sich auch über einen längeren Zeitraum erstrecken und generationenübergreifend wirken kann. Dabei besteht die Gefahr, dass die Verblender selbst zu Verblendeten werden, wenn das geheime Wissen falsch überliefert, von einem degenerierten esoterischen Kreis nicht mehr verstanden wird oder auch ganz verloren geht. In einem solchen Fall wird der Okkultismus zu einem unkontrollierbaren Cargo-Kult, der erst dann zu beenden ist, wenn das verlorene Geheimwissen rekonstruiert werden kann. Erst im Nachhinein ist dann zu entscheiden, ob es sich um einen weißen oder schwarzen Okkultismus gehandelt hat.
 
Jesus von Nazareth setzte einen besonderen weißen Okkultismus (Gnosis = Kenntnis) in die Welt, der sie in Zukunft von allem Okkulten heilen und die ganze Menschheit in ein neues Zeitalter führen sollte. Die Gnosis wurde jedoch im 4. Jahrhundert vom Katholizismus vernichtet, der von vornherein als ein irrationaler Cargo-Kult entstand und der bis heute als denkbar schwärzester Okkultismus "den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit" (Zitat: Friedrich Nietzsche) repräsentiert. Auch das hatte Jesus bereits mit einkalkuliert. Wären aber nicht im Jahr 1945 die Heiligen Schriften von Nag Hammadi (wieder-)gefunden worden, hätte unsereiner zwar die Bedeutung des Paradieses und der Erbsünde im Jahr 2007 dennoch (wieder-)erkannt, aber (nicht nur) das einleitende Zitat wäre nicht mehr zu lesen und nicht mehr zu rekonstruieren gewesen, und es wäre eine Vermutung geblieben und nicht zur Gewissheit geworden, dass Jesus von Nazareth die einzige Lösung zur Überwindung der Erbsünde (Erlösung) bereits gefunden hatte.
 
Bevor Sie weiterlesen, nehmen Sie sich bitte die Zeit für ein wirklich sehr gut gemachtes Video, auch wenn – oder gerade weil – es noch weit von dem Erkenntnisniveau entfernt ist, das am Ende dieses Artikels erreicht wird. Was am Anfang noch verstörend und in der Mitte verwirrend kompliziert und garantiert unlösbar erscheint, wird nach dem vollständigen Erkenntnisprozess der "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion" wieder ganz einfach. Dafür muss man sich aber schon auf der Bewusstseinsebene des echten Jesus von Nazareth befinden, und bis dahin ist für alle, die sich bisher nur oberflächlich mit dieser hochinteressanten Thematik beschäftigt oder nur aus ganz verblendeten Quellen des Mainstreams etwas darüber gehört oder gelesen haben, die folgende, kurzweilige Videodokumentation über die Matrix-Filmtrilogie eine empfehlenswerte Einführung in die faszinierende Welt der Geheimniskrämerei:

https://youtu.be/RGkBxjBs3ZQ
 
Wer das Video bis zum Schluss aufmerksam verfolgt hat, wird zumindest eine gewisse Ahnung davon bekommen haben, dass "diese Welt" (das noch bestehende zivilisatorische Mittelalter) ganz anders, sehr viel komplexer, mysteriöser und lebensfeindlicher, aber zugleich auch wunderbarer und entwicklungsfähiger ist, als es sich beispielsweise ein Redakteur der ARD-tagesschau oder etwa ein Lehrer an einer staatlichen Hochschule vorzustellen vermag, von Politikern und Theologen ganz zu schweigen (wobei Ausnahmen wie immer die Regel bestätigen). Aber auch für die Matrix-Trilogie gilt, was Sir Arthur Charles Clarke (er wusste mehr, als er nach außen hin vorgab) im Vorwort zu "2001 – Odyssee im Weltraum" schrieb:
 
"But please remember: this is only a work of fiction. The truth, as always, will be far stranger."
 
Machtpolitische Sandkastenspiele und naive Kategorien wie "gut" oder "böse" bleiben nur für jene relevant, die sich selbst noch in der realen Matrix, dem "Programm Genesis", befinden und noch keine Vorstellung davon haben, wie die Neue Welt ohne Politik und Religion gestaltet sein wird. Auch muss an dieser Stelle betont werden, dass alle Intensivpatienten, die von irgendwelchen Verschwörungstheoretikern als "die da oben" oder "die wahren Mächtigen hinter den Kulissen" vermutet werden, sich ebenfalls in der realen Matrix befinden und wie alle kleinen Sesselfurzer, die noch gar nichts begriffen haben, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung der Neuen Welt haben werden, sofern es über ihre ganz persönlichen Bedürfnisse hinausgeht. Ganz im Gegenteil sind "die da oben" bewusstseinsmäßig "die ganz unten". Wie Jesus schon sagte: "Die Ersten werden die Letzten sein!" Das hat nichts mit Schadenfreude zu tun, sondern ist lediglich eine nüchterne Feststellung. In einem Cargo-Kult (degenerierte Schriftreligion ohne esoterisches Wissen) ist die Gesellschaft bewusstseinsmäßig invertiert, d. h. je höher die "gesellschaftliche Position", desto weiter geht das Bewusstsein nicht gegen Null, sondern desto tiefer geht es unter Null!
 
Zur Zeit des Jesus von Nazareth war der das jüdische Volk beherrschende Okkultismus etwa seit einem halben Jahrtausend herrschaftslos, d. h. die "Pharisäer und Schriftgelehrten" (heute in etwa zu übersetzen mit "Politiker/Schweinepriester und Rechtsverdreher") waren komplett degeneriert, hatten alles esoterische Wissen über den Gott Jahwe, das Paradies und die Erbsünde längst verloren, und das "Programm Genesis" war schon damals zu einem irrationalen Cargo-Kult verkommen. Das Cargo des Kultes, die Thora (die fünf Bücher Mose im alten Testament), war aber im Kern noch unverfälscht erhalten, sodass Jesus das ursprüngliche esoterische Wissen rekonstruieren und das "Programm Genesis" nach seinen Wünschen umgestalten konnte:
 
Aus dem alten jüdischen Gott Jahwe machte Jesus den "Vater" eines neuen dreifaltigen Gottes (Vater / Sohn / heiliger Geist), dessen wahre Bedeutung er nur seinem Jünger Thomas verriet (siehe: Logion 13), dem Verfasser des Thomas-Evangeliums, des wahren Vermächtnisses des wahren Propheten, der damit allen Wahrheitssuchern der Nachwelt eine Aufgabe stellte:
 
(NHC III,5) Der Herr sagte: "Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen."
 
Aus dem alten Okkultismus, der die bis heute in Genesis_3 exakt umschriebene Erbsünde aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden jüdischen Volkes ausgeblendet hatte, solange das Wissen noch nicht zur Verfügung stand, diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" zu überwinden, machte Jesus einen neuen weißen Okkultismus, der die einzige Lösung zur endgültigen Überwindung der Erbsünde bereits enthielt – und zwar im dreifaltigen Gott selbst. Dazu gleich mehr, jetzt lüften wir erst einmal das große Geheimnis des Gottes Jahwe, des Paradieses und der Erbsünde:
 
Genesis_2,4-9: 
Gott der HERR (Jahwe) = künstlicher Archetyp "Investor" 
Erde und Himmel = Angebot (Waren) und Nachfrage (Geld) 
Regen / Feuchtigkeit = Geldemission / Liquidität 
Lebendiger Mensch = selbständiger Unternehmer 
Garten Eden (Paradies) = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft 
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen 
Baum des Lebens (ez pri ose pri: "Baum, der Frucht ist und Frucht macht") = Geldkreislauf 
Baum der Erkenntnis (ez ose pri: "Baum, der Frucht macht") = Geldverleih 
Genesis_3,1-5: 
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes) 
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch 
Frau / Eva = Finanzkapital / der in neues Sachkapital investierende Kulturmensch 
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer) 
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine) 
Tod = geistiger Tod durch religiöse Verblendung 
gut oder böse = egoistisch und gebildet oder selbstsüchtig und eingebildet 
Genesis_3,6-13: 
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) 
"die Frau gab ihrem Mann von der Frucht" = Übertragung des Urzinses auf das Sachkapital 
"nackt" sein = mit eigener Arbeit Geld verdienen 
"bekleidet" sein = als Investor von der Arbeit anderer Zins erpressen (lat.: vestis = Kleidung) 
"als der Tag kühl geworden war" = Abkühlung der Konjunktur (beginnende Liquiditätsfalle) 
"unter den Bäumen im Garten verstecken" = so tun, als wäre der Zins Lohn für eigene Leistung 
"die Frau, die du mir zugesellt hast" = Abhängigkeit von zinsträchtiger Ersparnis 
Genesis_3,15: 
Nachkommen der Schlange / der Frau = Geldersparnisse / neue Sachkapitalien 
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite) 
Genesis_3,22-24: 
"unsereiner" = die nichts anderes zu tun haben, als sich an der Mehrarbeit anderer zu bereichern 
Vertreibung aus dem Paradies = Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus 
Cherubim = Denkblockaden
 
Wer nicht an einer staatlichen Universität in der realen Matrix die ganz hohe Kunst studiert hat, die Makroökonomie NICHT zu verstehen, sondern stattdessen das einzig relevante Grundlagenwerk "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld" gelesen hat, weiß jetzt, warum der Name Silvio Gesell in den Universitäten (Verdummungsanstalten) unbekannt blieb,...
 
…dass das "Programm Genesis" anfänglich ein weißer Okkultismus war,...
 
...warum der wahre "Himmel auf Erden" (Nachfrage äquivalent Angebot) alles übertreffen wird, was sich im tiefsten geistigen Tod des Katholizismus jemals darüber erträumen ließ,...
 
...und dass nicht Friedrich Nietzsche "Der Antichrist" war, sondern die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit, die sich "christlich" nennt. Denn der Katholizismus war von vornherein ein Cargo-Kult, für den alle "verantwortlich" sind, die gesunden Egoismus einer krankhaften Selbstsucht opfern:
 
(NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen. 
(NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, - ich bin mit ihm. 
(NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel. 
(NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein. 
(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden. 
(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.
 
Mutter (der Kultur) = Summe aller Ersparnisse 
Hure = Finanzkapital 
Brüder und Schwestern = Sach- und Finanzkapitalien mit eingeschränkter Konkurrenz 
Berg = Rentabilitätshürde des Urzinses 
Vater (der Kultur) = volkswirtschaftliches Kreditangebot 
Sohn = Kreditnachfrage für neue Sachkapitalien 
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf)
 
Eine konstruktiv umlaufgesicherte Indexwährung und ein allgemeines Naturressourcen- und Bodennutzungsrecht (Freigeld und Freiland) waren vor 2000 Jahren so unvorstellbar (damals wie heute weniger in physisch-technischer, sondern viel mehr in metaphysischer Hinsicht), dass Jesus in seinem ersten Leben selbst als Römischer Kaiser außerstande gewesen wäre, die Natürliche Wirtschaftsordnung durchzusetzen. Also schuf er sich ein zweites Leben (bzw. die Fortsetzung seines Lebens) in der Zukunft, was aus seinem Bewusstseinsgrad heraus einfach war. Nur der selbstgewählte Märtyrertod, um in aller Erinnerung zu bleiben, war einigermaßen unangenehm.
 
Man muss dafür nicht an Seelenwanderungskram oder "Überirdisches" glauben. Zum besseren Verständnis sei der ausgezeichnete Roman "Ein Doppelleben im Kosmos" von Robert A. Heinlein empfohlen. Es geht um einen fähigen, aber am Anfang der Geschichte arbeitslosen Schauspieler, der die "Rolle seines Lebens" bekommt, einen totkranken Politiker zu doubeln. Um bei öffentlichen Auftritten überzeugend zu sein, muss sich der Schauspieler in alle nach außen hin wesentlichen Details der Lebensgeschichte des kranken Politikers hineinarbeiten. Der Politiker stirbt schließlich und der Schauspieler übernimmt vollständig dessen Identität und führt das Leben des Politiker mit Erfolg weiter. Interessante philosophische Frage: Wer ist hier gestorben? Da der Schauspieler sowieso nichts anderes konnte als ein guter Schauspieler zu sein und vorher arbeitslos war, tat er in der "Rolle seines Lebens" genau das, was er am besten konnte und wollte. Und da er wirklich gut in seinem Job war, konnte und wollte kein Außenstehender den Schauspieler vom "echten" Politiker unterscheiden. Es war allein seine eigene Entscheidung, wer er sein wollte, und er konnte auch kein anderer mehr sein als der erfolgreiche Politiker, der er nun war, weil er ansonsten alle Außenstehenden und "sich selbst" enttäuscht hätte.
 
Auch Robert A. Heinlein dachte noch politisch und hatte darum mit dem Denken, sofern es das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft, noch gar nicht angefangen,...
 
...denn nicht die Politik, sondern die Arbeitsteilung erhob den Menschen über den Tierzustand,...
 
...und solange der Mensch für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss, bestimmt allein die Qualität der Makroökonomie sowohl den Grad der Zivilisiertheit als auch die Höhe der Moral:
 
Politik ist nur solange gefragt, wie die Makroökonomie noch fehlerhaft ist und die Fehlerhaftigkeit aufgrund der Religion verborgen bleibt. Ist der Fehler korrigiert, wird die Politik überflüssig:
 
Ist Akratie möglich? In der vorliegenden Schrift wird diese Frage bejaht. Die Anarchisten hatten sie ja schon immer bejaht. Da sie aber für die anarchische Gesellschaftsordnung, wie sie sich die Anarchisten vorzustellen pflegen, mit einer großen Mehrheit weitblickender Menschen rechnen müssen, indem hier sehr hoch auf altruistischen Grundmauern gebaut wird, konnte die Anarchie keinen Glauben bei all denen finden, die nüchternen Sinnes die Menschen in ihren Haupttrieben beobachten. 
    Die Natürliche Wirtschaftsordnung, wie ich sie als Voraussetzung für den Abbau des Staates fordere, stellt für ihren Bestand keine neuen Forderungen an den Menschen. Sie ist vollkommen unabhängig von der kulturellen Entwicklung der Völker. Sie nimmt die Menschen so, wie sie durch den langen kapitalistischen Auslesevorgang gezüchtet wurden, vertrackt, geschändet, heruntergewirtschaftet. Freilich, nach dem Satz, dass Mensch und Umwelt sich wechselseitig beeinflussen, wird der Mensch durch die von ihm zu schaffende Natürliche Wirtschaftsordnung selber wieder in hohem Grade umgestaltet werden; aber zum Bestand der akratischen Ordnung ist es nicht nötig, dass solche Umgestaltung des gestaltenden Menschen vorhergehe. 
    So stark der Einfluss des Kapitalismus auf die Auslese gewesen ist (er ist so stark gewesen, dass man mit gutem Grund von einer heutigen kapitalistischen Rasse sprechen kann), so stark wird auch wieder die Natürliche Wirtschaftsordnung die Auslese aus der Bahn der papiernen Vorrechte in die der angeborenen, vererbungsfähigen Vorzüge abdrängen. Es ist darum nicht ausgeschlossen, dass im Laufe der Jahrhunderte der Mensch wieder die Eigenschaften annehmen wird, die zum Ausbau eines Gemeinwesens nötig sind, wie es sich viele unter den heutigen Anhängern des Staatsgedankens als Ideal nebelhaft vorstellen. Jedoch wir haben nicht die Aufgabe, den künftigen Geschlechtern Gesetze vorzuschreiben. Für uns kommt es darauf an, wirtschaftliche Zustände und ein Gemeinwesen zu schaffen, die auf die heutigen Menschen zugeschnitten sind, die das Ich, das Fundament des Gemeinwesens, wieder zu seiner wahren Natur kommen lassen. Was dieser Mensch dann später tun wird, das ist seine Sache.
 
Silvio Gesell (1862 – 1930) kam ganz ohne das esoterische Wissen um die wahre Bedeutung des Paradieses und der Erbsünde (d. h. innerhalb der realen Matrix) zu dem gleichen Ergebnis wie Jesus von Nazareth. Bis an sein Lebensende konnte er nicht verstehen, warum (fast) alle anderen ihn nicht verstanden, obwohl die freie Marktwirtschaft ohne Privatkapitalismus "ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht." Für geistig Tote, die die Marktwirtschaft für einen "Obstgarten" halten und die tatsächlich daran glauben, das leistungslose Kapitaleinkommen auf "Apfelbäumchen" wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer, sind das aber keine Selbstverständlichkeiten, sondern ist ganz im Gegenteil das, was innerhalb der realen Matrix per definitionem_"Programm Genesis" am allerschwersten bis gar nicht zu verstehen ist. Es ist also unmöglich, innerhalb der realen Matrix die Natürliche Wirtschaftsordnung zu erklären, sondern es muss zuerst das "Programm Genesis" erklärt und damit wegerklärt sein, bevor die "banalsten Selbstverständlichkeiten" als das akzeptiert werden, was sie sind.
 
Bis zu ihrer kurz bevorstehenden Verwirklichung ist die Natürliche Wirtschaftsordnung eben nicht "vollkommen unabhängig von der kulturellen Entwicklung der Völker", weil die bisherige kulturelle Entwicklung aus dem Okkultismus heraus entstand. Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft) kann die Menschen zwar genauso heruntergewirtschaftet und geschändet übernehmen, wie das zivilisatorische Mittelalter (Zinsgeld-Ökonomie) sie hinterlassen hat,...
 
...aber nicht so vertrackt, dass sie weiterhin auf etwas warten, das längst verwirklicht sein sollte:
 
In der idealen Makroökonomie werden nicht nur Politik und Religion überflüssig, sondern auch die Beschäftigung mit der Wirtschaft selbst. Denn mit dem, was reibungslos selbstregulativ funktioniert und automatisch zu allgemeinem Wohlstand, einer lebenswerten Umwelt und selbstverständlichem Weltfrieden führt, braucht sich kein Erwachsener mehr zu befassen:
 
"Von wenigen Ausnahmen abgesehen, beschränke ich mich auf einen einzigen Aspekt der Zukunft – auf ihre Technologie, nicht auf die Gesellschaft, die darauf basieren wird. Das ist keine so große Einengung, wie es zunächst erscheinen mag, denn die Wissenschaft wird die Zukunft noch mehr beherrschen, als dies schon gegenwärtig der Fall ist. Außerdem sind Voraussagen überhaupt nur auf diesem Gebiet möglich. Für die wissenschaftliche Extrapolation gelten immerhin einige allgemeingültige Gesetze, während das bei Politik und Wirtschaft nicht der Fall ist. 
    Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten. … 
    Die Schaffung von Reichtum ist durchaus nichts Verachtenswertes, aber auf lange Sicht gibt es für den Menschen nur zwei lohnende Beschäftigungen: die Suche nach Wissen und die Schaffung von Schönheit. Das steht außer Diskussion – streiten kann man sich höchstens darüber, was von beidem wichtiger ist."
 
Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)
 
Die theologischen Debatten des Mittelalters sind damit zumindest in der Theorie beendet...
 
...und die halbwegs zivilisierte Menschheit kann zivilisiert und damit erwachsen werden:
 
Was noch fehlt, ist die praktische Durchführung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform, zuerst in Deutschland, dann in Europa und dann in der ganzen Welt. Und wie alles in der Welt wird auch der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation durch Nachfrage und Angebot bestimmt. Noch schläft die Nachfrage, aber sobald sie mit unaufhaltsamer Zwangsläufigkeit geweckt ist,...
 
...kann der Anbieter wieder ganz "ich selbst … werden" und wird sicher auch den Taler, den er seit 1984 Jahren einem dreimaligen Verleugner geliehen hat, angemessen verzinst zurückerhalten.
 

The Last In Line, 04.05.2017